OPEN AIR KINO: „WWW - What a Wonderful World” (OmU) von Faouzi Bensaïdi (Marokko), am Donnerstag, 2.8.2012 um 21:15 Uhr im Freiluftkino Hasenheide

www - what a wonderful world

Am Donnerstag, 2. August 2012 um 21:15 Uhr lädt AfricAvenir in Kooperation mit Planète MĂ©tis ins Freiluftkino Hasenheide zur VorfĂĽhrung des postmodernen und poetischen Kultfilms „WWW – What a Wonderful World“ des marokkanischen Regisseurs Faouzi BensaĂŻdi. Durchdrungen von politischem Symbolismus erzählt der Film die Geschichte eines Auftragskillers, der sich in eine Polizistin verliebt. „WWW – What a Wonderful World“ ist ein durch und durch moderner Film, burlesk im Spiel, schräg in der Bildkomposition, witzig und kĂĽhn. Mit Nezha Rahil und Faouzi BensaĂŻdi, einem groĂźartigen Liebespaar. GĂĽnter H. Jekubzik von Programmkino schreibt: â€žKino vom Besten, fantasiereich und poetisch, mit originellen Bildern erzählt, modern, frech, witzig. Der Film des Marokkaners Faouzi BensaĂŻdi ist eine einzigartige Entdeckung des Weltkinos“, und Le Nouvel Observateur: â€žDas Kino eines Poeten und Visionärs“.

Synopsis
Casablanca ist eine Stadt voller Kontraste. Hier lebt Kamel als Auftragskiller in einer Art Einzimmer-Penthouse. Die Aufträge erhält er ĂĽbers Internet. Cool fĂĽhrt er sie aus. Nach jedem ausgefĂĽhrten Auftrag ruft er Souad an, eine Gelegenheitsprostituierte, mit der er nach jeder seiner Exekutionen schläft. Wirklich den Kopf verdreht ihm aber Kenza, die an einer der Hauptkreuzungen in Casablanca den Verkehr regelt oder besser: dirigiert, so, als wĂĽrde sie ein Symphonieorchester leiten. Zunächst kennt Kamel nur Kenzas Stimme, aber er wird nicht locker lassen, bis er den Körper dazu gefunden hat. Der professionelle Hacker Hicham, der davon träumt, sich nach Europa abzusetzen, mischt sich ĂĽbers Internet in die Kontakte von Kamel ein - und das schafft diesem Probleme. 



Pressestimmen
„Atemlos in Casablanca.“ Walter Ruggle, Trigon

„Das Kino eines Poeten und Visionärs.“ Le Nouvel Observateur

„Zwischen surrealem Krimi und Melodram - ein schöner marokkanischer Film ĂĽber eine Welt im Wandel.“ Les Inrockuptibles

„Mit politischer List und filmischer Lust mixt der 40-jährige Marokkaner Faouzi BensaĂŻdi Genres und Formen. Und inszeniert sich selbst als melancholischen und verliebten Killer.“ Thomas Allenbach, Der Bund

„Mit www vollzieht BensaĂŻdi eine postmoderne Revolution. [Der Film ist] ein Opus, ein Film, der nicht verstanden, sondern gefĂĽhlt werden will, gehört und wahrgenommen in der globalen Welt der Kommunikation.“ Mohammed Bakrim, AfricinĂ©

„BensaĂŻdi entfremdet das Kino, recycelt Almodovar, Jarmush (Down by Law), Murnau (Nosferatu), Tati (Playtime), Fellini (Amarcord) oder Arthur Penn (Bonnie and Clyde), und selbstverständlich auch Orson Welles, sein Vorbild, aber auch das Music Hall und die ComĂ©die Musicale, den Zeichentrickfilm, den Thriller, Bollywood, den Stummfilm, die Burleske und sicher noch viele weitere, die mir entgehen. Kurzum, er amĂĽsiert sich.“ Olivier Barlet, Africultures

„Eine Mischung aus Komödie, Gangster- und Liebesfilm: Der Zweitling des Marokkaners Faouzi BensaĂŻdi zeichnet sich durch groĂźe visuelle Verspieltheit aus.“ Julia Marx, Tages-Anzeiger

