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Namibia Premiere des algerischen Filmklassiker und Cannes-Gewinners (1975) "Chronicle of the Years of Fire" von Mohammed Lakhdar-Hamina, SA, 17. November, 19h, Goethe-Zentrum, Windhoek

Chronicle of the years of fire

Als Teil der namibischen Film Awards & Screenings 2012 und anlässlich des 50. Jahrestages der algerischen Unabhängigkeit präsentieren AfricAvenir und das Goethe-Zentrum Windhoek die Namibia Premiere des algerischen Filmklassiker und Cannes-Gewinners aus dem Jahr 1975 "Chronicle of the Years of Fire" (Chronik der Jahre der Glut, OmEnglU) von Mohammed Lakhdar-Hamina. "Chronik der Jahre der Glut" ist ein aussergewöhnlicher Film. Dies war keine gewöhnliche Produktion. Jede Szene ist eine perfekt inszenierte Mise-En-Scene. Die Aufnahmen, insbesondere die Weitwinkel Aufnahmen mit grosser Kulisse, können mit jeder Hollywood-Produktion mithalten.

Synopsis/Zum Hintergrund
Neben dem Oscar ist sie die beliebteste Auszeichnung für Filmregisseure: die Goldene Palme. Vergeben wird die Goldene Palme jährlich seit 1955 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes. Der erste nordafrikanische Preisträger der Goldenen Palme war der algerische Regisseur Mohamed Lakhdar Hamina für sein Film "Chroniques des anneés de braise".

Der Film "Chronik der Jahre der Glut" ist ein lyrisches Epos über die Ereignisse, die zum algerischen Unabhängigkeitskampf gegen Frankreich führten. Als Gewinner der begehrten Goldenen Palme bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes ist er auch zugleich der erste (Nord-)Afrikanische und Arabische Preisträger in dieser Kategorie.

Doch trotz der Krönung des FIlms mit diesem wichtigen Filmpreis, blieb "Chronik der Jahre der Glut" bis heute ein weitaus unbeachteter Film und fand kaum den Weg auf Leinwände in der gesamten Welt. Obwohl er als Filmklassiker eingeschätzt wird, ist es bis heute schwer, diesen Film überhaupt aufzufinden. AfricAvenir Windhoek spürte den Film daher auf und will mit diesem Screening in Namibia ihn einem größeren Publikum zugänglich machen und ihn auch wieder in Erinnerung rufen.

Der Film erzählt die Geschichte eines algerischen Bauerns, Ahmed, der Seite an Seite mit den Alliierten im Zweiten Weltkrieg kämpft, nach Hause zurückkehrt, die alltägliche Unterdrückung seitens der Kolonialherren miterlebt und sich letztendlich der Befreiungsbewegung gegen die Kolonialmacht in seinem Land anschliesst. Zwar stirbt Ahmed im Kampf, doch sein Sohn übernimmt die seiner Generation hinterlassene Aufgabe. Der Film endet am 11ten November 1954, der Tag des offiziellen Beginn des Befreiungskrieges. 

An prominenter Stelle tritt durchgehend ein weiterer Charakter auf, Milhoud, ein Obdachloser, der in brillianter Weise vom Regissuer Mohammed Lakhdar-Haminia selbst gespielt wird. Milhoud fungiert als Erzähler der Geschichte, der mit Komik und Weisheit über die tragischen Ereignisse dieser Jahre berichtet. Oft predigt er seine Weisheit allein vor den Gräbern auf dem Friedhof.

"Chronik der Jahre der Glut" ist ein aussergewöhnlicher Film. Seine Aussagen sind heute noch so relevant wie damals. Dies war keine gewöhnliche Produktion. Jede Szene ist eine perfekt inszenierte Mise-En-Scene. Die Aufnahmen, insbesondere die Weitwinkel Aufnahmen mit grosser Kulisse, können mit jeder Hollywood-Produktion mithalten.

Der berühmte Cinematograph Marcello Gatti (bekannt aus "Battle of Algiers") meisterte es perfekt, die Handlung und Kulisse perfekt in Szene zu setzten.

Das Projekt "African Perspectives" ist eine monatlich stattfindende Filmreihe, organisiert von AfricAvenir, mit Unterstützung vom Goethe-Zentrum Windhoek, WhatsOn Windhoek, dem Franko-Namibischen Kulturzentrum und Arterial Network Namibia.

Über den Regisseur: Mohammdad Lakhdar Hamina
Der Regisseur Mohammdad Lakhdar Hamina ist ein Veteran und einer der wichtigsten Filmfiguren Algeriens. Sein Film “Chronicles of the Years of Fire” gewann den grossen Preis der Jury, die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes 1975. Lakhdar Hamina’s vorheriger Film “December” (1972) ist eine bewegende und tiefgründige Untersuchung der Psychologie und des moralischen Dilemmas in dem sich ein französischer Soldat und ein algerischer Widerstandskämpfer befinden. Beide Kämpfer stehen sich in einem Willenskampf gegenüber, als in einem Verhör die Folter- und Gewaltpegel eskalieren. 

Seine beiden Filme sind wahre und bewegende Untersuchungen der algerisch-französischen Beziehungen, die bis heute aktuell sind, doch erstaunlicherweise wenig zur Kenntnis genommen werden.  Lakhdar Hamina ist eine Schlüsselfigur in der Entwicklung des algerischen Kinos. Er schuf durch seine Filme eine neue international Aufmerksamkeit für das algerische Kino.  

Sein Einfluss ist heute spürbar bei prominenten zeitgenössischen algerischen Regisseuren wie Rashid Bouchareb mit seinen epischen Erzählungen im Kontext des algerischen Befreiungskampfes wie “Indigenes - Tage des Ruhms”  (2006) und “Outside the Law / Hors La Loie” (2010).

Am Sonntag, 11. November um 17 Uhr wird der Film von AfricAvenir in Kooperation mit der algerischen Botschaft auch in Berlin gezeigt.

"Chronicle of the Years of Fire" (Chronik der Jahre der Glut, OmEnglU)
Regie: Mohammed Lakhdar-Hamina, Land: Algerien, Jahr: 1975, Länge: 177 min, 
Mit: Jorgo Voyagis (Ahmed), Mohammed Lakhdar-Haminia (Milhoud) und Sid Ali Kouiret (Said)
Diskutant: S.E. Lahcene Kaid-Slimane, Botschafter der Demokratischen Volksrepublik Algerien.
Wann: Samstag, 17. November, 19h00 
Ort: Goethe-Zentrum Windhoek
Eintritt: 30,- Nam$

© Copyright AfricAvenir 2012

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