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Podiumsdiskussion „Energiewende & Green Democracy – Wege zur global gerechten Energieversorgung“ mit Dr. El Mostafa Jamea, Abdou Karim Sané und Azzedine Maaroufi, Montag, 30. September 2013, 19 Uhr, GLS Sprachenschule

Am Montag, 30. September 2013 um 19 Uhr lädt AfricAvenir zur Podiumsdiskussion „Energiewende & Green Democracy – Wege zur global gerechten Energieversorgung“ mit Dr. El Mostafa Jamea (German Professional Environmental Consultancy), Abdou Karim Sané (Freundeskreis Tambacounda e.V.) und Dr. Azzedine Maaroufi (Deutsch-Marokkanisches Kompetenznetzwerk).Die im Rahmen von „Paradoxien der Nachhaltigkeit“ formulierten Handlungsempfehlungen an EntscheidungträgerInnen in Politik und Wirtschaft für eine global gerechte Energiewende werden in dieser Podiumsdiskussion ein weiteres Mal vorgestellt und diskutiert. Nach dem Fokus auf dem Rohstoffbedarf „grüner“ Technologien für Europa in bisherigen Veranstaltungen steht nun die Realisierung wirklich „grüner“Energieversorgung in Afrika im Vordergrund. Dr. Azzedine Maaroufi und Abdou Karim Sané, die sich beide seit Jahren sowohl in Deutschland als auch in ihren Herkunftsländern engagieren, werden von den Projekten ihrer Vereine im Bereich Erneuerbare Energien berichten und einen direkten Einblick in ihre Arbeit vor Ort geben.„Höchste Zeit, dass dezentrale regenerative und autonome Energieversorgungen Vorrang vor zentral organisierten Lösungen erhalten!“ und „Höchste Zeit, dass Wertschöpfung und Produktion grüner Technologien in Afrika stattfindet!“ lauten zwei der AfricAvenir Handlungsempfehlungen. Dr. El Mostafa Jamea, der an der Formulierung der Empfehlungen mitgewirkt hat, sowie Dr. Maaroufi und Herr Sané werden basierend auf ihren Erfahrungen im Bereich Erneuerbare Energien im Senegal und Marokko diese beiden Forderungen kritisch diskutieren.

Welche Chancen bietet dezentrale Energieversorgung durch Erneuerbare Energien in Afrika? Wie realisieren der Freundeskreis Tambacounda und das DMK diese Energieversorgung in ihren Projekten im Senegal und Marokko? Ist sie realisierbar? Wie reagiert die Bevölkerung vor Ort auf das Engagement der Diaspora? Wie sieht das Verhältnis von (Klein)Projekten der Diaspora zu Großprojekten wie DESERTEC aus?

Dr. Jamea, Energieexperte aus Marokko, der u.a. zum Großprojekt Desertec gearbeitet hat, und Dr. Maaroufi, der mit dem DMK eine Hochschulkooperation zwischen Marokko und Deutschland aufbaut, diskutieren, unter welchen Voraussetzungen die Produktion „grüner“ Technologien in Marokko möglich wäre. Auch die Frage nach der Herkunft der „grünen“ Technologien für die Projekte der Migrantenselbstorganisationen Freundeskreis Tambacounda e.V. und DMK sowie damit zusammen hängende evt. weitere Abhängigkeiten werden thematisiert.

Hintergrund der Referenten

Dr. El Mostafa Jamea hat einen Abschluss in Ingenieurwissenschaft und einen PhD in Nachhaltigem Management von Ressourcen der Fachhochschule von Marche (2009). Herr Jamea ist Senior Experte für Erneuerbare Energien und Klimawandel bei GPEC (German Professional Environmental Consultancy) und Mitglied des Deutsch-Marokkanischen Kompetenznetzwerks (DMK). 

Abdou Karim Sané ist Vorsitzender Migrantenselbstorganisation Freundeskreis Tambacounda e.V. aus Hannover. Der Verein hat das Bildungszentrum Centre d’Énergie Solaire, d’Hygiène et de Formation Professionelle (CESHFP) im Senegal aufgebaut und dort 2012 eine Photovoltaikanlage installiert, um das Zentrum von der sehr teuren und unzuverlässigen Stromversorgung durch den staatlichen Stromversorger SENELEC unabhängig zu machen. Mittelfristig soll die Anlage als Anschauungs- und Schulungsobjekt für MultiplikatorInnen dienen und das Potenzial von Solarenergie in der Bevölkerung bekannt machen. Die Einrichtung eines Ausbildungslehrgangs für Solartechnik ist außerdem geplant, wodurch sich fachliche Expertise in Tambacounda ansiedeln soll.Abdou Karim Sané war über mehrere Jahre hinweg Mitglied und Vorsitzender des Ausländerbeirats in Hannover. Darüber hinaus vertrat er die Stadt bei der UNO-Weltkonferenz gegen Rassismus, Rassendiskriminierung und Fremdenfeindlichkeit in Durban/Südafrika im Jahr 2001.

Dr. Azzedine Maaroufi ist Leiter der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien des Deutsch-Marokkanisches Kompetenznetzwerks. Das DMK hat in Kooperation mit CIM/GIZ, dem Forschungszentrum Jülich und der Fachhochschule Aachen ein Projekt im Bereich Hochschulkooperationen zu Erneuerbaren Energien initiiert, in dem Kurzzeiteinsätze von marokkanischen Experten aus Dt. in Marokko geplant sind. Außerdem ist der Verein dabei, in Essaouira Studien durchzuführen, inwieweit, der kleine Ort über Solarenergie kostengünstige und umweltschonend mit Trinkwasser versorgt werden kann, sowie eine Machbarkeitsstudie zur Entsorgung und energetischen Verwertung des häuslichen und landwirtschaftlichen Abfalls durch die Erzeugung von Biogas und eine Erkundungsstudie im Bereich Dezentrale Energieversorgung. Dabei wird versucht in Kooperation mit den einheimischen Landwirten ein Projekt zur Produktion von Strom mittels Windenergie zu realisieren.

 

Montag, 30. September 2013

19.00 Uhr 

Eintritt gegen Spende

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch mit Übersetzung statt. 

 

GLS Sprachenzentrum

Kastanienallee 82

10435 Berlin

U2 Eberswalder Str., U8 Rosenthaler Platz, M1 Schwedter Str.

 

Das Projekt "Paradoxien der Nachhaltigkeit" findet statt mit der finanziellen Unterstützung des BMZ und der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit (LEZ). 

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