„Kino vom Besten, fantasiereich und poetisch, mit originellen Bildern erzählt, modern, frech, witzig. Der Film des Marokkaners Faouzi BensaĂŻdi ist eine einzigartige Entdeckung des Weltkinos.“ Programmkino, GĂĽnter H. Jekubzik

„In einem herrlich phantasievollen Durcheinander der Genres, in einer ebenso chaotischen wie widersprĂĽchlichen Stadt auf dem Weg in die Moderne, treffen Menschen voller SehnsĂĽchte und Hoffnungen auf der Flucht vor Enttäuschungen des gesellschaftlichen Elends oder vor persönlicher Einsamkeit aufeinander.“ Didier Plaschy, Nahaufnahme

„Auf GroĂźleinwand mixt BensaĂŻdi die Wiederholungen, die Zeichen und Effekte, lustvoll die EnergieflĂĽsse der Stadt und die der Herzen choreographierend. Diesem formalistischen Feuerwerk fehlt es nicht an Schönheit, doch er ist viel mehr: durch die Kunst der Entfremdung und die Provokation seiner Ă„sthetik behauptet er sich als ein fabelhafter Entwurf eines „Kinos des SĂĽdens“ in der groĂźen Debatte der Globalisierung.“ Olivier Barlet, Africulture

„Durchdrungen von politischem Symbolismus erzählt „WWW - What a Wonderful World“ die Geschichte eines Auftragskillers, der sich in eine Polizistin verliebt. In Casablanca gedreht, spielt der Film auf die Anonymität und Verflechtungen des Lebens in der Metropole. Der spannungsgeladene, komische und romantische Thriller eröffnet in einem schwach beleuchteten, in aquamarin getauchten Tunnel einer öffentlichen Toilette, wo der Auftragskiller Kamel seinem nächsten anonymen Opfer auflauert. Dann wechselt die Kamera nach drauĂźen, zur lebhaften Atmosphäre einer staubigen Seitengasse, wo die Verkehrspolizistin Kenza ihr Handy minutenweise anonymen Kunden und ihrer besten Freundin Souad – Kamels Geliebte – vermietet. Die weit reichende Vision und die intendierten Kontraste der Eingangsszenen setzen den Ton fĂĽr einen minutiös verarbeiteten Film, indem sich Lebenswege sowohl absichtlich wie auch unverhofft kreuzen.“ Africultures

„Dass er den Perspektivwechsel provoziert und neue Repräsentationsräume einbezieht dient dazu, ein neues ästhetisches Brevier zu erfinden, in dem das Bizarre und das Fremde die beruhigenden alten Werte ĂĽberragen. Denn es geht hier tatsächlich um Entfremdung: es ist dringend, die afrikanische Moderne zu denken, wenn man dem reinen Nachahmen entkommen will, doch ohne sich von der Welt abzukapseln, im Gegenteil, indem man sich ihre Referenzen aneignet (…)“ Olivier Barlet, Africultures

WWW - What a Wonderful World
R: Faouzi Bensaidi
Marokko, 99 Min., arabisch, französisch mit dt. UT

SchauspielerInnen: Faouzi BensaĂŻdi (Kamel), Nezha Rahil (Kenza), Fatima Attif (Souad), Hajar Masdouki (Fatima), El Mehdi Elaaroubi (Hitcham), Mohammed Bastaoui (Vater)

Festivals und Auszeichnungen (Auswal)

  • 2009: MedFilm Festival, Rom, Italien, www.medfilmfestival.org; Showcase Morocco (Nuovo Cinema Marocchino / Elogio all'erranza)
  • 2007: CinemaEast Film Festival, New York, www.washingtonmoroccanclub.org/cinemaeastfestival.html 
  • 2007: Istanbul International Film Festival, 2007 
  • 2007: French Film Festival, Athens, 2007 
  • 2007: International Film Festival Rotterdam, 2007 
  • 2006: Venice Days (Giornate degli Autori), 2006 
  • 2006: Dubai International Film Festival, 2006 
  • 2006: The Times BFI, London Film Festival, 2006 
  • 2006: Festival International du Film Francophone de Namur, Belgien, 2006

