In Kooperation mit dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa): "prêt-à -partager" 26. April – 8. Juli 2012 in Berlin und 3. Mai – 1. Juli 2012 in Stuttgart
In einer Doppelausstellung zeigen die ifa-Galerien in Berlin und Stuttgart mit "prêt-à -partager" die Ergebnisse zahlreicher transnationaler und interdisziplinärer künstlerischer Begegnungen auf dem afrikanischen Kontinent. Nach sieben Stationen in West- und Südafrika zeigt das Institut für Auslandsbeziehungen nun auch in Deutschland, wie Kunst, Mode und Bewegung zusammen spielen – und wie Kultur als verbindendes und gleichzeitig befreiendes Instrument des Aufbruchs wirken kann.
Das vom ifa initiierte und organisierte Projekt "prêt-à -partager" begann im November 2008 mit einem interdisziplinären Kunstworkshop in Dakar, Senegal. Siebzehn Künstlerinnen und Künstler aus Afrika und Europa kamen dort zusammen, um sich in einem künstlerischen Workshop multimedial und interdisziplinär mit Mode, Design, Fotografie und im öffentlichen Raum auseinander zu setzen. Sie brachten Einflüsse aus den Metropolen Berlin, Kinshasa, Dakar, London, Stuttgart, Douala, Hamburg und Johannesburg in die senegalesische Hauptstadt.
Für Zohra Opoku (Ghana/Deutschland) und den senegalesischen Modedesigner Ndiaga Diaw bildete die afrobrasilianische Kampfkunstform Capoeira die Grundlage für ihre Modekreationen. Diese benutzte Astrid S. Klein (Deutschland) für ihre Fotografien, mit denen sie sich auf die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen Dakars bezieht. Die Modedesignerin Zille Homma Hamid (Pakistan/Deutschland) ließ sich von westafrikanischen Färbetechniken inspirieren. Nafissatou Diops (Senegal) Lingerie-Outfits sind spannungsreiche ästhetische Statements über Körper und Geschlechterpolitik. Dies sind nur einige der Beispiele, der verblüffenden und gesellschaftlich brisanten Arbeiten, die die Künstlerinnen und Künstler vor dem Hintergrund der eigenen Geschichte und des Kennenlernens neu-er kultureller Praktiken entwickelt haben – jenseits von Konsumorientierung und Markenfetischismus.
Seit 2008 ist "prêt-à -partager" in Süd- und Westafrika gezeigt worden – in Dakar, Maputo, Lagos, Kapstadt, Douala und Accra. Es hat mittels seines umfangreichen Rahmenprogramms Kooperationen angestoßen, die das Netzwerk erweitert und die Ausstellung bereichert haben. Im Oktober 2011 organisierte das ifa eine international besetzte künstlerische Konferenz in Johannesburg, die ästhetische und ökono-mische Aspekte des Freiheitsbegriffs in Afrika und der afrikanischen Diaspora thematisierte. Das Projekt und seine Themen haben ein vielfältiges Publikum bis weit über die Grenzen zeitgenössischer Kunstinstitutionen berührt und einbezogen.
Die nun in Deutschland gezeigte Ausstellung markiert einen vorläufigen Höhepunkt des Projekts; hier werden nun erstmals auch die Resultate der transnationalen Zu-sammenarbeit zu sehen sein, die aus dem Begleitprogramm entstanden ist.
Mit "prêt-à -partager" etabliert das ifa eine neue Form des Kunstdialogs: In dieser Form des künstlerischen Miteinanders geht es nicht darum, Kultur als Dienstleistung zu sehen, sondern eine Begegnungsplattform für neue Ideen und Visionen zu schaffen, die im gemeinsamen Erleben entstehen. Das ifa sucht respektvolle Partnerschaften mit gegenseitigem Nutzen und Inspiration.
 
"prêt-à -partager" (deutsch etwa: bereit zu teilen) versteht sich als Plattform, der Partizipation und künstlerischer Austausch, aber auch das gemeinsame Erschaffen neuer Verständnisformen und Perspektiven auf zeitgenössische Kunst und Fashion zugrunde liegen.
Die Reihe Kulturtransfers thematisiert kulturelle Aneignung und Übernahme von Praktiken, Denkweisen und Kulturproduktionen.
Bild: Zohra Opoku, Back Para Afrique, Dakar 2008, © Foto: Mamadou Gomis
Ausstellungsdauer
27. April – 8. Juli 2012 in der ifa-Galerie Berlin
4. Mai – 1. Juli 2012 in der ifa-Galerie Stuttgart
Fotos und weitere Informationen
Ausstellungsinformationen finden Sie hier.
Bildmaterial erhalten Sie hier.
