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Kooperation: Wassermusik 2010 mit Geoffrey Oryema, Rasha und Mohamed Mounir

Bei den ersten zwei Ausgaben des Freiluft-Sommerfestivals des Hauses an der Spree standen Südseeflair und karibische Sounds im Mittelpunkt. Diesmal geht es auf den großen Strömen tief ins Herz der Kontinente. Die bewegten Wasser von Donau, Amazonas und Nil spülen ihren Klang an die Gestade der Spree, genauer gesagt: in Konzerte auf Berlins einzige konzerttaugliche Dachterrasse. Die Filmreihe nimmt die Atmosphäre der Musik auf und projiziert große (Fluss-) Gefühle auf die Open-Air-Leinwand.

Die Schreibwerkstatt Liquid Writing – Schreiben im Fluss ermöglicht den Sprung ins kalte Wasser: den Wechsel vom Konsumenten zum Produzenten von Literatur. Und wieder dabei: unser Wasserradio . Für Gedanken im Überfluss sorgt bei Sommergesprächen der Philosoph und ehemalige Seemann Michel Serres.

Das Festival ist wasserfest! Bei Regen in der Halle.

Tickets: https://www.hkw.de/de/top/service/tickets/information/cts-ticketbestellung.php

Btownbusted feat. Johnny Strange [Culcha-Candela] (D)
Konzert
Fr 06.08.2010 19:00h
Berlin-Kampala-Connection: Berlin, die "ruinierte Stadt", ist Heimat der vielköpfigen Dance-Hall-Band Culcha Candela und ihres Frontmanns. Der Mitbegründer und Sänger der Gruppe hat aber noch eine zweite Heimat: In Uganda, dem Staat am Oberlauf des Nil, sind seine Eltern geboren, lebt Familie. Hier unterstützt John Magiriba Lwnga aka Johnny Strange auch Schulprojekte.
Bei WASSERMUSIK widmet er sich mit Btownbusted einem Nil-Special. Mit Sängerin Sol und ihrer voluminösen Stimme und einer sehr individuellen Mischung aus Ragga, Reggae, Jazz-Breaks und funkigen Gitarren präsentiert Johnny Strange jetzt ein ganz eigenes Projekt.
Btownbusted - Reinhören bei MySpace.com/berlinbusted

Geoffrey Oryema (Uganda)
Konzert
Fr 06.08.2010 20:30h
Hypnotische Stimme von den großen Strömen
Für die „New York Times“ ist er der „Leonard Cohen of Africa“. So wie Cohen verbindet Oryema Intellekt mit einer Stimme von unverkennbarem Timbre. Noch in Uganda war er als Kind von der "Musik angesteckt worden" (O-Ton Oryema). Als sein Vater unter Idi Amins Regime bei einem mysteriösen Autounfall starb, flüchtete Oryema 1977 ins Exil nach Paris. "Exile" hieß denn auch seine erste CD - von Peter Gabriel produziert, mit viel Elektronik und hypnotischen Beats.
Seine Lieder sind häufig von lyrischer Melancholie, gepaart mit pulsierendem Afro-Pop. Aber Oryema will nicht stehen bleiben und nicht ausschließlich über seine Herkunft definiert werden. So arbeitete er mit französischen Chansonniers, mit Jazzern, mit Brian Eno, David Byrne und Lokua Kanza. Dabei geht es ihm immer um Lieder "straight from the Heart": Sie halten die Sprachen seiner Kindheit Swahili und Acholi wach - und die Erinnerung an das "weite grüne Land" in der Nähe der großen Wasser.