Regisseur: Faouzi BensaĂŻdi
Faouzi Bensaïdi wurde 1967 in Meknès geboren. Nach dem Schauspielstudium am Theaterinstitut von Rabat erhielt er Rollen in zahlreichen Theaterstücken. Er setzte seine Ausbildung am Conservatoire National Supérieur d'Art Dramatique in Paris fort und inszenierte selber auch verschiedene Bühnenstücke. 1997 legte er seinen ersten Kurzfilm „La falaise“ vor. 1999 wirkte Bensaïdi als Co-Autor für das Script von André Téchinés „Film Loin“, in welchem er auch selber spielte. 2000 drehte er die Kurzfilme „Le mur“, der in Cannes, und „Trajets“, der in Venedig ausgezeichnet wurde. Als Schauspieler war Faouzi Bensaïdi auch im besinnlichen Roadmovie „Le cheval de vent“ seines Landsmanns Daoud Aoulad Syad zu sehen. „Mille mois“ (2003), sein erster abendfüllender Film, wurde 2003 in Cannes ausgezeichnet. 2006 wurde sein zweiter Langfilm WWW.What a Wonderful World für die Venice Days der Mostra Internazionale d’Arte Cinemato grafica in Venedig ausgewählt.

Filmografie 

  • 1998 La Falaise (The Cliff),
  • 2000 Le Mur (The Wall), Kurzfilm
  • Trajets (The Rain Line), Kurzfilm
  • 2003 Mille Mois (A Thousand Months)
  • 2006 WWW.What a Wonderful World
  • 2011 Death for Sale

Faouzi Bensaïdi über www – What a wonderful world
Das Internet

Die Entwicklung mit den Internet-Cafés in Marokko hat mich frappiert. Sie sind wie Pilze aus dem Boden geschossen in einer Welt, die noch so auf Traditionen bedacht war. Das erste Bild war da: Die Beziehung zwischen dem Internet und dem Mobiltelefon in einer Welt, in der die Technik bis dahin keinen Platz hatte.

Der Film noir, das Stumme, die Burleske
Beim Gestalten von WWW - What a Wonderful World hatte ich das Verlangen, die Genres zu vermischen und in eine Art Dialog zu treten mit einem Teil des Kinos, das nicht arabisch ist und von dem ich nicht in einer natürlichen Weise abstamme, das aber auch meines ist. Es sind dies der Film noir, die Burleske, der Stummfilm. Sie alle gehören auch zu mir und zu meiner Vorstellungswelt. Vor allem wollte ich mich mit all dem ganz einfach auch amüsieren.

Die Kommunikation
Es gibt eine Modernität, die ich als wild und auch verletzend bezeichnen würde. Eine Stadt wie Casablanca entwickelt sich in Richtung anderer Großstädte. Casablanca trägt heute das Erbe eines traditionellen Lebens in sich, aber es ist auch geprägt von einer leichten Kommunikation und entwickelt die Neigung zum Einzelkämpfertum, zum Egoismus. Alles ist auf Konsum gebaut, auf technischen Komfort und käufliches Glück.

Das Märchen
Es gibt ein arabisches Märchen, in dem sich ein Prinz ins Bild einer jungen Frau verliebt, von der niemand weiĂź, wo sie lebt. Das hat mich als Kind tief beeindruckt. Mit der Liebesgeschichte im Film kehre ich zurĂĽck zum Geist dieses Märchens, zugleich spiele ich natĂĽrlich auch mit dem romantischen Muster der groĂźen, der unmöglichen Liebe. Und dann schwingt da auch noch ein eminent filmischer Aspekt mit, der mir am Anfang gar nicht bewusst war: Die Begegnung eines Bildes und einer Stimme, das ist Kino. Bild und Ton zu verbinden, darin besteht meine Arbeit als Filmemacher. 

Donnerstag, 2. August 2012, 21.15 Uhr
Freiluftkino Hasenheide
Im Volkspark Hasenheide, 12049 Berlin-Neuköln
Zugang: Hasenheide oder Karlsgartenstr.

U-Bahn: U7 Hermannplatz/U8 Boddinstr.

Eintritt: 6,50 €
Kinder 4,00 Euro; 10er-Karte 50,00 Euro
Diese 10er-Karte ist nur gĂĽltig fĂĽr eine Person pro Vorstellung.
Nicht gĂĽltig bei Fremdveranstaltungen und Konzerten.
Kartenreservierung und Infotelefon: 030-283 46 03

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