Künstlerinnen und Künstler
Jamika Ajalon, Akinbode Akinbiyi, *ARCHIVE*, Ulé Barcelos, Ndiaga Diaw, Nafissa-tou Diop, Simone Gilges, Mamadou Gomis, Gugulective, Zille Homma Hamid, Hu-bert Mahela Katamba, Astrid S. Klein, Goddy Leye, Philip Metz, Lambert Mousseka, Zanele Muholi, Pakama Ngceni, Zohra Opoku, Friedrich M. Ploch, Athi-Patra Ruga, Nontsikelelo „Lolo“ Veleko
Ausstellungskatalog
"prêt-à -partager". a transcultural exchange in art, fashion and sports – Stuttgart: Institut für Auslandsbeziehungen e. V. (ifa), 2009. – 167 S.
Über das ifa
Das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) ist die älteste Mittlerorganisation für Aus-wärtige Kulturpolitik Deutschlands. Es wird gefördert durch das Auswärtige Amt, das Land Baden- Württemberg und die Landeshauptstadt Stuttgart. Als führende deut-sche Institution im internationalen Kunstaustausch konzipiert und organisiert es auf allen Kontinenten Ausstellungen deutscher Kunst und initiiert somit die interkulturel-le Diskussion und bereichert den Kunstdiskurs. Es fördert Ausstellungsprojekte und vergibt Stipendien; in den ifa-Galerien Stuttgart und Berlin werden Kunst, Architektur und Design aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa präsentiert. www.ifa.de
Team
Kuratorenteam: Elke aus dem Moore, Sandrine Micossé, Koyo Kouoh
Kuratorische Assistenz: Aicha Diallo
Ausstellungsgestaltung: Friedrich M. Ploch
Projektleitung Ausstellung: Lisa Berndt
Projektleitung Rahmenprogramm: Sabina Husicic
Konferenz: Elke aus dem Moore, Aicha Diallo, Sandrine Micossé-Aikins
WORKSHOPS BERLIN: Bibiana Arena Coronel, Nkuli Mlangeni, Sinethemba Twalo,
Zohra Opoku, Ndiaga Diaw, Jamika Ajalon, Philipp Khabo Köpsell,
Sandrine Micossé-Aikins, Friedrich M. Ploch, Annika Niemann
WORKSHOPS STUTTGART: Zille Homma Hamid, Lolo Veleko, Lambert Mousse-ka;
Valérie Hammerbacher, ifa; Prof. Uwe Fischer, Staatliche Akademie der
Bildenden Künste Stuttgart; Ulé Barcelos, Philip Metz, Sabina Husicic
TEAM IFA-GALERIE BERLIN: Barbara Barsch, Ev Fischer, Matthias Merker
TEAM IFA-GALERIE STUTTGART: Stefanie Alber, Anton Berndt, Valérie Ham-merbacher, Rainer Koch, Iris Lenz
KUNSTVERMITTLUNG: Annika Niemann (Berlin), Barbara Karsch-Chaïeb und
Sabina Husicic (Stuttgart)
"prêt-à -partager" in Berlin
Mit: Jamika Ajalon (London/Angers), Ulé Barcélos (Stuttgart), Ndiaga Diaw (Da-kar/Paris), Nafissatou Diop (Dakar), Simone Gilges (Berlin), Zille Homma Hamid (Berlin/Paris), Mamadou Gomis (Dakar), Astrid S. Klein (Stuttgart), Hubert Mahela (Kinshasa), Pakama Ngceni (Johannesburg), Zohra Opoku (Hamburg), Friedrich M. Ploch (Johannesburg/Berlin/London), Athi-Patra Ruga (Kapstadt), Nontsikelelo „Lo-lo“ Veleko (Johannesburg)
Eröffnung:
Donnerstag, 26. April 2012, 19 Uhr
Ausstellungsdauer
27. April – 8. Juli 2012
Öffnungszeiten
Di – So 14 – 19 Uhr
Montags geschlossen
Über die Pfingstfeiertage geöffnet
Eintritt frei.
ifa-Galerie Berlin
Linienstraße 139/140
10115 Berlin
Tel. +49(0)30/28 44 91 40
Fax +49(0)30/28 44 91 42
RAHMENPROGRAMM BERLIN
Freitag, 27. April 2012, 17 Uhr
Künstler- und Kuratorengespräch in englischer Sprache.
KUNSTVERMITTLUNG
Sonntag, 6. Mai 2012, 11:30 – 14 Uhr
KinderKunstProgramm: Stoffwechsel
Woher kommt mein T-Shirt? Und wohin geht es, wenn es mir zu klein geworden ist?
mit der Modedesignerin Zohra Opoku.
Für Kinder ab 8 Jahren, Eintritt frei; um Anmeldung wird gebeten.
