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Aufgeschobener Gerichtsentscheid in Burkina Faso: Pressemitteilung der Kampagne „Gerechtigkeit für Thomas Sankara, Gerechtigkeit für Afrika!“

Am heutigen 5. März 2014 hat das Gericht abermals eine Entscheidung über die Identifikation der in Dragnoen (Ouagadougou) begrabenen Körper auf den 2. April verschoben. Wie lange noch werden die mit diesem Fall befassten burkinischen Richter eine Entscheidung verschleppen? Dabei geht es immerhin um eine 2006 vom UN-Menschenrechtsausschuss ausgesprochene Forderung, welche durch die vorangegangene Arbeit der CIJS (Internationale Kampagne Gerechtigkeit für Sankara) erwirkt wurde. Versucht die burkinische Justiz, Zeit zu schinden und in ihrer Gerechtigkeit verweigernden Haltung zu verharren, nachdem die Gerichte die Familie schon zum wiederholten Male in anderen die Ermordung Thomas Sankaras betreffenden Verfahren hängen ließ? Aber diese Blockaden werden nicht ewig andauern, da sich die Bevölkerung Burkina Fasos dieses Mal entschlossen hat, sich zu erheben, um dem dekadenten Regime von Blaise Compaoré ein Ende zu setzen.

Gestärkt durch 13500 schon erhaltene Unterschriften und die weltweite Unterstützung durch eine Vielzahl an Organisationen und Parteien, fordern wir weiterhin und mehr denn je Gerechtigkeit.

Waffenbrüder von Charles Taylor, der gerade vom Sondergerichtshof für Sierra Leone zu 50 Jahren Haft verurteilt wurde, haben eindeutig die CIA und Frankreich als treibende Kräfte eines Komplotts benannt, das zur Ermordung von Präsident Thomas Sankara führte. Sie waren an jenem traurigen 15. Oktober 1987 in Ouagadougou zugegen.

Deshalb fordern wir:
-    von den Mitgliedern des US-Kongresses, dass sie in ihrem Land die Öffnung der Archive dieser Zeit einfordern und dass eine Untersuchung über die mutmaßliche Beteiligung der CIA durchgeführt wird.
-    von den französischen Parlamentarier_innen der Einsetzung einer parlamentarischen Untersuchungskommission über die Umstände der Ermordung von Thomas Sankara zuzustimmen – so wie sie schon zweimal, am 20. Juni 2011 und 5. Oktober 2012, in der französischen Nationalversammlung beantragt wurde.

In dieser Sache sind schon mehrere Briefe an François Hollande, Christiane Taubira und Harlem Désir geschickt worden. Sie blieben ohne Antwort. Das ist einer Demokratie unwürdig!

In Burkina Faso haben sich mehrere ehemals enge Vertraute von Blaise Compaoré der Opposition angeschlossen. Sie überschütten die Menschen mit Entschuldigungen für ihre Fehler der Vergangenheit und erklären, dass sie bereit stehen, in Justizverfahren Rechenschaft abzulegen.

Diese ehemaligen Minister und Führungspersönlichkeiten der Staatspartei CDP haben dieses Regime über 27 Jahre unterstützt. Wenn sie das Vertrauen der Bevölkerung Burkina Fasos zurückgewinnen wollen, können diese Entschuldigungen nicht ausreichen. Wir fordern sie deshalb auf, die sie die engsten unter den engen Vertrauten von Präsident Blaise Compaoré waren, sich an der Wahrheitsfindung zu beteiligen, indem sie alles preisgeben, was sie über die Märtyrer des 15. Oktober und generell über alle Opfer des Regimes der Volksfront (Front Populaire) wissen.

Wir wollen nicht länger warten!
Wir rufen daher erneut alle Bürgerinnen und Bürger, die Parteien und zivilgesellschaftlichen Organisationen auf, die Kampagne durch neue öffentliche Initiativen zu verstärken.

Damit endlich die Wahrheit über die Ermordung von Thmoas Sankara ans Licht kommt, richten wir erneut unseren Appell an:
- die Journalist_innen, investigative Nachforschungen zu betreiben;
- die Historiker_innen, neue Forschungen anzustrengen;
- die Dokumentarfilmer_innen, neue Filme zu produzieren;
- die Öffentlichkeit, den Druck auf eine höhere Eben zu bringen.

Die Stunde der Wahrheit und Gerechtigkeit naht. Lasst sie uns alle gemeinsam vorantreiben!

Das internationale Netzwerk „Gerechtigkeit für Thomas Sankara, Gerechtigkeit für Afrika!

Am 5. März 2014 in Ouagadougou, Abidjan, Dakar, Paris, New York, Washington, Lomé, Nairobi, Berlin, Turin, Ajaccio, Toulouse,

Kontakt : contactjusticepoursankara(at)gmail.com

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