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50 Jahre algerische Unabhängigkeit: „Chronique des années de braise / Chronik der Jahre der Glut“, OmEnglU, SO, 11.11.2012, 16 Uhr

Am Sonntag, den 11. November 2012 um 16 Uhr (!) lädt AfricAvenir in Kooperation mit der Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Algerien und Yedd e.V. zur Filmvorführung des algerischen Klassikers und Gewinners der Goldenen Palme in Cannes 1975 „Chronique des années de braise“ (OmEnglU) von Mohammdad Lakhdar Hamina. Dieses epische Meisterwerk, dessen Geschichte 1939 beginnt und am 11. November 1954 endet, zeigt anhand ausgewählter historischer Ereignisse auf meisterliche Weise auf, dass der 1. November 1954 – Datum des offiziellen Beginns des Algerienkrieges – die Kulmination eines langen Widerstandskampfes war, der bereits mit der gewaltsamen Landung der Franzosen am 5. Juli 1830 begann.

„Mit diesem Film hatte ich das Bedürfnis zum ersten Mal zu erklären wie es zu, Algerienkrieg gekommen ist. Diese Revolte, aus der algerische Revolution erwuchs war nicht nur eine Revolte gegen den Kolonisator, sondern gegen die Bedingungen menschlicher Existenz (...) Mein Film ist lediglich eine persönliche Sicht, auch wenn er sich auf konkrete Ereignisse stützt.“ Mohammdad Lakhdar Hamina

„Dieses filmische Meisterwerk ist ein großartiger Epos mit großer visueller Kraft.“ Yacine Benyahia 

„Dies ist ein großartiger Film und gleichzeitig ein bemerkenswertes historisches Dokument, das durch seine ästhetische Qualität glänzt (...) Wie und warum es zur algerischen Revolution am 1. November 1954 kam, dies ist das Thema dieses epischen und von umwerfenden Bildern durchsetzten Films (...)“ Robert Chazal – France-Soir

Gewinner der Goldenen Palme in Cannes 1975

Im Anschluss an den Film findet ein Publikumsgespräch mit dem Historiker Dr. Radouane Belakhdar statt, gefolgt von einem von der algerischen Botschaft gesponsorten kleinen Empfang im Kinofoyer.

Synopsis
Chronique des années de braise (OmEnglU) erzählt die Geschichte von Ahmed, einem armen Landwirt, der sein Dorf verlässt, um in der Stadt ein besseres Leben zu suchen. Dort lernt er Milhoud kennen, einen irrwitzigen Visionär, wird jedoch auch mit dem Elend und der kolonialen Ungerechtigkeit konfrontiert. Anhand der Geschichte von Ahmed und seiner Familie werden wir über mehrere Generationen Zeugen des langjährigen Widerstands- und Befreiungskampfs des algerischen Volkes gegen die Französische Kolonialherrschaft. Dieser Film, dessen Geschichte 1939 beginnt und am 11. November 1954 endet, zeigt anhand ausgewählter historischer Ereignisse auf meisterliche Weise auf, dass der 1. November 1954 – Datum des offiziellen Beginns des Algerienkrieges – die Kulmination eines langen Widerstandskampfes war, der bereits mit der gewaltsamen Landung der Franzosen am 5. Juli 1830 begann.

Hintergrund
Der Film "Chronique des années de braise" ist ein lyrisches Epos über die Ereignisse, die zum algerischen Unabhängigkeitskampf gegen Frankreich führten. Im Vorfeld des Film Festivals in Cannes war eine heftige Debatte entbrannt, ob der Film überhaupt im Programm zugelassen werden dürfe. Aufgrund von Bombendrohungen wurde das gesamte Festival lahm gelegt. Die Jury Mitglieder wurden unter Druck gesetzt, die algerische Delegation erhielt Morddrohungen und zwei Bomben gingen tatsächlich in unmittelbarer Nähe der Filmfestspiele in die Luft. Trotz dieser Polemik wurde der Film mit der begehrten Goldenen Palme ausgezeichnet. Damit war Regisseur Mohammdad Lakhdar Hamina zugleich der erste (Nord-)Afrikanische und Arabische Preisträger dieser Auszeichnung.

Trotz der Krönung mit diesem wichtigen Filmpreis und trotz der allgemeinen Einschätzung als bahnbrechender Klassiker, blieb " Chronique des années de braise " bis heute ein weitgehend unbeachtet und fand kaum den Weg auf die Leinwände. Umso mehr freuen wir uns, dass wir dank der Recherche unserer Sektion in Windhoek und der Unterstützung durch die algerische Botschaft in Berlin in der Lage sind, dieses filmische Mneisterwerk in Berlin zu zeigen.

"Chronique des années de braise" ist ein aussergewöhnlicher Film. Seine Aussagen sind heute noch so relevant wie damals. Dies war keine gewöhnliche Produktion. Jede Szene ist eine perfekt inszenierte Mise-En-Scene. Die Aufnahmen, insbesondere die Weitwinkel Aufnahmen mit grosser Kulisse des berühmten Cinematografen Marcello Gatti (bekannt durch "Battle of Algiers"), können mit jeder Hollywood-Produktion aus dieser Zeit mithalten.

Regisseur
Mohammdad Lakhdar Hamina ist eine der wichtigsten Figuren des algerischen Filmschaffens. Als der Algerienkrieg ausbricht zieht er nach Tunis, wo er für die algerische Interimsregierung (GPRA) arbeitet. Bei seiner Rückkehr nach Algerien 1962 gründet er das „Office des Actualités Algérien“ und leitet später das „Office National pour le Commerce et l'Industrie Cinématographique“ (ONCIC). Bereits sein erster Langfilm „Le Vent des Aurès“ wird beim Filmfestival in Cannes 1967 ausgezeichnet. “Decembre” (1972) ist eine bewegende und tiefgründige Untersuchung der Psychologie und des moralischen Dilemmas in dem sich ein französischer Soldat und ein algerischer Widerstandskämpfer befinden. Beide Kämpfer stehen sich in einem Willenskampf gegenüber, als in einem Verhör die Folter- und Gewaltpegel eskalieren.  Mit “ Chronique des années de braise” gewinnt er 1975 in Cannes die Goldene Palme. 

Filmografie

  • 1966 : Le Vent des Aurès (Rih al awras)
  • 1968 : Hassan Terro (Hasan Tiru)
  • 1973 : Décembre(Dicember)
  • 1975 : Chronique des années de braise (Waqai sanawat al-djamr)
  • 1982 : Vent de sables
  • 1986 : La Dernière image (Al-sûr al-akhira)

Chronique des années de braise / Chronik der Jahre der Glut
Spielfilm, Algerien, 1975, 177 Min.
R Mohammed Lakhdar-Hamina
D Jorgo Voyagis (Ahmed), Mohammed Lakhdar-Haminia (Milhoud) und Sid Ali Kouiret (Said) 

Sonntag, 11. November 2012
16.00 Uhr

Eintritt: 7,50€
ermäßigt: Berlinpass, Gildepass, Heavy User Card, Filmreihe-Pass (Weitere Informationen: www.hoefekino.de/preise-und-rabatte)

Karten und Auskunft
030 283 46 03

Hackesche Höfe Kino
Rosenthaler Str. 40/41
10178 Berlin
S Hackescher Markt
U Weinmeisterstraße

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Weitere Informationen
www.africavenir.org 

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