Cross Currents - Ein Austauschprojekt über das Zeitgenössische im Tanz in Südafrika und Europa

"Ab dem 12. Juni 2009 lädt die Tanzfabrik zum zeitgenössischen Tanz- und Austauschprojekt ""Cross Currents"" in das Haus der Kulturen der Welt. Cross Curents wird eröffnet mit einer Party Performance.
Eine Band taucht bei einer After-Performance-Party auf. Die Tänzer übernehmen die Musikinstrumente. Stepptänzer kommen hinzu, Formationen entstehen, lösen sich wieder auf. Essen, Trinken, Sprechen, Musik hören und spielen, Tanzen und Zuschauen, sich überraschen lassen.
Auch am 12. Juni wird es eine Party geben. Ab 23 h treffen sich alle beteiligten Künstler von Cross Currents im Haus der Kulturen der Welt, zeigen Videoprojektionen mit den Arbeiten aus Johannesburg und Berlin und feiern.
>> www.tanzfabrik-berlin.de/cc-programm.php
Cross Currents
1. Oktober 2008 - 31. Juni 2009
Ein Austauschprojekt über das Zeitgenössische im Tanz in Südafrika und Europa

Mit u.a. Sello Pesa, Carlos Pez, Maik Riebort, Humphrey Maleka, Nhlanhla Shebeza, Nelisiwe Xaba, Arnold Isaacs, Robin Orlyn, Nelson Adao Gonga, Richard José, Adrian Krause, Ahmad Nabid, Emeka Odife, Milton Paixao, Jelson Segunda, Jeremy Xido, Sybille Müller, Kay Grothusen, Líto Walkey.
Apartheid in Südafrika kann nicht nur als eine extreme Manifestation eines alten, tief in der westlichen Welt verwurzelten Rassismus gesehen werden sondern auch als dramatische aber klare und beispielhafte Metapher und als Paradigma einiger fundamentaler inhärenter Aspekte der gegenwärtigen Weltordnung.“ Pep Subirós, Kurator von „Apartheid. The South African Mirror“, Barcelona, CCCB
Das Projekt „Cross Currents“ initiiert einen Dialog zwischen Künstlern, Tänzern, Theoretikern und verschiedenen Kulturschaffenden und -institutionen, die sich in Südafrika und Deutschland zum Begriff des Zeitgenössischen im Tanz auseinandersetzen. Die Begegnungen sind in Etappen angelegt, mit dem Wunsch eine langfristige Kooperation zu ermöglichen. Zwischen Oktober 2008 und Juni 2009 werden Künstler und Tänzer in Berlin und Johannesburg in verschiedenen Arbeitsformaten und an verschiedenen Tanzperformances arbeiten. Eine Laborprojekt, ein Jugendaustauschprojekt und ein theoretischer und diskursiver Rahmen wird während 8 Monaten vorbereitet. Öffentliche Präsentationen sind in verschiedenen Zusammenhängen im März in Johannesburg und im April und Juni 2009 in der Tanzfabrik Berlin, der südafrikanischen Botschaft und im Festivals IN TRANSIT geplant.
Motiviert durch die gesellschaftspolitischen und konkreten Lebenszusammenhänge der involvierten Künstler und die frappierende Vergleichbarkeit und Unterschiede in der aktuellen Debatte um Integration und die Wirklichkeit von Migranten in unseren Gesellschaften motiviert diese Zusammenarbeit. Berlin und Johannesburg beherbergen eine erstaunliche kulturelle Vielfalt und die Geschichte des Partnerlandes Südafrika erzählt nicht nur von der nationalen Erfahrung des Landes sondern spiegelt ein Europäisches Vermächtnis rassistischer Ideologien und Klischees, die von der westlichen Moderne praktiziert wurden. Der Begriff des Zeitgenössischen bewegt die Kunst, sei es Diskussionen über die „Neue Musik“ oder die Frage nach der Legitimation zeitgenössischer Künstler zu sein, ob bildend oder darstellend, und die nach seiner Definition. Der zeitgenössische Tanz mit seinen spezifischen Methoden und Techniken beschäftigt sich mit physischer Präsenz und der Repräsentation des Körpers wie auch seinem Verhältnis zu und seine Verwurzelung in der Gesellschaft. Wie nah sind sich Fragestellungen und welcher Einfluss wird in den Arbeiten präsent?
Das Laborprojekt der Choreografen Sello Pesa und Carlos Pez mit Tänzern aus Südafrika und Europa ist ein zentraler Teil des Gesamtprojektes. In 3 Phasen finden künstlerische Recherchen im halböffentlichen Raum und im Studio zu Fragen von Repräsentation, performative Räume und Imagination statt. In ihrer Zusammenarbeit werden beide den möglichen und unmöglichen Verknüpfungen unterschiedlicher choreografischer Ansätze auf den Grund gehen und in unüblichen Aufführungsformaten präsentieren. Der performative Raum soll hinterfragt, die Verbindung von Emotion und Musik erforscht, Aspekte zu Fiktion und Text im Tanz aufgegriffen und eine ‚Kitchen Performance’ erarbeit werden, die das Thema „Food“ mit den genannten Fragestellungen verbindet.
Das Jugendprojekt mit dem Partner „Ntsoana Dance Company“ des Choreografen Sello Pesa aus Johannesburg besteht aus einer Gruppe von 8-10 Personen im Alter von 15-18 Jahren mit unterschiedlicher kultureller Herkunft (Deutschland, Frankreich, Angola, Sudan, Afghanistan), einige verbunden mit einem Asylprojekt „Kulturinsel e.V. n Berlin. Ihre Arbeit begann letzten November mit einem Gespräch des Künstlers Jeremy Xido, der sein „Angolan Project“ zu Auseinandersetzung über Identitätsfragen in Portugal lebender junger Menschen angolanischer Herkunft vorstellte. Maik Riebort, in Berlin lebender Choreograf und Performer arbeitet seit November 2008 regelmässig mit den jungen Tänzern zu Identität und Herkunft. Workshops mit der südafrikanischen Künstlern Robyn Orlin und dem Choreografen Sello Pesa wie auch dem Soziologen Arnold Isaacs werden die Arbeit ergänzen. Ein erstes Showing dieser Zusammenarbeiten wird im April in der Tanzfabrik Berlin präsentiert.
Kontext
Weitere Veranstaltungen im Rahmen von IN TRANSIT im Haus der Kulturen der Welt vom 11.-21.6.2009 sowie in der Tanzfabrik Berlin und Botschaft der Republik Südafrika, Berlin. Lectures und Gespräche mit den beteiligten Künstlern und eingeladenen Experten über gesellschaftspolitische Hintergründe, ästhetische Positionen und Formen der Zusammentreffen.
Eine Projekt der Tanzfabrik Berlin in Zusammenarbeit mit Goethe-Institut Johannesburg, Nyakasa, Johannesburg, IN TRANSIT, Kulturinsel Berlin. Gefördert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin. Mit freundlicher Unterstützung von Soroptimisten, First Bussiness Travel, Africavenir, Evin e.V. "

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