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AfricAvenir erhält Prix International Condorcet-Aron pour la démocratie

Der in Berlin ansässige Verein AfricAvenir International e.V. wurde am 17.9.2009 im „Parlament der französischen Gemeinschaft Belgiens“ in Brüssel mit dem Condorcet-Aron Preis in der Kategorie „Prix de la réalisation étrangère“ (Preis für eine ausländische Leistung) ausgezeichnet. Der mit 1.500€ dotierte Preis wird jährlich vergeben vom Zentrum für politische Forschung und Lehre (CREP) mit dem Ziel, engagierte Einzelpersonen und Organisationen zu würdigen, die sich in besonderer Weise zur Stärkung humanistischer Werte und der Demokratie einsetzen. Die ausgezeichneten Personen und Initiativen verbinden in herausragender Weise kritische Reflexion und praktische Aktivitäten.

In der Begründung der Jury hieß es: „AfricAvenir International e.V. trägt durch unterschiedliche Aktivitäten und kulturellen Austausch zur Sensibilisierung der deutschen Öffentlichkeit für neue Perspektiven auf den afrikanischen Kontinent bei. (…) Es geht nicht darum, über den afrikanischen Kontinent zu sprechen, sondern afrikanischen Expert/innen und Aktivist/innen selbst eine Plattform zu bieten und mit ihnen ins Gespräch über ihre Positionen und Perspektiven zu kommen. Gleichzeitig leistet AfricAvenir auch einen wichtigen Beitrag bei der kritischen Aufarbeitung der Kolonialgeschichte Deutschlands und Europas.“

Zu den internationalen Preisträgern der letzten Jahre in den 8 verschiedenen Kategorien zählen u.a. Persönlichkeiten wie die Französische Politikerin und ehem. Präsidentin des europäischen Parlaments Simone Veil, der ehemalige ruandische Hotelmanager Paul Rusesabagina, dessen Rettungsaktion während des Völkermordes an den Tutsi durch den Film „Hotel Ruanda“ international bekannt wurde oder die Ärztin und Schriftstellerin Taslima Nasreen aus Bangladesh, die sich für die Gleichberechtigung der Frau und gegen die Unterdrückung nicht-islamischer Minderheiten in islamisch geprägten Gesellschaften einsetzt.

Eric Van Grasdorff nahm den Preis im Namen aller Sektionen von AfricAvenir International in Kamerun, Namibia, Deutschland und Österreich an und sagte: „Wir widmen diesen Preis allen jungen Freiwilligen, die sich in Afrika und Europa unermüdlich und oft unter Inkaufnahme zahlreicher persönlicher Opfer für die Ideale der Organisation einsetzen. Dieser Preis ist für uns eine große Ehre und eine wichtige Bestätigung unseres Engagements.“

Die Anfang der 1980er Jahre in Kamerun gegründete Organisation AfricAvenir International arbeitet seit 2003 als gemeinnützger und politisch unabhängiger Verein in Berlin für eine gleichberechtigte Partnerschaft zwischen Afrika und Europa.

Aktuell präsentiert AfricAvenir International e.V. noch bis zum 30. September 2009 die Ausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ in den Uferhallen in Berlin-Wedding. Den Höhepunkt des Begleitprogramms zur Ausstellung und zugleich die Abschlussveranstaltung des 9. Internationalen Literaturfestivals Berlin bildet die Deutschlandpremiere des Hip-Hop Musicals „Die vergessenen Befreier - A nos morts“ am 20.09.2009 um 20 Uhr im Haus der Berliner Festspiele. Stark beeinflusst von der Hip-Hop-Kultur französischer Vorstädte erinnert die zeitgenössische Performance mit poetischen Texten, urbanem Sound und einer beeindruckenden Tanzchoreographie an die Millionen Soldaten aus den französischen Kolonien, die mithalfen, die Welt vom Faschismus zu befreien.

Parallel präsentiert AfricAvenir International noch bis zum Jahresende die Veranstaltungs-reihe „RE/VISIONEN – Zeitgenössische Kunstperspektiven aus Afrika“. Dazu zählt neben dem abwechslungsreichen Filmprogramm im Hackesche Höfe Filmtheater, einer Tanz- und einer Poetry-Performance auch die Ausstellung von Videoinstallationen in Kooperation mit der DAK’Art, der Kunstbiennale von Dakar.

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