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Film

Moussa Touré: Die Piroge (La Pirogue)

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Preis: 19.90 EUR

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Am Rande eines Ringkampfs werden die Bedingungen für die Überfahrt mit einer Piroge zu den Kanarischen Inseln verhandelt. Von dort aus hoffen die 30 Männer, ihre Träume als Musiker oder Fußballer, oder nach materiellem Wohlstand verwirklichen zu können. Die Passagiere kommen aus verschiedenen Regionen des Senegal und Guineas, manche haben das Meer noch nie gesehen. Nur Kapitän Mbaye Laye, der das Kommando widerwillig übernommen hat, weiß um die zahlreichen Gefahren der Überfahrt. Unzählige Boote sind von der Strömung in die Weiten des Atlantischen Ozeans getrieben worden und haben ihr Ziel nie erreicht. Und so nimmt die Piroge ihre Reise auf. Erscheint sie zunächst groß und gut ausgerüstet, ist sie bald nur noch ein winziger Punkt im Ozean.

„Touré lässt unseren Atem stocken und uns an der Grausamkeit der Tragödie hautnah teilhaben. Die Geschichten sind nicht nur darauf ausgelegt, das „Warum" des Phänomens zu erklären, sondern sind prägnant und dicht, um einer wahrhaft meisterhaften Narration Platz zu machen“. Hassouna Mansouri, Africiné

"Ein fesselnder Film mit einem aussergewöhnlich charismatischen Hauptdarsteller (SOULEYMANE SEYE NDIAYE), der uns eine der verdrängten Tragödien unserer Zeit anschaulich in Erinnerung ruft: die tödliche Überfahrt des Atlantiks durch tausende von Migrant/innen aus Afrika, auf der Suche nach einem besseren Leben in einem herablassenden, verschlossenen und zurückweisenden Europa." Enoka Ayemba, Filmkritiker und Kurator

„Tourés „La Pirogue“ (Wolof: Goor Fitt) ist eine Geschichte des Überlebenskampfes, die, ungeachtet der holprigen Reise ihrer Charaktere, emotional und mitreißend ist. Touré beweist einmal mehr, dass er die Kamera als narratives Instrument meisterhaft einzusetzen weiß. Der Regisseur, dem wir auch TGV und Toubab Bi verdanken, läuft in „La Pirogue“ zur Höchstform auf.“ (Aderinsola Ajao, Africiné)

„… was Moussa Touré erzählt, ist beides: die schmerzhaft individuelle Geschichte der Männer auf dem Boot, und gleichzeitig eine unermesslich weite – weil er die Erfahrungen von Millionen Menschen auf der ganzen Welt beschreibt. Und dafür findet er genau das richtige Maß …“ (The New York Times)

„Es ist eine Realität, und es gibt etliche Dokumentationen und Reportagen darüber. Aber noch nie haben wir diese Überfahrt aus dem Inneren direkt miterleben dürfen.“ (TV5)

"Voll und ganz der Wahrheit verschrieben, möchte „La Pirogue“ die existenzielle Sackgasse der von Elend betroffenen Gesellschaften widerspiegeln. Es ist auch eine Sackgasse derer, die sich, wie der Regisseur selbst, der absurden und erbarmungslosen Realität machtlos ausgesetzt sind." (Hassouna Mansouri,Africiné)

„ … 2006, auf dem Höhepunkt einer neueren Migrationswelle, erreichten 32.000 Flüchtlinge unter Führung senegalesischer Fischer die Kanaren. Über 1000 Migranten sind in diesem Jahr ertrunken, Tausende gelten als vermisst. „La Pirogue“ erhellt in klaren, eindrucksvollen, doch nie reißerischen Bildern, was hinter diesen Zahlen steckt.“ (Film des Monats der Jury der Evangelischen  Filmarbeit, aus der Begründung der Jury, April 2013)

Preise und Auszeichnungen:

  • Sélection Festival de Cannes  2012 – Un Certain Regard
  • ARRI-Preis beim Filmfest München 2012, Bester Internationaler Film
  • Journées cinématographiques de Carthage 2012 – Tanit d’Or (Hauptpreis des Festivals)
  • Festival panafricain du cinéma et de la télévision de Ouagadougou FESPACO 2013, Bronzener Yenenga

Über den Regisseur Moussa Touré
1958 in Dakar, Senegal,  geboren, arbeitet  Moussa Touré zunächst als Regieassistent, bevor er 1987 mit BARAM seinen ersten eigenen Film verwirklicht. Mit seinem Spielfilm TOUBAB BI gewinnt er verschiedene internationale Preise. 1987 gründet er mit Les Films du Crocodile in Dakar seine eigene Produktionsfirma, in erster Linie um seine dokumentarischen Arbeiten zu finanzieren, mit denen er zahlreiche Auszeichnungen erhält. 1997 dreht er TGV-EXPRESS, ein auch in afrikanischen Ländern sehr erfolgreicher Film. Nach weiteren Kurz-, Dokumentar- und Spielfilmen gründet er das „Moussa Invite“ Filmfestival in Rufisque, Senegal, mit Schwerpunkt auf Dokumentarfilme afrikanischer Filmschaffender. 2011 ist er Jurypräsident der Dokumentarfilmsektion beim FESPACO, dem Panafrikanischen Filmfestival in Ouagadougou.

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