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Dialogforum mit dem liberianischen Umweltaktivisten Silas Kpanan'Ayoung Siakor: „Wer versorgt die Green Economy? - Wie nachhaltig ist die Energiewende für Afrika?", DI, 23. April 2013,19.00 Uhr, Haus der Demokratie und Menschenrecht

Am 23. April 2013 um 19 Uhr lädt AfricAvenir zum  Dialogforum „Wer versorgt die Green Economy? - Wie nachhaltig ist die Energiewende für Afrika?" mit dem liberianischen Umweltaktivisten Silas Kpanan'Ayoung Siakor und Peter Fuchs, Vorstand des Vereins PowerShift – Verein für eine ökologisch-solidarische Energie- & Weltwirtschaft e.V.. 

Nach zahlreichen Veranstaltungen im Jahr 2012 im Rahmen von „Paradoxien der Nachhaltigkeit“ liegt nun der erste Entwurf unserer Handlungsempfehlungen an Entscheidungträger_innen in Politik und Wirtschaft für eine global gerechte Energiewende vor. Diese der Öffentlichkeit vorzustellen und kontrovers zu diskutieren, ist Ziel dieses Dialogforums. Zentrale Forderungen sind u.a. Rohstoffabbaubedingungen müssen geändert werden, Energieversorgung muss in Afrika und Europa dezentraler werden, und die Produktion `grüner` Technologien muss auch in Afrika stattfinden.

Silas Kpanan'Ayoung Siakor hat mit seinem Paper „The Real Price for Europe Going Green" neben den eingeladenen Aktivist_innen und Intellektuellen eine wichtige Basis für die Handlungsempfehlungen geliefert. In diesem Dialogforum wird Siakor direkt aus Liberia und der dortigen Situation im Holzsektor berichten. Allein 2011 importierte Vattenfall 100.000 Tonnen Holz aus Liberia für Fernwärmeproduktion in Berlin. 2012 stellte der Konzern den Import aufgrund zu hoher Kosten ein. Erst im Januar 2013 wurden alle Holzexporte aus Liberia seitens privater Firmen von der Regierung eingestellt, da die Zulassungen bei einer staatlichen Untersuchung als illegal aufgedeckt wurden. 

Wie ist eine wirklich faire Energieversorgung in Europa möglich, ohne unter Verletzung von elementaren Rechten auf Biomasse im Globalen Süden zurückzugreifen? Wer ist hier in die Verantwortung zu nehmen? Unter welchen Bedingungen  werden Rohstoffe in Afrika, besonders Liberia für die Produktion „grüner“ Energie in Deutschland und Europa abgebaut und wie können diese verbessert werden?

Siakor wird die Handlungsempfehlungen vor dem Hintergrund seiner Expertise aus Liberia kritisch kommentieren und diskutieren.

Silas Kpanan'Ayoung Siakor 

Siakor ist liberianischer Umweltaktivist und erhielt 2006 den Goldman Environmental Prize für sein außergewöhnliches Umweltengagement in Afrika. Zentrale Themen für Siakor sind die illegale Waldrodung in Liberia sowie Landgrabbing und die Ausbreitung der Agroindustrie. Sein Paper „The Real Price for Europe Going Green", das gemeinsam mit anderen als Basis der von uns formulierten Handlungsempfehlungen diente, beleuchtet wie der „grüne" Konsum Europas die Ausbeutung afrikanischer Rohstoffe ermöglicht und was die Förderung von Erneuerbaren Energien für den afrikanischen Kontinent bedeutet. Siakor arbeitet für das  Sustainable Development Institute in Liberia und erhielt 2002 den Whitley Awards for Environment and Human Rights (www.whitleyaward.org) und 2012 den Award for Outstanding Environmental and Human Rights Activism (http://www.alexandersorosfoundation.org).

Weitere Informationen

http://www.africavenir.org/de/projekte-deutschland/paradoxie-der-nachhaltigkeit.html

Peter Fuchs

Peter Fuchs ist geschäftsführender Vorstand von PowerShift – Verein für eine ökologisch-solidarische Energie- & Weltwirtschaft e.V., der 2010 in Berlin gegründet wurde. PowerShift arbeitet vor allem zu Rohstoff- Energie- und Handels- und Investitionspolitik. Peter Fuchs war für PowerShift u.a. an einem Artikel und einem Kurzfilm zur  Nutzung von Biomasse in Berlin dem Zusammenhang mit Energiearmut in Liberia beteiligt.

Nähere Informationen: http://power-shift.de/?p=151 

Hintergrund

Die Energiewende ist in Deutschland in aller Munde. Slogans wie „Höchste Zeit, dass sich was ändert“ stehen in Politik und Wirtschaft für grüne Energieerzeugung und mehr Energieeffizienz. Der Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022 gilt als breiter politischer und gesellschaftlicher Konsens und unumkehrbar.

AfricAvenir International e.V. beleuchtet seit 2012 in seinem Projekt „Paradoxien der Nachhaltigkeit – wie sozialgerecht sind `grüne` Technologien wirklich?“ afrikanische Perspektiven auf die Energiewende in Deutschland und Europa sowie den damit verbundenen rasanten Ausbau Erneuerbarer Energien.

Basierend auf den Dialogforen und der Fachkonferenz in 2012 sowie Fachartikeln von Nnimmo Bassey, Many Camara Dr. El Mostafa JameaSilas Siakor und Nozipho Mabebe Wright sind Handlungsempfehlungen an Entscheidungsträger_innen in Politik und Wirtschaft für eine global gerechte Energiewende entstanden. Diese sollen am 23. April 2013 erstmals öffentlich präsentiert und gemeinsam mit der Expertise und Kritik der beiden Experten Silas Kpanan'Ayoung Siakor und Peter Fuchs diskutiert werden. Die Weiterentwicklung der Empfehlungen gemeinsam mit der kritischen deutschen Zivilgesellschaft ist das Ziel. Gemeinsam mit Partner_innen aus Afrika fordern wir die konsequente Umsetzung einer sozialökologischen Energiewende, die eine deutlich stärkere entwicklungspolitische Kohärenz beinhalten muss als dies bislang der Fall ist.

Am 22.4.2013 um 18h ist Silas Kpanan'Ayoung Siakor beim Bonn International Center for Conversion (BICC) im Rahmen der Veranstaltung „Renewable energies - new prospects or risks of conflict ?” in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) zu Gast. Auch hier werden die von AfricAvenir entworfenen Handlungsempfehlungen vorgestellt.

Dienstag, 23. April 2013
19.00 Uhr

Eintritt gegen Spende

Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Straße 4
10405 Berlin 
TramM4; Bus 142 und 200 Am Friedrichshain
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. 

Das Projekt "Paradoxien der Nachhaltigkeit" findet statt mit der finanziellen Unterstützung des BMZ und der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit (LEZ). 

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