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Dialogforum mit Sanou Mbaye: Afrika und Europa: Wer entwickelt eigentlich wen? Ökonomische Wege zu Afrikas Unabhängigkeit auf der Grundlage einer sich selbst tragenden Entwicklung, 7.11.2012, 19 Uhr, GLS Sprachenzentrum

sanou mbaye

Am Mittwoch, 7. November 2012 um 19 Uhr lädt AfricAvenir in Kooperation mit der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD), AFROTAK TV cyberNomads und jozi.tv im Rahmen des langfristigen Fokus auf |+| endogene Entwicklungswege ins GLS Sprachenzentrum zum Dialogforum mit dem Senegalesischen Ökonom Sanou Mbaye zum Thema "Afrika und Europa: Wer entwickelt eigentlich wen? Ökonomische Wege zu Afrikas Unabhängigkeit auf der Grundlage einer sich selbst tragenden Entwicklung"(Sprache: Englisch!) Das gemeinhin in Europa herrschende Weltbild baut auf einem über Jahrhunderte gepflegten Mythos auf: Dem festen Glauben an den eigenen zivilisatorischen Vorsprung gegenüber dem Rest der Welt, auf den allein der heutige Reichtum und Wohlstand in Europa zurückzuführen sei. Durch Entwicklungszusammenarbeit und Direktinvestitionen, so der unhinterfragte Glaube, „helfe“ Europa Afrika bei seiner Entwicklung. Aber entspricht diese Vorstellung auch der Realität? Hat sich wirklich so viel verändert zwischen den Jahrhunderten, in denen Europa mittels Sklaverei und Kolonialismus das ökonomische Fundament seiner heutigen wirtschaftlichen Machstellung legte?  

 Als ausgewiesener ökonomischer Experte wird Sanou Mbaye hierauf konkrete Antworten liefern. Um zu klären, wer eigentlich wen „entwickelt“ wird er die realen Kapitalflüsse zwischen Afrika und Europa analysieren und als „Spezialfall“ der Frage nachgehen, wem das monetäre System des Franc CFA im frankophonen Afrika eigentlich nützt. Nach der Kritik wird Mbaye mögliche monetäre und ökonomische Gegenentwürfe aus afrikanischer Perspektive zur Herstellung einer eigenständigen Entwicklung vorstellen. Welche Perspektiven könnten sich durch die Gründung einer afrikanischen Zentralbank und eines afrikanischen Währungsfonds ergeben? Welche wirtschaftlichen Potentiale liegen in der Gründung einer afrikanischen Diasporabank zur Kanalisierung der privaten Kapitaltransfers zwischen Diaspora und Kontinent? Mbaye zieht seine Schlüsse auch aus der Analyse mehrerer Jahrzehnte gescheiterter Strukturanpassungsmaßnahmen durch Weltbank und IWF. In Zeiten der Eurokrise sollten diese Erfahrungen gerade in Europa sehr ernst genommen werden.  

Sanou Mbaye
Sanou Mbaye ist ein in London lebender senegalesischer Entwicklungsberater und ehemaliger Mitarbeiter der Afrikanischen Entwicklungsbank. Er ist der Autor von “L'Afrique au secours de l'Afrique” (Afrika zur Rettung Afrikas) und hat eine Vielzahl von Artikeln zur Wirtschaft des afrikanischen Kontinents geschrieben, die u.a. in Le Monde Diplomatique oder Jeune Afrique erschienen sind. Sanou Mbaye zeigt auf, dass Afrika bereits alle Karten in der Hand hat, um seine Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen. Er analysiert die strukturellen Ursachen, die zu der Spirale aus Armut und Gewalt geführt haben und macht die Verantwortlichkeiten des Westens sichtbar, ohne die afrikanischer Regierungen zu verschweigen. Seine klarsichtige, multi-dimensionale Analyse bietet eine bandbreite an innovativen Lösungsansätzen, die es dem afrikanischen Kontinent ermöglichen werden, seine Entwicklung selbstbestimmt voranzubringen.

Mittwoch, 7. November 2012 
19.00 Uhr
Eintritt: Spende

Ort
GLS Sprachenzentrum, Lounge

Kastanienallee 82 
10435 Berlin Prenzlauer Berg
U 2 Eberswalder Str.
U 8 Rosenthaler Platz
M1 Schwedter Str.

Kooperation: Vortrag von Sanou Mbaye im Rahmen der Ringvorlesung "Afrika: radikal neu denken?" des OSI-Club: "Afrika als neue Wirtschaftsmacht: Was steckt dahinter und wie lässt sich der Aufschwung nachhaltig absichern?"6. November 2012, 18 Uhr, Henry-Ford-Bau (Horsaal C), Garystr. 35, U 3 Thielplatz; |+| weiter lesen

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