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Dialogforum mit Odile Tendeng (Gorée Institute, Dakar) über „Malis Ressourcenfluch?! – Ein weiterer Konflikt um Uran?" DI, 09. Oktober 2012, 19 Uhr, August-Bebel-Institut

[Translate to deutsch:] odile tendeng

Im Rahmen des Projekts „Paradoxien der Nachhaltigkeit - Wie sozialgerecht sind 'grüne' Technologien wirklich?“ lädt AfricAvenir am Dienstag, den 09. Oktober 2012 um 19 Uhr zum Dialogforum mit der senegalesischen Expertin für Friedens- und Konfliktforschung Odile Tendeng zum Thema „Malis Ressourcenfluch?! - Ein weiterer Konflikt um Uran?“ 

Seit März 2012 sorgt der Konflikt in Mali für Schlagzeilen. Militärputsch, Abspaltung der nördlichen Region Azawad und Menschenrechtsverletzungen. Entgegen der einseitigen Berichterstattung in Deutschland analysiert Odile Tendeng den Konflikt und die dahinter stehenden Interessen kritisch und aus dezidiert afrikanischer Perspektive: Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem stetigen Energiebedarf des globalen Nordens, auch nach der „Energiewende“, und Konflikten wie im Norden Malis? Welche wirtschaftlichen und politischen Interessen sind wirklich entscheidend? Tendeng thematisiert die heterogenen Ursachen des Konflikts sowie die Rolle und Verantwortung der Internationalen Gemeinschaft, der Afrikanischen Union und der regionalen Wirtschaftsgemeinschaften Westafrikas.

Trotz der eingeleiteten „Energiewende“ in Deutschland und einem weltweiten Trend hin zu erneuerbaren Energien, ist die globale Abkehr von atomarer Energie noch in weiter Ferne. Außer Deutschland lassen die meisten Länder ihre Atomkraftwerke ungehindert weiter laufen bzw. bauen die Atomenergie weiter aus. Uran bleibt damit ein wichtiger Rohstoff für die Energiegewinnung. 

AfricAvenir fragt nach dem Zusammenhang zwischen dem aktuellen Konflikt in Mali und dem ständig steigenden Rohstoffbedarf in Europa. Tendeng geht der Frage nach, welche Rolle insbesondere  Uranvorkommen in Mali spielen. Uran dient der Energiegewinnung in Kernkraftwerken, der Herstellung von Kernwaffen und anderer Uranmunition – die ist alles andere als nachhaltig, noch weniger die Abbaubedingungen vor Ort. Wessen Interessen aber spielen beim Rohstoffabbau in Mali eine Rolle? Und wie ist der Zusammenhang zwischen dem generell weiterhin wachsenden Rohstoffbedarf des Westens und regionalen Konflikten wie in Mali?

Das Dialogforum thematisiert die komplexen politischen und wirtschaftlichen Ursachen in der Region und auf internationaler Ebene für die Spannungen in Mali. Auf den ersten Blick geht es um die Option einer Spaltung in einen säkularen Süden und einem islamistisch besetzten Norden und politische Machtinteressen, wie aber sehen die Umstände bei tieferer Betrachtung aus? Welche weiteren Motivationen spielen eine Rolle? Was sind Interessen der Nachbarländer? Welche Rolle spielt die Intervention in Libyen? 

Odile Tendeng ist Expertin für Friedens- und Konfliktforschung und Programmkoordinatorin der Alliance for Peace Initiatives am renommierten Gorée Institut in Dakar (Senegal). Diese panafrikanische zivilgesellschaftliche Organisation setzt sich für friedliche, selbstständige und offene Gesellschaften in Afrika ein. Die Vernetzung mit demokratischen und transparenten Institutionen weltweit spielt dabei eine wichtige Rolle. Odile Tendeng gilt als bedeutende Kämpferin gegen den Kolonialismus und setzt sich stetig für gesellschaftlichen Wandel ein.

Das Dialogforum findet in Kooperation mit dem August-Bebel-Institut (ABI) statt und wird in Deutsch gehalten.

Das Projekt "Paradoxien der Nachhaltigkeit" findet statt mit der finanziellen Unterstützung des BMZ und der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit (LEZ).

Dienstag, 09. Oktober 2012, 19 Uhr
August-Bebel-Institut
Müllerstraße 163
13353 Berlin
U6/S Wedding

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