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Mère-Bi (Meine Mutter)

In diesem vielfach preisgekrönten Dokumentarfilm portraitiert der Regisseur Ousmane William Mbaye seine Mutter, Annette Mbaye d'Erneville, die erste diplomierte Journalistin des Senegal. Gleichzeitig Aktivistin, Künstlerin und Querdenkerin, hat sie bereits zurzeit der Unabhängigkeit für die Emanzipation der senegalesischen Frauen gekämpft und die Entwicklung des Senegal durch ihre außergewöhnliche Persönlichkeit nachhaltig geprägt. 14 Jahre lang filmte Mbaye seine Mutter bei jeder Gelegenheit, sodass sogar sie irgendwann die Kamera nicht mehr wahrnahm. Entstanden ist eine Liebeserklärung des Sohnes an seine Mutter und ein intimes Portrait dieser heute 87-jährigen Dame, die kein bisschen von ihrer Vitalität, ihrem selbstironischen Humor und ihrem nonkonformistischen Selbstbewusstsein eingebüßt hat. 

Produktionsdetails

Ousmane William Mbaye, Dokumentarfilm, Senegal/Frankreich, 2012, 54 Min.
Produktion & Schnitt: Laurence Attali
Musik: Amadou Doukouré
Bild & ton: Ousmane William Mbaye, Stéphane de Trébonds, Jacques Pamart, Xavier Vauthrin
Mixing: Laurent Thomas
Kalibrierung: Rémi Berge

Verleih

Deutschland, Österreich, Schweiz
Format: DCP, DVD
Sprachen: Französisch/Wolof mit Deutschen oder Englischen Untertiteln
Poster: verfügbar
Bildmaterial: wird digital zugesandt

Stimmen zum Film

"Am Beispiel Annette Mbaye d'Erneville erschließt sich der Zeitgeist und die philosophische Grundhaltung der Unabhängigkeit, die Haltung einer gesamten Generation und insbesondere der Frauen, die an allen Fronten gekämpft haben." Olivier Barlet, Africultures

Regisseur: Ousmane William Mbaye

Geboren 1952 in Paris, wächst Ousmane William Mbaye in Djourbel, im Senegal auf. Ab 1972 studiert er am Conservatoire Libre du Cinéma Français und an der Université de Paris VIII Vincennes. Seine ersten Filmerfahrungen sammelt er als Assistent der senegalesischen Regisseure Ben Djogueye Beye ("Les princes noirs de Saint-Germain-des-Prés") und Sembène Ousmane ("Ceddo"). "L'enfant de Ngatch" (1979), sein erster eigener Kurzfilm, erhält den bronzenen Tanit beim Filmfestival von Karthago. Neben zahlreichen Gemeinschaftsfilmen mit seinen Freunden Samba Félix N'Diaye, Amet Diallo, Joseph Ramaka, Cheikh Ngaïdo Bâ, Pierre Yaméogo und Moussa Bathily dreht er eine Reihe eigener Filme: "Pain sec" (1981), "Dakar Clando" (1989), "Dial Diali et Fresque" (1992), "Xalima la plume" (2003), "Fer et Verre" (2005) und "Mère-Bi" (2008). Als engagierter und geachteter Filmemacher leitet er zwischen 1990 und 1997 die  Rencontres Cinématographiques de Dakar (RECIDAK). Für seine neueste Dokumentation "Président Dia" hat Mbaye u.a. in Karthago 2012 den goldenen Tanit erhalten.

Produktion & Schnitt: Laurence Attali

Laurence Attali studiert Philosophie und Film an der Sorbonne in Paris, widmet sich aber schnell der Filmindustrie, von der sie von Kindheit an fasziniert ist. Sie arbeitet als Cutterin für französische Kino- und Fernsehproduktionen und lehrt gleichzeitig Schnitt am Institut national de l'audiovisuel (INA) und in vielen anderen Ländern. Im Auftrag des INA reist Laurence Attali 1993 zum ersten Mal nach Senegal und dreht dort kurz danach ihren ersten Dokumentarfilm "Mourtala Diop voyageur de l'art". Danach pendelt sie zwischen Paris und Dakar, wo sie die meisten ihrer eigenen Filme dreht: "Sénégalais Sénégalaise"(1994) "Regarde Amet" (1995) "Petit Pays" (1997) "Moustapha Dimé" (1999), die Liebes Trilogie: "Même le vent", Baobab", "Le Déchaussé" (1999-2003), "Le temps d'un film"(2007). Seit 2000 schneidet und produziert sie die Filme von Ousmane William Mbaye und seit 2004 besitzt sie die senegalesische Staatsbürgerschaft.

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