EN · FR · DE
 

Président Dia

Am 17. Dezember 1962 wird Mamadou Dia, Präsident des senegalesischen Ministerrats, verhaftet und gemeinsam mit vier seiner engsten Minister zu lebenslager Haft verurteilt. Nachdem Dia mit seinem Freund und Weggefährten Léopold Sédar Senghor 17 Jahre lang scheinbar untrennbar alle Etappen hin zur Unabhängigkeit des Senegal durchschritten hat, wirft  Senghor ihm nun vor, einen Staatsstreich gegen ihn geplant zu haben. Am folgenden Tag wird die Verfassung geändert und aus dem parlamentarischen System wird ein Präsidialsystem, das dem Präsidenten alle Machtkompetenzen zuschreibt. Im Jahr 2012, 50 Jahre danach, während der Wahlkampf das Land erschüttert und die Werte der Demokratie zur Diskussion stehen, nehmen Zeitzeugen und Akteure endlich zu diesem grundlegenden Ereignis in der senegalesischen Geschichte Stellung.

Productionsdetails

Ousmane William Mbaye, Dokumentarfilm, Senegal/Frankreich, 54 Min., 2012
Schnitt: Laurence Attali
Musik: Amadou Doukouré
Bild & Ton: Ousmane William Mbaye, Stéphane de Trébonds, Jacques Pamart, Xavier Vauthrin
Mixing: Laurent Thomas
Calibration: Rémi Berge

Verleih

Verleih in Deutschland, Schweiz, Österreich
Dokumentarfilm, 54 Min., 2012
Format: DCP, DVD
Sprachen: Französisch mit Englischen oder Deutschen Untertiteln
Poster verfügbar
Bilder: werden digital zugesandt

Preise

  • Goldener Tanit - Karthago Film Festival, 2012
  • Publikumspreis & Preis der Schuljury - Festival international film d'histoire de Pessac, 2012
  • Dritter Preis (Dokumentarfilmsektion) - Fespaco, 2013
  • Bester Kurz- und mittellanger Film, 1ers Trophées Francophones du Cinéma

Stimmen zum Film

"Faszinierend (...) eine wertvolle Analyse der senegalesischen Geschichte und weitaus mehr: eine ehrliche und sensible Art, die Vergangenheit zu beleuchten, um die Gegenwart zu verstehen" Olivier Barlet, Africultures

Regisseur: Ousmane William Mbaye

Geboren 1952 in Paris, wächst Ousmane William Mbaye in Djourbel, im Senegal auf. Ab 1972 studiert er am Conservatoire Libre du Cinéma Français und an der Université de Paris VIII Vincennes. Seine ersten Filmerfahrungen sammelt er als Assistent der senegalesischen Regisseure Ben Djogueye Beye ("Les princes noirs de Saint-Germain-des-Prés") und Sembène Ousmane ("Ceddo"). "L'enfant de Ngatch" (1979), sein erster eigener Kurzfilm, erhält den bronzenen Tanit beim Filmfestival von Karthago. Neben zahlreichen Gemeinschaftsfilmen mit seinen Freunden Samba Félix N'Diaye, Amet Diallo, Joseph Ramaka, Cheikh Ngaïdo Bâ, Pierre Yaméogo und Moussa Bathily dreht er eine Reihe eigener Filme: "Pain sec" (1981), "Dakar Clando" (1989), "Dial Diali et Fresque" (1992), "Xalima la plume" (2003), "Fer et Verre" (2005) und "Mère-Bi" (2008). Als engagierter und geachteter Filmemacher leitet er zwischen 1990 und 1997 die  Rencontres Cinématographiques de Dakar (RECIDAK). Für seine neueste Dokumentation "Président Dia" hat Mbaye u.a. in Karthago 2012 den goldenen Tanit erhalten.

Produktion & Schnitt: Laurence Attali

Laurence Attali studiert Philosophie und Film an der Sorbonne in Paris, widmet sich aber schnell der Filmindustrie, von der sie von Kindheit an fasziniert ist. Sie arbeitet als Cutterin für französische Kino- und Fernsehproduktionen und lehrt gleichzeitig Schnitt am Institut national de l'audiovisuel (INA) und in vielen anderen Ländern. Im Auftrag des INA reist Laurence Attali 1993 zum ersten Mal nach Senegal und dreht dort kurz danach ihren ersten Dokumentarfilm "Mourtala Diop voyageur de l'art". Danach pendelt sie zwischen Paris und Dakar, wo sie die meisten ihrer eigenen Filme dreht: "Sénégalais Sénégalaise"(1994) "Regarde Amet" (1995) "Petit Pays" (1997) "Moustapha Dimé" (1999), die Liebes Trilogie: "Même le vent", Baobab", "Le Déchaussé" (1999-2003), "Le temps d'un film"(2007). Seit 2000 schneidet und produziert sie die Filme von Ousmane William Mbaye und seit 2004 besitzt sie die senegalesische Staatsbürgerschaft.

back to top