EN · FR · DE
 

Dialogforum mit Aziz Salmone Fall: Die französische Militärintervention in Mali und die politische Situation in Nordafrika und im Sahel aus panafrikanischer Sicht (Englisch), MO, 25. Februar 2013, 19 Uhr, GLS-Sprachenzentrum

Am Montag, 25. Februar 2013 um 19 Uhr lädt AfricAvenir zum Dialogforum mit dem panafrikanischen Politologen und Spezialisten für Internationale Beziehungen Aziz Salmone Fall ins GLS-Sprachenzentrum. Fall nimmt die aktuelle französische Militärintervention in Mali zum Anlass, die politische und geo-strategische Situation in Nordafrika und im Sahel aus panafrikanischer Sicht zu analysieren und erlaubt uns einen Einblick in die tieferen Ursachen der Krisen in dieser strategisch immer wichtigeren Region.

„Mali ist nur die jüngste Spitze des Eisbergs, wenn es um die immer akzentuiertere Durchsetzung westlicher  geostrategischer und geopolitischer Interessen geht. Das Band der Krisenherde erstreckt sich mittlerweile von Afghanistan über Iran und Syrien nach Nordafrika…“, Aziz Salmone Fall. 

Seit Jahresanfang 2013 wird auch in Mali Krieg geführt. Wieder einmal interveniert die alte Kolonialmacht Frankreich, nachdem sie schon 2011 in Côte d’Ivoire und Libyen einen „Regime Change“ gewaltsam herbeigeführt hat. Daneben sind die durch Volksaufstände eingeleiteten Revolutionsprozesse in Tunesien und Ägypten ins Stocken geraten. Mittlerweile reicht das Band der Krisenherde von Asien über den Nahen Osten bis nach Afrika und allenorten wird eine vermeintliche „Responsibility to Protect“ dafür ins Felde geführt, diese Krisenherde durch militärische (westliche) Interventionen „befrieden“ zu müssen. 

Der Politologe Aziz Salmone Fall wird in diesem Dialogforum die aktuelle politische Situation, die Herausforderungen und den Widerstand in Nordafrika und im Sahel, insbesondere Mali, näher analysieren und beschreiben. Dabei nimmt er insbesondere die Ausbremsung der revolutionären Fortschritte in Nordafrika, die Instrumentalisierung von religiösen politischen Kräften, die innerimperialistischen Widersprüche und die Errichtung eines räuberischen transnationalen Systems, das Afrika destabilisiert, ins Blickfeld. Auswege aus dieser Sackgasse sieht er im Panafrikanismus. Jedoch kann ein solcher authentischer und zu gemeinsamen konzertierten Aktionen fähiger Panafrikanismus durch politischen Dissens, Entpolitisierung durch eine technokratische Regierungsführung, sowie durch Zwietracht und die Fragmentierung durch kleinteilige Inselstaaten derzeit nicht entstehen. Die Handlungsspielräume der arbeitenden Massen und der Jugend sind somit stark eingeschränkt. Es bedarf dringend ihrer Re-Politisierung und Mobilisierung.

Aziz Salmone Fall
Der ägypto-senegalesische Politologe Aziz Salmone Fall unterrichtet Politikwissenschaft, Anthropologie und Internationale Beziehungen an der McGill Universität und an der Université du Québec in Montreal, Kanada. Er bezeichnet sich als internationalistischen Panafrikanisten und entwickelte hierfür das Konzept der „Panafricentrage“. Aziz Fall war Koordinator des Anti-Apartheid-Netzwerks in Québec, ist Präsident der Aubin-Stiftung, Vorsitzender des Ryerson-Zentrums für Progressive Forschung und Mitbegründer der Bewegung für einen institutionalisierten Dialog unter linken Kräften im Senegal. Er ist Mitglied von GRILA (Forschungs- und Aktionsgruppe zur Befreiung Afrikas), im Rahmen derer er gemeinsam mit einem Kollektiv aus 21 Anwälten und Persönlichkeiten die erste internationale afrikanische Kampagne gegen die Straflosigkeit leitet – die Kampagne zur Aufklärung der Sankara-Affäre. Siehe: www.grila.org & www.azizfall.com    

Ort: GLS Sprachenzentrum
Kastanienallee 82, 10435 Berlin (Prenzlauer Berg)
U 2 Eberswalder Str. / U 8 Rosenthaler Platz / M1 Schwedter Str.   

Eintritt: Spende

 

Vorlesung mit Aziz Fall zur Militärintervention (französisch):

http://addax.wordpress.com/2013/02/14/conference-sur-le-mali-par-aziz-fall/

back to top