Die Angebote sind kostenlos.
Führungen für Schulen und Gruppen nach Terminabstimmung mit Frau Fischer, Tel. 030/28 44 91 40 oder fischer@ifa.de
WORKSHOP
Berlin Textures - Uncovering the Hidden (hi)Stories in Berlins City Scape
Termin: 8. - 12. Mai 2012
Ort: Werkstatt der Kulturen, Wissmannstr. 32, 12049 Berlin
Sieben Künstler/-innen aus den Bereichen Modedesign, Performance, Fotografie und Bildende Kunst, nehmen den öffentlichen Raum der Stadt Berlin sowie ihre di-versen kulturellen und nationalen Hintergründe als Grundlage um Manifestationen der historischen und gegenwärtigen Verbindungen zwischen dem afrikanischen Kontinent und seiner Diaspora in Berlin zu erkunden.
Teilnehmer/-innen:
Jamika Ajalon, Bibiana Arena Coronel, Ndiaga Diaw, Philip Khabo Köppsell, Nkuli Mlan-geni, Zohra Opoku und Stix (Sinethemba Twalo)
KONFERENZ
Where We Meet ... - Cultural Translation and Art in Social Transformation
Dienstag, 5. Juni 2012, 18 Uhr Cultural Translation
Mittwoch, 6. Juni 2012, 18.30 Uhr Art for Social Transformation
Ort: Werkstatt der Kulturen, Wissmannstr. 32, 12049 Berlin
In den letzten Jahren hat sich ein ständig wachsendes transnationales Netzwerk afrikanischer Künstler/-innen und Kurator/-innen etabliert, die aus eigener Initiative Kunsträume in ihren Heimatstädten gegründet haben und betreiben. Die Konferenz beleuchtet die Rolle dieser Initiativen hinsichtlich ihres Einflusses auf soziale Pro-zesse des Wandels sowie die Herausforderungen kultureller Übersetzungsvorgän-ge, denen die Akteure begegnen.
Mit:
Keynotes: Sarat Maharaj (angefragt) und Françoise Vergès
Nana Oforiatta Ayim (Autorin, Filmemacherin, London und Accra), Lizza May David (Global Alien, Berlin), Ntone Edjabe (Chimurenga / Pan African Space Station (PASS), Kapstadt), Koyo Kouoh (Raw Material Company, Dakar), Patrick Mudeke-reza (Picha ASBL, Demokratische Republik Kongo), Didier Schaub (Doual'art, Dou-ala), Giò dì Sera (Streetunivercity, Berlin), Bisi Silva (CCA, Lagos) u.a.
PARALLEL LAUFENDE AUSSTELLUNGEN
Goddy Leye - Hommage
Zohra Opoku - Handwash Only
Dakar – Berlin, Mamadou Gomis und Simone Gilges
Galerie Peter Herrmann, Potsdamer Straße 98, 10785 Berlin
Eröffnung am 27. April um 20 Uhr
"prêt-à -partager" in Stuttgart
Mit: Akinbode Akinbiyi (Berlin/Lagos), Jamika Ajalon Cothrine (London/Angers), Si-mone Gilges (Berlin), Zille Homma Hamid (Berlin/Paris), Astrid S. Klein (Stuttgart), Goddy Leye (Douala), Philip Metz (Berlin), Lambert Mousseka (Stuttgart/Kinshasa), Zohra Opoku (Hamburg), Friedrich M. Ploch (Johannesburg/Berlin/London), Stix (Johannesburg), Nontsikelelo „Lolo“ Veleko (Johannesburg), Zanele Muholi (Johan-nesburg)
Eröffnung:
Donnerstag, 3. Mai 2012, 19 Uhr
Ulé Barcélos, Nafissatou Diop, Astrid S. Klein, Lambert Mousseka und Friedrich M. Ploch sind anwesend.
 
Ausstellungsdauer: 4. Mai – 1. Juli 2012
Öffnungszeiten
Di, Mi, Fr – So 12 – 18 Uhr
Do 12 – 20 Uhr
Montags, am 17. und am 27. Mai 2012 geschlossen
Eintritt frei.
ifa-Galerie Stuttgart
Charlottenplatz 17
70173 Stuttgart
Tel. +49 711/22 25-173
Fax + 49 711/22 25-194
RAHMENPROGRAMM STUTTGART
KÜNSTLER- UND KURATORENGESPRÄCH
Freitag, 4. Mai 2012, 16 – 17.30 Uhr
FÜHRUNGEN
Dienstag, 22. Mai 2012 um 16 Uhr
Donnerstag, 24. Mai 2012 um 18 Uhr
Donnerstag, 21. Juni 2012 um 18 Uhr
Freitag, 22. Juni 2012 um 16 Uhr
KUNSTWERKSTATT
Samstag, 16. Juni 2012, 14.30 bis 16 Uhr
Bunte, fliegende Objekte
Für Kinder von 6 – 12 Jahren.
