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Filmvorführung: "On the Inside - Der Tod kennt keine Namen", SO, 24.03.2013, 17 Uhr, Hackesche Höfe Kino

Am Sonntag, den 24.03.2013 um 17 Uhr lädt AfricAvenir zur Filmvorführung von Uwe Jansons Spielfilm „On the Inside“ ins Hackesche Höfe Kino ein. „On the Inside“ erzählt die Geschichte von Arusha Ntarama, die bei einem Massaker in Nyankunde, Kongo alles verloren hat - ihre Würde, ihren Mann, ihre Kinder. Als Simon Taylor, Minister für wirtschaftliche Entwicklung im Kongo, als Gast des Berliner Bürgermeisters im Brandenburger Hof in Berlin eincheckt, stürmt sie mit einer Waffe sein Hotelzimmer, um ihn zur Rede zu stellen. „On the Inside“ ist eine Geschichte über die Suche nach Gerechtigkeit und die fragile Natur der Wahrheit. Es ist – verdichtet auf engstem Raum – eine Parabel über alle Bürgerkriege, die Opfer und die Täter. Hintergrund ist die wahre Geschichte eines Massakers im Kivu 2002. 

"Ein Film über den von der Weltöffentlichkeit ignorierten tödlichsten Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg, der jedoch ohne die manipulativen Bilder westlicher Medien auskommt und darüber hinaus die zentrale Frage nach der Verantwortung des Westens auf eindringliche Weise stellt." (Eric Van Grasdorff, AfricAvenir). 

Im Anschluss an die Filmvorführung findet ein Publikumsgespräch mit dem Regisseur Uwe Janson, Koproduzent Oliver Czeslik und der Hauptdarstellerin Sheri Hagen statt, sowie ein kleiner Empfang im Kino-Foyer.

Die Veranstaltung findet in Koperation mit Jozi.tv, die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD), das Ökumenische Netz Zentralafrika und AFROTAK TV Cybernomads statt.

AfricAvenir vertreibt diesen Film in Deutschland, Österreich und Schweiz. Bei Interesse an öffentlichen Vorführungen bitte wenden an: info@africavenir.org. 

Synopsis

Simon Taylor, Minister für wirtschaftliche Entwicklung im Kongo und Gast des Berliner Bürgermeisters checkt mit seinem Weggefährten Joseph im Brandenburger Hof Berlin ein. Statt eines entspannten Abends voller Annehmlichkeiten, werden die beiden mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Arusha, die bei einem lange ignorierten Massaker im Kongo ihren Mann und ihre Kinder verloren hat, nimmt die beiden in Geiselhaft. Sie will Taylor als Statehouse Commander Robert Makeni enttarnen, der für das Massaker und ihren Verlust verantwortlich ist. Sie will herausfinden, ob sie das Leben ihrer Töchter durch eine Lüge hätte retten können. Und sie will Rache... Als Zeugen wählt sie Marco Held, den Junior Manager des Hotels. Er soll die Wahrheit hören und wird mit verschiedenen Darstellungen der Wirklichkeit konfrontiert, unfähig zu handeln und sich für eine Seite zu entscheiden...

On the Inside ist eine Geschichte über die Suche nach Gerechtigkeit und die fragile Natur der Wahrheit. Es ist – verdichtet auf engstem Raum – eine Parabel über alle Bürgerkriege, die Opfer und die Täter und wie die Grenzen zwischen ihnen fliessend sind. Ob im Kosovo, Libyen oder Aserbeidschan, Kriegsverbrechen finden überall statt. Der Hintergrund für diesen Film ist die wahre Geschichte eines Massakers im Kivu 2002. Was dort passiert ist, wurde für lange Zeit geheim gehalten. Ohne dass die Weltöffentlichkeit Notiz genommen hat, sind in den letzten 20 Jahren mehr als 5 Millionen Menschen unter grausamen Umständen in der Republik Kongo umgekommen. On The Inside verlagert das Geschehen und die Konflikte in ein Berliner Hotelzimmer. 

Stimmen zum Film

"So lange die Menschenrechte tagtäglich missachtet werden, sind Filme wie “On the Inside” ein Muss für Jeden - der sich nicht die Frage stellen muss, ob er den nächsten Tag überlebt.” Sheri Hagen

"Ich war sehr berührt vom Drehbuch von “On the Inside”'. Das Thema lag mir sehr am Herzen. Afrikanische und Schwarze SchauspielerInnen werden normalerweise sehr stereotypisiert in deutschen Filmproduktionen dargestellt [...] „On The Inside” funktioniert nicht über diese Stereotype, sondern gibt vielmehr den Raum zu einer Reflexion, die einen Diskurs anregt und den Schwarzen SchauspielerInnen die Möglichkeit gibt, in verschiedene Charaktere einzutauchen und sie zu beleben.“ Sheri Hagen

