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One Man's Show

Gedreht vor dem Hintergrund der Debatte um Nationale Identität in Sarkozys Frankreich, ist'One Man's Show' das ergreifende Portrait eines erfolgreichen Schwarzen Schauspielers, Emile, der kurz vor seinem 50. Geburtstag erfährt, dass er an Magenkrebs erkrankt ist. Der Film folgt dem Abstieg des gebeutelten Emile in eine existentielle Lebenskrise, die ihn nicht nur an seiner eigenen Kunst zweifeln lässt, sondern auch mit dem Scheitern seiner Beziehungen zu allen drei Frauen in seinem Leben konfrontiert. Irgendwo zwischen Dantes göttlicher Komödie und Stand-Up Comedy, zwischen Theater und Performance enthüllt der Film auf poetische und tief bewegende Weise die Lebensstränge, die die Existenz einer Person ausmachen. Mit dem herausragenden Emile Abossolo M'bo in der Hauptrolle, fragt er auf kluge Weise was es heißt, Künstler zu sein und welchen Preis man zahlen muss, wenn man besonders als Schwarzer Künstler, sich selbst und seinen Ansichten treu bleibt.

Produktionsdetails

Newton Aduaka, Spielfilm, Nigeria/Frankreich, 2012, 75 Min.
Mit: Emil Abossolo Mbo, Aïssa Maïga, Odile Roire, Fatima Adoum, Kwame Pocrain
Produktion: Granit Films
Produzentin: Valérie Osouf
Kamera: Mathias Raaflaub

Verleih

Deutschland, Österreich, Schweiz
Format: DCP, DVD
Sprachen: Französisch mit Englischen Untertiteln
Poster, Pressemappe & Bildmaterial: werden digital zugesandt

Preise

  • Preis der Kritik/Pressepreis - Fespaco 2013
  • Nominiert, Festival de Mill Valley, USA.
  • Nominiert, Cinémathèque de Vancouver
  • Nominiert, AIM film festival in Edinburgh
  • Nominiert, Africa Eye in Cambridge, Cardiff and Bristol
  • Nominiert, AITP in Amesterdam.
  • Nominiert, FCAT in Cordoba
  • Teil der Aduaka Restrospektive, Rencontres Cinématographiques de Manosque (Frankreich)
  • Gezeigt beim Jeu de Paume im Rahmen der Reihe ‘Transgresseurs'

Pressestimmen

„Ausgehend von einem einfachen Szenario des Untergangs eines Mannes, der glaubte, König sein zu können, macht Aduaka einen ebenso berührenden wie subtilen Film, von dem jede Szene uns anschließend heimsucht, sobald wir die Augen schließen." Olivier Barlet, Africultures

"Der Kameruner Emile Abossolo Mbo lässt uns an einer großartigen filmischen Experiment teilhaben, zwischen Dante und Stand-up Comedy, Theater und Performance." RFI

"Newton Aduaka hat mit One Man's Show einen wagemutigen Film geschaffen. Indem er sich entschied, sich selbst mittels eines Filmgenres weiter zu entwickeln, das offen für Improvisation und Musik ist, beweist er, dass das Kino sich aus anderen Künsten nähren muss, wenn es nicht eine bloße virtuose Technik bleiben möchte. Wie es Hervé Bazin ausdrückte, das Kino muss unrein bleiben." Alceny Saidou Barry, Lobservateur.bf

"Aduaka hat sich eines Genres bedient, das fast ein experimentelles Kino ist. Das ist seine Art auszudrücken, „Ich versuche, ein neues Modell zu kreieren, um eine Geschichte zu erzählen". Damit zeigt er an, dass er das Filmschaffen voran bringen möchte. Nur so kann sich das Kino entwicklen, wie einst Djibril Diop Mambéty mit Touki Bouki (…)" Baba Diop, Président de la Fédération Africaine de la Critique Cinématographique (FACC)

