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Fotoausstellung „Mémoire“ des gefeierten kongolesischen Künstlers Sammy Baloji von MO, 14. Oktober bis DO, 24. Oktober 2013, jeweils 9 bis 19 Uhr (Montag bis Freitag), Friedrich-Ebert-Stiftung

Vom Montag 14. Oktober bis Donnerstag 24. Oktober 2013 jeweils von 9 bis 19 Uhr (Montag bis Freitag) lädt AfricAvenir in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung zur Fotoausstellung „Mémoire“ des vielfach preisgekrönten und international gefeierten kongolesischen Künstlers Sammy Baloji. Die Ausstellung findet im Rahmen der "Alternativen Rohstoffwoche" statt.

Copyright: Sammy Baloji. Courtesy of the Prince Claus Fund.

Sammy Baloji verknüpft in seiner Fotoserie „Mémoire“ Schwarz-Weiß Archivaufnahmen der belgischen Kolonialzeit mit aktuellen Fotografien der Minenstadt Lubumbashi in der Demokratischen Republik Kongo. Koloniale Vergangenheit mit Zwangsarbeit und ausbeuterischer Hierarchie trifft auf brach liegende Industrieruinen und Abraumhalden. Die großformatigen Fotomontagen setzen koloniale Vergangenheit und post-koloniale Ausbeutung eindrücklich in Bezug, eine Ausbeutung von Menschen und Rohstoffen, auf der der sog. „Fortschritt“ westlicher Technologien beruht.

„Mémoire“ zeigt das bleibende Erbe der Kolonialzeit – für Gesellschaft, Politik und Umwelt – und verweist gleichzeitig auf den enormen wirtschaftlichen Gewinn, den die Kolonialherren aus den Minen schlugen. Auf beeindruckende Weise ruft „Mémoire“ dazu auf, die Konsequenzen von „Entwicklung“ für Rohstoffabbauregionen zu bedenken und betont die Rechte der betroffenen Bevölkerungen, über ihre Rohstoffreichtümer selbst zu bestimmen. 

Im Rahmen von „Paradoxien der Nachhaltigkeit – wie sozialgerecht sind ´grüne´ Technologien wirklich?“ freuen wir uns mit „Mémoire“ im Rahmen Alternativen Rohstoffwoche vom 12.-19. Oktober 2013 eine künstlerische Perspektive auf die Rohstoffausbeutung, auf die auch „grüne“ Technologien angewiesen sind, zu präsentieren.

Sammy Baloji über “Mémoire”
„Meine bisherigen Arbeiten waren der Kolonialarchitektur gewidmet. Meine aktuellen Arbeiten haben in gewisser Weise eine direkte Verbindung zur kolonialen Vergangenheit, die die Städte der Katanga Provinz geschaffen hat. Diese Städte wurden um Minen herum aufgebaut. Alles Weitere ist Katangas Geschichte. Meine Frage bezieht sich auf das alltägliche Leben der KongolesInnen. Sie tragen die Spuren dieser nahen Vergangenheit, die immer noch präsent ist, in sich. Die Gegenwart mit der Vergangenheit zu überlagern, das zeigt den Willen sowohl vergangenen als auch aktuellen Missbrauch aufzuzeigen.“ 

Der Künstler
Sammy Baloji wurde 1978 in Lubumbashi geboren, in der rohstoffreichen Provinz Katanga der Demokratischen Republik Kongo. Mit einer geliehenen Kamera begann Baloji zu fotografieren und diese Fotos in Comics zu verarbeiten. Bald belegte er nach dem Studium an der Universität in Lumumbashi Fotografiekurse und studierte schließlich weiter Fotografie und Videokunst an der Kunsthochschule in Straßburg. Heute lebt und arbeitet er in Lumumbashi und Brüssel. 

Baloji schuf mehrere Werke zur Kultur der Region Katanga und dem Kolonialerbe in der DR Kongo. Architektur und der menschliche Körper sind für Baloji Spuren gesellschaftlicher Geschichte, Orte der Erinnerung und Zeugen von Machtverhältnissen.

Balojis Arbeiten werden weltweit, in Afrika, Europa, Japan und den USA ausgestellt und zeigen ein diverses und ausdruckstarkes Bild kongolesischer Realitäten. Sie regen immer wieder zu sozialem Bewusstsein an und stimulieren künstlerisches Schaffen in der Region Katanga. Er ist unter anderem Initiator der Biennale „PICHA“, die seit 2008 in Lumumbashi statfindet.

Preise

  • 2012 The Spiegel prize, Patrick De Spiegelaere Fund
  • 2012 nominiert für Rencontres d'Arles Discovery Award
  • 2009 Shortlist Prix Pictet 
  • 2008 Prince Claus Award
  • 2007 Prix Afrique en créations und Prix pour l’image bei der Fotografiebiennale in Bamako, Mali. 

Ausstellung „Mémoire“

Sammy Baloji, 2006

Vernissage: Freitag, 11.Oktober, 18 Uhr

Die Ausstellung wird durch Merin Abbas (Friedrich-Ebert-Stiftung) sowie einen Vortrag von Alanna Lockward (Art Labour Archives) eröffnet.

Friedrich-Ebert-Stiftung

Berliner Haus 1
Hiroshimastraße 17
10785 Berlin

Weitere Informationen zur Ausstellung:
http://www.axisgallery.com/Axis_Gallery/Sammy_Baloji_Albums/Sammy_Baloji_Albums.html

Weitere Informationen zur Alternativen Rohstoffwoche:
http://alternative-rohstoffwoche.de/

Das Projekt "Paradoxien der Nachhaltigkeit" findet statt mit der finanziellen Unterstützung des BMZ und der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit (LEZ).  

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