Filmvorführung von „Faat Kiné“ von Ousmane Sembène am Sonntag, 3.7.2011, 16.30 Uhr

AfricAvenir lädt am Sonntag, den 3. Juli um16.30 Uhr zur Filmvorführung von „Faat Kiné“ von Ousmane Sembène ins Hackesche Höfe Kino ein. Im Anschluss an die Filmpräsentation wird ein Publikumsgespräch mit Marianne Ballé stattfinden, die sich in der Pan African Women’s Liberation Organisation engagiert. Der Regisseur sagte in Africultures über den Film: „Was ist die Zukunft Afrikas? Genau dafür arbeite ich! Faat Kiné symbolisiert alle Frauen. Wie viele Frauen sind auf sich allein gestellt? In Afrika besteht Scheinfreiheit für Frauen, aber keine echte Freiheit: Die wahre Autorität bleibt in den Köpfen der Menschen weiterhin bei den Männern. (…) Männer müssen verstehen, dass Frauen die gleichen Rechte haben!“

Faat Kiné – Frauenemanzipation in Afrika und Kritik an der patriarchalischen Gesellschaft
Faat Kiné lebt als allein erziehende Mutter in Dakar und betreibt mit Erfolg eine Tankstelle. Dank ihrer Unterstützung haben es ihre Kinder zum Abitur geschafft. Anders als diese musste Faat Kiné selbst kurz vor dem Abitur die Schule verlassen, weil sie von ihrem Lehrer schwanger war. Von ihrem Vater enterbt und von den Vätern ihrer beiden Kinder Djib und Aby alleingelassen, musste Faat Kiné auf ihre Traumkarriere als Anwältin verzichten. Als die Väter von Djib und Aby versuchen, sich in die Leben ihrer Kinder wieder hineinzudrängen, werden sie von diesen abgewiesen.

Der zweite Teil der Trilogie "Heroisme au quotidien" (Heldentum im Alltag) des senegalesischen Regisseurs Ousmane Sembène (Jg. 1923) erzählt von Frauenemanzipation auf humorvolle und dennoch scharfsinnige Weise und kritisiert gleichzeitig das despotische Verhalten der Männer gegenüber Frauen, nicht zuletzt im Bezug auf ihren Anspruch auf ungeschützten Sex. Ousmane Sembène drückt in seiner Darstellung emanzipierter Frauen die Hoffnung aus, diese könnten in Zukunft zu Stützen der afrikanischen Gesellschaft werden.

Pressestimmen
„Der Altmeister und wahrscheinliche Begründer des afrikanischen Kinos, Ousmane Sembène porträtiert in diesem Film mit feinem Gespür für Blicke, Mimik und Gesten drei Frauen verschiedener Generationen einer gut situierten Großfamilie mit Humor und harscher Kritik an der patriarchalischen Gesellschaft.“ Kino-zeit.de

„In Faat Kiné ruft Ousmane Sembène, der unbestrittene Vater des afrikanischen Kinos seine afrikanischen Mitbürger auf, eine Bilanz der Unabhängigkeit zu Beginn eines neuen Jahrhunderts zu ziehen. Mit 77 rekapituliert er 40 Jahre wegweisenden Filmschaffens mit einer tiefgreifenden Analyse des Zusammenspiels von Geschlecht, Wirtschaft und Macht im heutigen Afrika.“ Newsreel.org

„(...)in Faat Kiné schenkt Sembène der afrikanischen Frau in der postkolonialen Gesellschaft seine ganze Aufmerksamkeit. Faat Kiné (Venus Seye) ist eine Frau, die gleichzeitig mit den Traditionen ihrer Eltern und den Herausforderungen der modernen Welt zu kämpfen hat, einer Welt, in der Tradition entweder verfallen ist oder weiterhin ein Hindernis für alleinerziehende Mütter darstellt.“ Seeingblack.com

Der Regisseur
Geboren 1923 in Ziguinchor, Senegal, gilt der senegalesische Ousmane Sembène als einer der wichtigsten afrikanischen Schriftsteller und wird oft als „Vater des afrikanischen Kinos“bezeichnet. Als Sohn eines muslimischen Fischers, arbeitete Sembène zunächst als Mechaniker und Maurer in Dakar. Nach seinem Einsatz auf französischer Seite im Zweiten Weltkrieg und einem kurzen Aufenthalt in Senegal kehrte er erneut nach Frankreich zurück, wo er sich u.a. jahrelang aktiv an den Gewerkschaftskämpfen beteiligte. Um seine Mitbürger auf dem afrikanischen Kontinent besser zu erreichen, beschloss er, Filme zu drehen und reiste 1961 nach Moskau, wo er Filmwissenschaften studierte. 1966 bekam er für „La noire de...“, einen Film über ein junges Dienstmädchen aus Afrika, den Prix Jean Vigo. Sein bedeutendster Roman, „Les Bouts de bois de Dieu“ („Gottes Holzstücke“) handelt von dem großen Eisenbahnerstreik unter französischer Kolonialherrschaft im Jahr 1947, an dem Sembène selbst teilnahm. Wiederkehrende Themen seiner Filme sind die Kolonialgeschichte, die Emanzipation afrikanischer Frauen und die Kritik am neuen afrikanischen Mittelstand. Am 9. Juni 2007 starb Sembène in Dakar.

Faat Kiné
R: Ousmane Sembène, Senegal, 2001, OmU
D: Venus Seye, Ndoumbé Diop, Tabara Ndiaye u. a.
Ort: Hackesche Höfe Kino, Rosenthaler Str. 40/41, 10178 Berlin

Kartenreservierung und Filmauskunft: (030)-283 46 03S Hackescher Markt, U Rosenthaler Platz
Eintritt: 7,50€, Ermäßigungen über Berlinpass, Gildepass und Heavy User Card (Weitere Informationen: http://www.hackesche-hoefe.org/Seiten/preise.html)

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der Ausstellung „Pour un monde meilleur! – Für eine bessere Welt!“, die AfricAvenir International e.V. noch bis zum 14. Juli in der Galerie Listros zeigt.

Gefördert aus Mitteln der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin und dem Evangelischen Entwicklungsdienst.

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