"Wenn ein Filmemacher, nachdem er sich mit großem Erfolg an mehreren Genres und bedeutenden Filmen abgearbeitet hat, zu einem derart intimistischen Stil zurückkehrt, dann ist es, weil er gleichzeitig an sich selbst und seinem Verhältnis zum Kino zweifelt. One Man's Show ist tatsächlich ein Übergangswerk, eine wundervoll ehrliche Meditation. Newton Aduaka findet in dem Schauspieler Émile Abossolo Mbo einen Seelenverwandten, eine Inkarnation seiner eigenen Zweifel hinsichtlich des Sinns seines eigenen Werkes wie auch seines Verhältnisses zur Welt… und zu Frauen." Olivier Barlet, Africultures

"In Osmose mit seinen Schauspielern (man achte auf die magische Präsenz von Aïssa Maïga), die alle ebenso viele Risiken eingehen wie er selbst, um das Wesentliche einzufangen, widmet Aduaka dieses lebendige Stillleben unserer Zerbrechlichkeiten Frantz Fanon, der diese Zerbrechlichkeiten so gut kannte. Ausgehend von einem ganz einfachen Szenario des Untergangs eines Mannes, der glaubte, König sein zu können, macht Aduaka einen ebenso berührenden wie subtilen Film, von dem jede Szene uns heimsucht, sobald wir die Augen schließen." Olivier Barlet, Africultures

"Mit Emile als Hauptfigur und Subjekt, geht es im Film um Selbstfindung, die Suche nach Versöhnung und Erlösung, und, ein schwieriges Thema: Sterblichkeit. Wie Dantes Meisterwerk erforscht der Film das Menschliche und die poetische Vorstellungskraft. In diesem Sinne formuliert Aduaka eine offene und vielseitige Erzählarten und -ästhetiken, durchdrungen von Symbolen, Themen, inter-textuelle Referenzen, selbst-reflexive Momente und philosophische Grüblereien." Jude G. Akudinobi, University of California

"Im Großen und Ganzen geht es in dem Film um Vergangenheitsbewältigung und die Widmung an Fanon, dem Psychiater, Intellektuellen und Revolutionären verortet ihn fest in einen diskursiven Rahmen, indem Geschichte, interkulturelles Begehren, Migration, Exil, Entwurzelung, Identität und Trauma zentrale Ankerpunkte sind." Jude G. Akudinobi, University of California

Newton Aduaka über den Film

„Es ist der erste Film, den ich selbst geschnitten habe, seit meiner Zeit an der Filmschule, das ist 20 Jahre her! Ich fühlte mich desillusioniert vom Kino, und dieser Film hat mich zum Kino zurück gebracht. Ich wollte einen Film machen, der dem Ernst der Lage Rechnung trägt: Da Leben vergeht zu schnell. (…) Der Film erzählt eine Geschichte, die ich schon vor zehn Jahren verfilmen wollte: Ein erfolgreicher Schwarzer Künstler wird mit seinen Grenzen konfrontiert, die ihm das europäische Milieu auferlegt. Ich spreche nicht von Politik, sondern konzentriere mich voll und ganz auf den Kampf dieses Mannes. Ich zeige, welchen Preis man bezahlen muss, um Künstler zu sein."

Regisseur: Newton Aduaka

Newton Aduaka wurde 1966 im Osten Nigerias geboren. Im Alter von vier Jahren flüchtete er mit seiner Familie nach Lagos nach dem nigerianischen Bürgerkrieg, dem Biafra Krieg. In den 1980ern siedelte er nach Großbritannien, um Maschinenbau zu studieren, entdeckte aber das Kino für sich und graduierte an der London Film School im Jahr 1990. 2001 drehte er seinen ersten Spielfilm „Rage", der gleich als mehrere Auszeichnungen erhielt, u.a. für das beste Erstlingswerk beim FESPACO. „Rage"war auch der erste unabhängig finanzierte Film eines Schwarzen Filmemachers in der Britischen Filmgeschichte, der einen nationalen Kinostart erhielt. Mit seinem zweiten Film „Ezra"gewann er eine Vielzahl von Preisen, an erster Stelle den renommierten Hauptpreis für den besten Film beim FESPACO in 2007. „One Man's Show"ist sein dritter Spielfilm. Newton Aduaka lebt zurzeit in Paris.

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