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Film

Haile Gerima: Morgentau (Teza)

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Preis: 16.00 EUR

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Nachdem Anberber einige Jahre in Deutschland Medizin studiert hat, kehrt er nach Äthiopien zurück und findet das Land seiner Kindheit in Aufruhr. Sein Traum, das Gelernte in Äthiopien anzuwenden, ist durch die Junta Mengistus in Frage gestellt, weil diese die Intellektuellen für ihre politischen Ziele missbrauchen will. Erinnerungen aus der Kindheit tauchen auf, ganz besonders, nachdem Anberber nach einer weiteren Abwesenheit mit einer Verletzung heimkehrt. Eine beeindruckende Reise durch die Zeiten und die äthiopische Geschichte.

Der in den USA lebende Äthiopier Haile Gerima, Filmemacher und Philosoph, erzählt in seinem Spielfilm Teza bis zu einem gewissen Grad auch seine eigene Geschichte, wenn er den jungen Anberber seine Heimat verlassen lässt, um in Europa zu studieren. Für Gerima waren es die USA, aber das Unterwegssein, das Heimkehren, das Fremdsein hüben wie drüben, das kennt er selber bestens. Aus den USA heraus lässt sich ein kompromissloser Film wie dieser nicht finanzieren, also stützte sich Gerima auf einen deutschen Produzenten und siedelte einen Teil der Geschichte in Deutschland an. Das Land der Fremde kann an vielen Orten sein.

In Teza betrachtet Haile Germia am Schicksal von Anberber die jüngere Geschichte seiner Heimat aber auch das menschliche Drama, das sich in dieser Geschichte abspielt. Der Film vereint die Erfahrungen einer ganzen Generation, in der viele Hoffnungen zerstört worden waren. Äthiopien durchlebte nach der Regierung von Haile Selassie in den 1970er Jahren eine äusserst turbulente Phase, in der Fundamentalismus mit kommunistischer Eti-kette das Land terrorisierte und verfolgt wur-de, wer nicht linientreu nickte. Teza führt uns in Rückblenden in verschiedene Zeiten im Leben seiner Hauptfigur vor Augen, wie leicht der Mensch von Ideologen vergessen wird, wie sich Mechanismen wiederholen, wie rasch einer fremd sein kann in seiner eigenen Um-gebung und wie schwierig der Alltag in einem von Vorurteilen geprägten Umfeld ist, egal wo auf der Welt. Eingebettet in archaische Landschaften Äthiopiens klammert Haile Gerima den Schmerz nicht aus, den die Menschen da durchlebt haben. Die grosse Geschichte kümmert sich nicht um die kleinen (Lebens)-Ge-schichten, aber sie sind das, was wir alle durchleben. Einer der eindrücklichsten Filme aus Afrika und ein Film auch über Europa.

Preise

  • Mostra del Cinema Venezia: Spezialpreis der Jury, Osella für das beste Drehbuch, Preis "Cinema for UNICEF", Signis Award
  • Carthage-Tunesia 2008: Golden Tanit-Best Film Award, Best Script, Best Music, Best Cinematography, Best Support-Actor Abeye Tedla
  • Ouagadouou 2009, Panafrikanisches Filmestival: Bester Film

Presse
"Magisches und aktuelles Werk über Äthiopien"
«Morgentau» ist der Film der Stunde: Während arabische Revolutionen und damit verbundene politische Konflikte derzeit die Welt bewegen, kommt mit dem Film von Haile Gerima ein Drama in die Kinos, das die Komplexität und Ambivalenz von Reform und Widerstand bemerkenswert thematisiert... herausragende Bildästhetik. - AZ Deutschland

"Ein herausragender Film (...) Immer noch führt das afrikanische Kino ein Nischendasein. Dabei kann es – wie dieser Film des äthiopischen Regisseurs Haile Gerima eindrucksvoll beweist – zumindest in seinen besten Momenten mit dem Rest der Filmlandschaft mithalten. „Morgentau“ ist ein großes Epos über die letzten 30 Jahre äthiopischer Geschichte und Unwägbarkeiten des Kampfes um persönliche und gesellschaftliche Freiheit..." - Programmkino Deutschland

"Traumhaft (...) 15 Jahre nach seinem letzten Spielfilm meldet sich Haile Gerima mit einem zwei Jahrzehnte umspannenden Epos zurück. Vor dem Hintergrund jüngerer äthiopischer Geschichte sucht ein Mediziner nach politischer und persönlicher Erfüllung..." - Critic

"Ein Film von halluzinatorischer Intensität (..) Das Interview in der taz: Ein Gespräch mit dem äthiopischen Regisseur und Film-Professor Haile Gerima über Sozialismus, Heimat und seinen neuen Film "Morgentau". TagesZeitung TaZ

"Afrika als traumatisierter Kontinent ist ein Klischee, das sich im Bilderfundus der westlichen Medien eingenistet hat. Mit jedem Bürgerkrieg und jeder Hungersnot wird es neu bedient. Die Ursprünge des Traumas, die spezifische Geschichte in diesem scheinbaren Kontinuum aus Leid und Ausbeutung, geraten allenthalben in Vergessenheit. Die Elendsbilder, Magnum-geadelt und journalistisch hochdekoriert, haben uns von den Mühen des Sich-Erinnerns entbunden. Selbstevident und bar jedes historischen Bezugs legen sie Zeugnis ab von der Ohnmacht der westlichen Gesellschaften...." Die Zeit

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