"Meine Figur des Marco Held ist für mich ein Sinnbild für die Haltung Europas im Umgang mit den Konflikten und Problemen Afrikas. Probleme zu wollen, aber letztendlich passiv zu bleiben und nicht zu agieren." Ken Duken

"Als das Rollenangebot kam, war ich zunächst skeptisch – weiße Männer, die einen Schwarzen Film machen? Aber nach dem Casting hat mich „On The Inside” überzeugt. Es ist nicht nur ein Film über Afrika.” Tyron Ricketts

"“On the Inside“ ist die Geschichte aller Kriege und aller Opfer. Es ist eine Geschichte, die jede Mutter dieser Welt verstehen kann – wie würde ich reagieren, wenn ich meine Kinder und meinen Ehemann im Krieg verlieren würde? Wir haben Kivu als Hintergrund gewählt, weil es eines der vergessenen Massaker ist, das erst bekannt wurde, nachdem einige Opfer ihre Stimmen erhoben. Zu dieser Zeit konnten Opfer solcher Taten noch keine Anklage erheben, sondern wurden nur als ZeugInnen angehört. Nun ist das anders. Arusha erhebt sich, weil sie will, dass die Wahrheit gehört wird, dabei gelangt sie in eine Situation, in der nicht mehr klar ist, wer Opfer und wer Täter ist.“  Uwe Janson

"Die Geschichte spielt in einem Berliner Hotelzimmer, nicht in Afrika. Sie wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Marco Held ist hilflos in dem Konflikt gefangen und erinnert uns an Reaktionen der UN und der EU bei afrikanischen Konflikten.“  Uwe Janson

"Mit unserem Film wollten wir den Unbekannten ein Gesicht geben, hinter die Fassaden von Opfern und Tätern schauen. Durch die Wendung vom Opfer zum Täter zeigen wir, die dunkle, grausame Seite von Entmenschlichung." Oliver Czeslik

"Ein Film über den von der Weltöffentlichkeit ignorierten tödlichsten Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg, der jedoch ohne die manipulativen Bilder westlicher Medien auskommt und darüber hinaus die zentrale Frage nach der Verantwortung des Westens auf eindringliche Weise stellt." Eric Van Grasdorff, AfricAvenir 

Regisseur

Uwe Janson, geboren in Königswinter am Rhein, studierte Soziologie, Philosophie und Germanistik in Heidelberg. Zwischen 1987 und 1990 nahm er an zahlreichen Drehbuchseminaren im Ausbildungsprogramm der FEMI und des European Script Funds teil – u.a. bei Sir Richard Attenborough, Frank Daniel und Renee Goddard. Seit 1992 hat Janson als Regisseur, Produzent oder Drehbuchautor mehr als 50 Filme für Kino und Fernsehen gedreht und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Mit “Baal” (2003) begründete er eine Renaissance des deutschen Theaterfilms. Drei weitere, prämierte und ausgezeichnete Filme entstanden in dieser Reihe mit dem ZDF: “Lulu”, “Peer Gynt” und “Werther” – die von der deutschen und französischen Kritik hoch gelobt wurden. Auf Festivals gewannen diese Filme Preise und liefen im Programmkinobereich. Der Event-Zweiteiler „Vulkan“ war im Herbst 2009 ein gefeierter Quotenerfolg für RTL und wurde zum Fernsehpreis nominiert. “On The Inside“ lief u.a. als offizieller Beitrag auf dem European Independent Film Festival in Paris und ist eine sturmunddrangfilm Produktion, die Uwe Janson mit dem Autor Oliver Czeslik realisierte. 2011 gewann Uwe Janson den Deutschen Comedy Preis für „Danni Lowinski“. Seine nächste Literaturverfilmungt im Jahr 2013 wird der  Kinofilm „Die Räuber“ nach Friedrich Schiller sein, mit Ken Duken, Lars Eidinger und Aylin Tezel.

sturmunddrangfilm 

Die sturmunddrangfilm will für zeitgemässe Literatur - und - Theateradaptionen im TV und Kino ein neues Tor öffnen.Die beiden Menschen hinter der sturmunddrangfilm sind der Filmemacher Uwe Janson und der Autor und Agent Oliver Czeslik. Oliver Czeslik und Uwe Janson arbeiten seit den frühen 90 Jahren gemeinsam an Projekten, so verfilmte Janson bereits 1992 das Theaterstück »Heilige Kühe« mit Ulrich Mühe in der Hauptrolle.

Filmografie

Baal (2003)

Vulkan (2009), TV

On The Inside (2011)

Danni Lowinski (2011)

Der Minister (2012)

On The Inside
Drama, Deutschland 2011,
R Uwe Janson
D Sheri Hagen, Tyron Ricketts, Ken Duken, Morgan Domingos, Matthias Koeberlin, Loic Schröder, Stefan Rudolf, Fabienne Elaine Hollwege und Mohammed Fallah

80 Min
Sonntag, 24. März 2013
17.00 Uhr
Eintritt: 7,50€

Karten und Auskunft

030 283 46 03

www.hackesche-hoefe.org

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