Samstag, 23. Juni 2012, 14.30 bis 16 Uhr
Originelle Stencils
Für Jugendliche.
Die Angebote des Rahmenprogramms sind kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten unter alber@ifa.de
WORKSHOP
Stuttgarter Studierende der staatlichen Akademie für bildende Kunst treffen auf Fo-tografen, Modedesigner und Performer. Sie reagieren auf Arbeiten der pakistanisch-deutschen Modedesignerin Zille Homma Hamid (Paris) und der südafrikanischen Fotografin Nontsikelelo „Lolo“ Veleko (Südafrika/Paris). Weitere Aspekte transkultu-reller Kunst liefern der Performance-Künstler Lambert Mousseka (Stutt-gart/Kinshasa).
Öffentliche Präsentation der Ergebnisse des Workshops:
Mittwoch, 16. Mai 2012, 16.30 – 18 Uhr in der ifa-Galerie Stuttgart.
AUSSTELLUNGSBEGLEITENDE KUNSTVERMITTLUNG MIT JUGENDLICHEN
[Kultur] Identität – eine sichtbare Positionierung
Eine Woche lang erproben Schüler/innen der Lerchenrainschule zusammen mit der Modedesignerin Ulé Barcelos, dem Fotografen Philip Metz und der Kunstvermittlerin Sabina Husicic, was Identität bedeuten kann. In Texten, Bildern, Fotos, Filmen und eigens entworfenen Identitätskostümen gehen sie dem „Wer bin ich?“ nach: zwi-schen Selbstausdruck und Selbstkonstruktion, zwischen Zuschreibung oder Aus-grenzung und der Markierung von Zugehörigkeit und Abgrenzung. Die Ergebnisse des Workshops werden in Form einer öffentlichen Ausstellung in Stuttgart präsen-tiert.
In Kooperation mit der Lerchenrainschule, Grund- und Werkrealschule [LOGO]
[Kultur] Identität – Trachten betrachten
Trachten sind ein traditionelles Requisit nationaler oder ethnischer Traditionen. Zu-sammen mit Jugendlichen des Vereins MLADOST untersuchen die Modedesignerin Ulé Barcelos, der Fotograf Philip Metz und die Kunstvermittlerin Sabina Husicic, in einem viertägigen Projekt das Ausdrucksrepertoire der Tracht. Es steht in einem Kontext, in dem die Beschwörung des Nationalen problematisch wie haltlos gewor-den ist. Als Ergebnisse des Workshops werden eigens entworfene individuelle „Ausdruckskostüme“, Fotografien und Videofilme in einer öffentlichen Ausstellung in Stuttgart präsentiert.
In Kooperation mit dem Jugendkulturverein Bosnien und Herzegowina MLADOST e. V., Stuttgart
FILMPROGRAMM
„A Rasta is a male version of a diva“– dance – stance – commence
Auftaktveranstaltung Freitag, 4. Mai 2012, 19 Uhr
Begleitend zu dem Ausstellungsprojekt „prêt-à -partager“ hat der Künstler Friedrich M. Ploch drei Filmabende konzipiert, die sich mit unterschiedlichen Aspekten schwarzer Subkulturen auseinandersetzen. Die Filme sind historische Dokumente des Kampfes um die Anerkennung des Individuellen. Sie fragen nach dessen Posi-tionierung in der Gesellschaft und seiner Beziehung zur Populärkultur. Die Reihe beginnt mit Theodoros Bafaloukos’ „Rockers“ (Jamaika, 1978) und einer Party mit den an „prêt-à -partager“ beteiligten Künstlern.
Filmtheater, Türlenstraße 2, 70191 Stuttgart
In Kooperation mit der Filmgalerie 451, Stuttgart
Der Eintritt ist frei.
Kontakt und Ansprechpartner
ifa-Galerie Berlin
Ev Fischer, Linienstr. 139/140, 10115 Berlin
Tel. 030/284491-40, Fax 030/284491-42, E-Mail: fischer@ifa.de
ifa-Galerie Stuttgart
Stefanie Alber, Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart
Tel. 0711/2225-161, Fax 0711/2225-194, E-Mail: alber@ifa.de
Institut für Auslandsbeziehungen (ifa)
Miriam Kahrmann, Leiterin Kommunikation, Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart
Tel. 0711/2225-105, Fax 0711/2264-346, E-Mail: kahrmann@ifa.de, www.ifa.
Medienpartnerschaft: AfricAvenir International e.V.
















