Vortrag: Raffael Scheck über Hitlers afrikanische Opfer - Die

Raffael Scheck - Hitlers afrikanische Opfer

Am Donnerstag, den 3. September um 18.30 Uhr lädt AfricAvenirzum Vortrag von Raffael Scheck in die UFERHALLEN (achtung Ortswechsel!!) Uferstraße 8 - 11, 13357 Berlin-Wedding, U Pankstraße/ S Humboldthain. Raffael Scheck wird die Ergebnisse seiner Forschungen über die Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht an mehreren Tausend Soldaten afrikanischer Herkunft, die für die französische Armee kämpften vorstellen, die er in seinem neuesten Buch "Hitlers afrikanische Opfer" kürzlich veröffentlicht hat.

Bis heute hält sich der Mythos des „sauberen Westfeldzuges“ der deutschen Wehrmacht im Krieg gegen Frankreich hartnäckig. Raffael Scheck beweist mit seinem neuen Buch das Gegenteil. Er belegt erstmals detailliert, dass die Wehrmacht im Mai und Juni 1940 Massaker an mehreren Tausend Soldaten und Kriegsgefangenen afrikanischer Herkunft verübte, die in der französischen Armee kämpften. Scheck stellt diese Massaker in die Kontinuitätslinie der Brutalisierung der deutschen Kriegführung seit den Kolonialkriegen gegen die Herero in Namibia und den Maji-Maji-Krieg in Kenia.

Raffael Scheck hat mit seinem Werk eine wegweisende Studie zu einem bislang kaum beachteten Aspekt des Zweiten Weltkriegs vorgelegt. Die historische Literatur hatte bisher der Wehrmacht für den Krieg gegen Frankreich ein korrektes Verhalten bescheinigt, das in scharfem Kontrast zur deutschen Kriegsführung im Osten stehe. Aufgrund der Archivquellen, die Raffael Scheck erschlossen hat, ist dieses Bild nicht länger aufrechtzuerhalten.

Pressestimmen:
»Das Anliegen des Buches ist nicht, eine ›Konkurrenz‹ der Opfer der nationalsozialistischen Barbarei zu befördern. Sein Interesse liegt vielmehr darin, die Legende einer sauberen Wehrmacht in Frage zu stellen sowie eine Neubewertung der lang gehegten Unterscheidung zwischen einem ›schmutzigen‹ Krieg im Osten und einem angeblich anständigen Krieg im Westen vorzunehmen« (Le Monde).

»Die Stärke von Schecks Ausführungen liegt in der Einbettung militärischer Fakten in den Kontext der Genese rassistischen Denkens gegenüber Schwarzen« (konkret).

»Im Buch "Hitlers afrikanische Opfer" steckt die initiale Kraft, die das Schweigen über die Wehrmachtsmorde an Schwarzen Soldaten aufzulösen vermag.« (Albrecht Kieser, Deutschlandfunk)

Siehe auch: |+| Albrecht Kieser über das Buch von Raffael Scheck: "Hitlers afrikanische Opfer. Die Massaker der Wehrmacht an schwarzen französischen Soldaten". Erschienen beim Assoziations-Verlag, mit 196 Seiten, zum Preis von 20 Euro.

Raffael Scheck
Raffael Scheck, 1960 geboren in Freiburg im Breisgau, studierte an der Universität Zürich und an der Brandeis University in Waltham (Massachusetts) und habilitierte an der Universität Basel. Er hat mehrere Bücher und zahlreiche Artikel über deutsche Geschichte verfasst und arbeitet an einer Studie über die französischen Kolonialsoldaten in deutschen Gefangenenlagern während des Zweiten Weltkrieges. Er ist Professor für europäische Geschichte der Neuesten Zeit am Colby College in Waterville, Maine (USA).

Veröffentlichungen u.a.: Alfred von Tirpitz and German Right-Wing Politics, 1914–1930 (1998); Mothers of the Nation. Right-Wing Women in Weimar Germany (2004)

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