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Nest of Stones: Kenyan Narratives in Verse – Lesung mit Wanjohi Wa Makokha am Freitag, 6.5.2011, 19 Uhr

Am Freitag, den 6. Mai 2011 um 19 Uhr lädt AfricAvenir zur einer Lesung des kenianischen Autors und Literaturwissenschaftlers Wanjohi Wa Makokha. In der Galerie Listros stellt er seinen in englisch verfassten Gedichtband Nest of Stones: Kenyan Narratives in Verse vor und diskutiert im Anschluss mit dem Publikum über Kenia nach den Präsidentschaftswahlen 2007/08.

„No poet is an island. We exist in our work because poetry itself and other poets, past, present and future, exist.“ Der Autor macht mit dieser Aussage auf ein zentrales Charakteristikum seines Werkes aufmerksam: der Bezug seiner Poesie zu anderen Autor/innen und zur kenianischen Wirklichkeit. Wie viele junge Autor/innen Kenias verarbeitet und kommentiert er das Zeitgeschehen, um seinem poetischen Werk auch ein historisches Gewicht zu verleihen und somit zum Schreiber der eigenen Geschichte zu werden.

Kenianische Zeitgeschichte in Versform
Makokhas Gedichtband Nest of Stones: Kenyan Narratives in Verse, herausgegeben von dem African Books Collective, thematisiert unter anderem die 2007/08 in Kenia durch die Präsidentschaftswahlen ausgelösten Unruhen, die Kenia bis heute erschüttern. Die Oppositionspartei hatte nach der Wiedereinsetzung des vorher amtierenden Präsidenten Mwai Kibaki mit dem Vorwurf der Manipulation die Wahl angezweifelt. Gewakttätige Auseinandersetzungen folgten und forderten zahlreiche Tote.

Wa Makokha greift das unsinnige Blutvergießen in seinen Versen auf und porträtiert die unruhige Zeit dabei eindrücklich. Pointiert und ohne idealisierenden Blick auf die Wirklichkeit wird dabei aus einem rein kenianischen Thema eine universelle Philosophie, da Konzepte wie menschliche Gemeinschaft, das Konstrukt der „Nation“ und die Erfahrung „ethnischer“ und politischer Spaltung nicht nur ostafrikanische Problemstellungen darstellen. Die jüngsten Ereignisse im Norden des Kontinents haben Afrika in den Fokus der globalen Aufmerksamkeit gestellt. Doch die Nachrichten aus Libyen, Ägypten und Tunesien lassen nicht nur aufhorchen, sondern auch nachdenken über die politische Verantwortung der Westlichen Welt und der Frage nach einer staatenübergreifenden menschlichen Gemeinschaft.

Durch seine politische Poesie möchte Wa Makokha einer Welt der Menschlichkeit und der gegenseitigen Solidarität näher kommen. Poesie ist so für Makokha nicht „nur“ Kunst, sondern auch ein Beitrag, dem Traum einer besseren Welt ein bisschen näherzukommen.

Pressestimmen
„Poesie ist als literarische Gattung wahrscheinlich am besten dafür geeignet, um in Zeiten der Krise Schmerz und Hoffnung auszudrücken.“ Kenya 360

„Wa Makokha schreibt Lyrik als Architektur, Lyrik als Skulptur, Lyrik als visuelles und strukturelles Engagement (...) Wenn man dieses Buch liest, tritt man ein in eine Wortgalerie.“ Shailja Patel, kenianische Autorin und Sozialaktivistin

„Wa Makokhas Verse flüstern, sprechen, schreien, weinen und lachen zur gleichen Zeit. Sie nehmen dich mit in ihre Geschichte, ihren Schmerz, ihre Stille, ihre Lautstärke. Sie ärgern dich mit ihrem verstädterten Kiswahili, mit dem der Dichter so vertraut ist; sie schleudern dich bis an den äußersten Rand der Reflexion und reißen dich zurück in ihre Klarheit. In ihrem grundsätzlichen Wesen sind sie schön.“ Dr Susan N. Kiguli, ugandische Dichterin, in 'The African Saga' (1998)

„Die Verse in 'Nest of Stones' bilden eine Reihe, eine parodisierende, spottende, stichelnde Kette, die nahezu subtil eine alternative ethische Dimension vorschlägt. Sie sind energetisch, poetisch und durchdringend. Der Ton des Dichters ist sowohl mystisch als auch enthüllend; er formuliert die Fragen ohne zu eindeutig oder herablassend zu sein. In diesem Buch politisiert Wa Makokha die Poesie des Gedächtnisses, um so über eine erbärmliche und schmerzvolle Gegenwart hinauszugehen, die nichts anderes als noch mehr Schmerz hervorbringen kann.“ Professor Ali Jimale Ahmed, somalischer Dichter, in 'Fear is a Cow' (2002)

„Eine ergreifend poetische und emotionsbeladene Sammlung – aus dem Herzen eines passionierten jungen Kenianers mit einer authentisch afrikanischen Stimme. Er reflektiert die Rauheit der PEV-Ära und zwingt uns dazu, in den Spiegel zu schauen.“ Sandra Mushi, tansanische Dichterin, in „Rhythm of my Rhymes“ (2007)

Der Autor
Während der 1979 geborene Autor unter dem Künstlernamen Wanjohi Wa Makokha poetische Texte veröffentlicht, ist Justus Kizito Siboe Makokha vor allem als Literaturwissenschaftler tätig, aktuell am Institut für englische Philologie der Freien Universität Berlin. Dort forscht und lehrt er zur englischen Literatur Asiens und Afrikas. 2010 veröffentlichte er gemeinsam mit weiteren Literaturwissenschaftlern den  Aufsatzband Tales, Tellers and Tale-Making: Critical Studies on literary stylistics and narrative styles in contemporary African Literature, der unterschiedliche literarische Gattungen in Afrika und ihre neuen Strömungen thematisiert, dabei exemplarisch verschiedene repräsentative Werke bekannter afrikanischer Autoren betrachtet, stellt dafür eine solide Grundlage dar.

Nest of Stones - Lesung mit Wanjohi Wa Makokha
Freitag, 6. Mai 2011, 19h
Galerie Listros
Kurfürstenstr. 33, 10785 Berlin
U1, M85 Kurfürstenstraße
Eintritt 5 € / 3€ erm.

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