Geoffrey Oryema: Reinhören auf www.myspace.com/geoffreyoryema

Divizionz
Ugandischer Musik-Film
Fr 06.08.2010 22:00h
R: Yes! That’s Us, Uganda/Südafrika 2007, 91 min, OmE

Vier talentierte Musiker und eine Chance groß raus zu kommen. Kapo, Bana, Kanyankole und Mulokole leben in „Central Division“, einem Vorort von Kampala. Jeder der vier Jugendlichen stammt aus einem anderen Teil Ugandas und verkörpert die „typischen“ Charaktereigenschaften seiner Heimatregion. Ihre Freundschaft speist sich aus diesen Gegensätzen, droht aber auch daran zu zerbrechen, als die vier die Chance bekommen bei einem Karaoke-Wettbewerb in der City aufzutreten. Bereits auf dem Weg in die Stadt werden sie beraubt. Ohne Geld und Ausrüstung setzen die vier ihre abenteuerliche Reise durch den Großstadtdschungel fort. Dieser Film über Freundschaft und Ehrgeiz und das soziale Leben in den Banlieues ostafrikanischer Großstädte ist eine weitere erfrischende Arbeit des Regie-Kollektivs „Yes! That’s Us“ aus Kampala.

Rasha (Sudan/Spanien)
Konzert
Sa 07.08.2010 19:00h
Ihre Konzerte leben von ihrer weichen Klangfärbung: Rashas Stimme schwebt manchmal lyrisch, manchmal in orientalischem Scat-Gesang über Laute, Tambourin und Darbukka-Trommeln, auch westlichen Streichern, Saxophon und Gitarre. Gesänge im Merdoum-Stil, der einst mit den arabischen Nomaden nach Sudan kam, wechseln ab mit sudanesischer Rumba und Reggae-Variationen.
Die Experimentierlust Rashas ist mit der von Radio Tarifa zu vergleichen, der bewusst eklektischen Band, mit der sie seit ihrer Emigration von Khartum nach Spanien den Austausch pflegt. Mit Maria Salgado auf der spanischen, Seydu aus Sierra Leone auf der afrikanischen Seite hat sie schon CDs aufgenommen - ein Spagat zwischen Kontinenten. Radio 1 meint in schlichter Begeisterung: „Lovely Stuff“.

Mohamed Mounir (Ägypten)
Konzert
Sa 07.08.2010 20:30h
Sufi-Pop mit Charisma
Mit seiner Ausstrahlung, seinem einfühlsamen Gesang, dem ständigen Dialog mit dem Publikum ist Mohamed Mounir eine Mischung zwischen Rockstar und orientalischem Chansonnier. Auf Hochzeiten ist er genauso beliebt wie bei kritischen Intellektuellen Äyptens wie Europas.

Seine Mischung aus der traditionellen nubischen Musik seiner Heimatregion rund um Assuan und Reggae, Funk und arabischem Pop wirkt einfach unwiderstehlich. Er bringt Musik für leidenschaftliches Tanzen, aber mit Botschaft. Nach 9/11 knüpfte er an die Musik der Sufis an, um zu zeigen: Islam ist nicht gewalttätig, sondern mystisch und tolerant. Unvergessen auch sein fulminanter Auftritt im HKW am Tag des Einmarschs der USA in Irak, bei dem er und das Publikum den Abend gemeinsam wie trunken beschlossen. Mounir ist die charismatischste und vielschichtigste Figur an Ägyptens Pop-Himmel.

Mehr Infos und Reinhören:
Die Website www.mshwarmounir.com
Der YouTube-Channel: /www.youtube.com/MeshwarMounir

Umm Kulthum: A voice like Egypt
Musik-Dokumentation
Sa 07.08.2010 22:00h
R: Michal Goldman, USA 1996, 67 min, engl. OF

Jedes zweite Café in Berlin Neukölln ist nach ihr benannt: Nach Umm Kulthum, der Diva der arabischen Musik, in ihrem Können und in ihrer Bühnenpräsenz vergleichbar einer Maria Callas. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Nil-Delta als Bauerntochter geboren, stieg sie im Verlauf ihrer Karriere zu einer wohlhabenden und mächtigen Frau auf. Bei ihrem Begräbnis im Jahre 1975 säumten vier Millionen Menschen die Straßen Kairos. Die in Boston lebende Dokumentarfilmerin Michal Goldman hat sich in „Umm Kulthum: A voice like Egypt“ auf die Suche nach jener Frau begeben, die zum Symbol der Hoffnungen und Sehnsüchte eines ganzen Landes auf dem Weg in eine postkoloniale Moderne werden sollte. Omar Sharif schrieb das Drehbuch zu dieser preisgekrönten Dokumentation.

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