Dialogforum & Workshop: Die Gegenwart des antikolonialen Kampfes der "Mau Mau" Bewegung

Am Donnerstag, 7. Oktober 2010 um 19 Uhr laden wir zu einem der Höhepunkte des diesjährigen Dialogforums ins August-Bebel-Institut. Zu Gast sind Vertreter/innen der Kenya Human Rights Commission und der Sprecher der Vereinigung der Mau Mau Veteran/innen, Gitu wa Kahengeri. Bereits 1952 begann die Kenya Land and Freedom Army (KLFA) (von den Briten „Mau Mau“ genannt) den bewaffneten antikolonialen Widerstand in Kenia gegen die Britische Kolonialmacht. Die Briten reagierten mit massiver militärischer Repression und der Internierung in Lagern, was zur Ermordung von 25.000 Kenianer/innen führte gegenüber weniger als 100 getöteten Siedler/innen. Caroline Elkins spricht daher vom bis heute verschwiegenen „Britischen Gulag“. Dank ihres Zugangs zur Presse inszenierte die britische Kolonialmacht ein Bild der KLFA als „terroristische und blutrünstige Vereinigung“.

Das Dialogforum thematisiert die gesellschaftspolitischen Visionen der KLFA-Bewegung und ihren bewaffneten Widerstand unter besonderer Berücksichtigung der Gender-Perspektive. Zudem wird es ganz aktuell um die 2008 eingereichte Entschädigungsklage der Mau Mau–Veteran/innen gegen die britische Regierung gehen.

Im Workshop besteht die Möglichkeit, die Diskussion, die Ziele und den Befreiungskampf der  KLFA/ Mau Mau vertiefend zu diskutierten. Zudem wird es um das koloniale Erbe in Kenia gehen, das die Mau Mau Veteranen auch nach der Unabhängigkeit des Landes gesellschaftlich stigmatisierte. Als Mitarbeiter der Human Rights Commission, die die Klage der Mau Mau gegen die britische Regierung wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ unterstützt kann George Morora zudem die aktuellsten Informationen zum heute noch hoch aktuellen Kampf um Anerkennung und Entschädigung sowie zum laufenden Gerichtsverfahren geben.

Gitu wa Kahengeri wurde in den frühen 1950er Jahren wegen seiner Beteiligung an der Bewegung verhaftet. Heute ist er Vorsitzender und Sprecher der Vereinigung der Mau Mau Veteranen.

Margaret Wangui Gachihi lehrte an der University of Nairobi und ist Expertin zu Gender-Fragen und Mau Mau.

George Morara Monyoncho ist Mitarbeiter der Kenya Human Rights Commission, die die aktuelle Klage der Mau Mau Veteranen gegen die Britische Regierung unterstützt.

Dialogforum & Workshop mit Gitu wa Kahengeri, Margaret Wangui Gachihi & George Morara Monyoncho

Dialogforum
Donnerstag, 7. Oktober 2010

19 Uhr
Eintritt frei
in englischer Sprache mit Simultanübersetzung.

Workshop
Samstag, 9. Oktober 2010

10-17 Uhr
10 € mit Anmeldung
in englischer Sprache

Anmeldung
kontakt(at)august-bebel-institut.de

Kurt-Schuhmacher-Haus
Müllerstraße 163
13353 Berlin
S 41/42
U6 Wedding

Weitere Informationen
www.africavenir.org

In Kooperation mit dem August-Bebel-Institut und Le Monde Diplomatique.

Gefördert von InWEnt aus Mitteln des BMZ, von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) und der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit.

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