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Film

Jean-Marie Teno: Das koloniale Missverständnis (Le malentendu colonial)

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Preis: 15.00 EUR

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„Als die ersten Missionare nach Afrika kamen, besaßen sie die Bibel und wir das Land. Sie forderten uns auf zu beten. Und wir schlossen die Augen. Als wir sie wieder öffneten, war die Lage genau umgekehrt: Wir hatten die Bibel und sie das Land“, bemerkte der erste Präsident Kenias Jomo Kenyatta einmal. Die Geschichte der »Rheinischen Missionsgesellschaft« und ihr widersprüchliches Engagement erkundet der Kameruner Filmemacher Jean-Marie Teno auf seiner Reise durch die ehemaligen deutschen Kolonien. Auf den Spuren der Missionare reist Téno von Wuppertal über Südafrika, Namibia, Kamerun und Togo wieder zurück nach Wuppertal. 1828 mit der hehren Absicht gegründet, die christliche Botschaft zu verbreiten, war die Rheinische Missionsgesellschaft schon nach kurzer Zeit aktiv in die koloniale Unterwerfung Afrikas verstrickt: In ihren Augen waren der Missionsgedanke und die Kolonialpolitik eng miteinander verbunden. »Die Flinte und die Bibel müssen hier miteinander wirken.« Tenos Film rekonstruiert die Wechselwirkungen zwischen christlichem ‚Ethos’, kaufmännisch-kolonialen Interessen und den traumatischen Erlebnissen der Missionierten, thematisiert aber auch die aktuelle Position der afrikanischen Kirchen und deren politisches Engagement.

„Die Verdrängung zahlreicher Verbrechen, Völkermorde und unzähliger massiver Missbräuche infolge des Sklavenhandels und der Kolonisierung Afrikas, die bis heute keinen Eingang in das Gedächtnis und die Geschichte gefunden haben, ist eine unannehmbare Situation. Diese Verbrechen sind Gegenstand einer insgeheimen Verweigerung: Man kann darüber sprechen, es gibt eine offizielle, faktische Anerkennung dieser Geschichte, doch es ist, als ob sie nicht Teil des historischen Bewusstseins, des Gedächtnisses der Menschheit, wären. Gedächtnisarbeit und Bewusstwerdung wurden ständig verhindert und unterdrückt.“ Jean-Marie Teno

Presse
"Die koloniale Vergangenheit Deutschlands ist im öffentlichen Diskurs kaum noch präsent. Jean-Marie Ténos eindrucksvoller Dokumentarfilm unternimmt den Versuch, dies zu ändern." critic.de

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