"Soziale Bewegungen und Afrikanische Renaissance" - Internationale Fachtagung mit hochkarätigen afrikanischen Referenten am 18.-19.10.2011 in Berlin

Am 18. und 19. Oktober 2011 organisiert AfricAvenir International e.V. in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin die internationale Fachtagung „Soziale Bewegungen und Afrikanische Renaissance“ mit namhaften Aktivist/innen, Politiker/innen und Intellektuellen wie Asume Osuoka, Direktor von Social Action (Nigeria), Oumar Mariko, Präsidentschaftskandidat und Direktor Radio Kayira (Mali), Winfred Nyirahabineza, KADINGO/Kalangala (Uganda), Timothy Kondo, ANSA Netzwerk (Zimbabwe) und Masaké Kane, League of Revolutionary Pan-Africanists (Senegal), Nathan Irumba, Exekutivdirektor SEATINI (Uganda). Mit dieser Fachtagung möchten wir auch in Deutschland die Diskussion über einige der Kernthemen eröffnen, die alle diese ansonsten sehr heterogenen Sozialen Bewegungen vereinen, z.B. geopolitische Interessen und Militarisierung des Kontinents, Krise des postkolonialen Staats, Marktliberalisierung und strukturelle Anpassungsmaßnahmen, die Rolle der Jugend in den Sozialen Bewegungen Afrikas, Landgrabbing/Landraub und der Kampf um eine nachhaltige Landwirtschaft zur Herstellung von Ernährungssouveränität.

Programm:
Di, 18. Oktober
(NB: Am Key Note Speech kann auch separat teilgenommen werden, Eintritt ist frei. Dieser Key Note wird allerdings nicht auf Deutsch gedolmetscht!)

  • 18.00h: Anmeldung
  • 18.30h: Begrüßung, Einführung in das Programm

  • 19.00h: Key Note: Asume Osuoka (Nigeria): Ressourcen, Kriege und extraktive Industrien
    Wir erleben in jüngster Zeit ein verschärftes Rennen auf Rohstoffe der Industrie- und Schwellenländer. Manche sehen solche Interessen auch hinter den jüngsten militärischen Interventionen westlicher Mächte in der Elfenbeinküste und Libyen. Derweil haben Europa und Deutschland neue Rohstoffstrategien erarbeitet, man erhöht das Engagement im Bereich von „Sicherheitssektorreformen“ und die USA verzahnen ihr entwicklungspolitisches Engagement (USAID) immer enger mit ihrem militärischen Engagement in Afrika (AFRICOM). Was hat das alles zu bedeuten? Asume Osuoka klärt auf, über die sozialen und ökologischen Auswirkungen der extraktiven Industrien (Bergbau, Öl, Uran, Diamanten, etc.).

    Rückfragen aus dem Publikum

  • 21.00h: Geselliges Beisammensein/ informelles Kennenlernen

Mi, 19. Oktober

  • 09.15 h: Begrüßung, Einführung ins Tagesprogramm

  • 09.30 h: Nathan Irumba (Uganda): „Konsumieren, was wir produzieren – produzieren, was wir konsumieren“
    Eine kritische Analyse der Auswirkungen der Handelsabkommen, Marktöffnungen, Deregulierungen und Marktliberalisierungen und Alternativen in lokalen und regionalen Märkten

    Rückfragen aus dem Publikum
  • 11.00h: Kaffeepause

  • 11.30h: Masaké Kane (Senegal): Soziale Bewegungen in Afrika, Entstehung eines neuen Panafrikanismus und die Rolle der Jugend Welche Antworten kann eine Afrikanische Renaissance geben?

    Rückfragen aus dem Publikum
  • 13.00h: Mittagspause
  • 14.00h: Oumar Mariko (Mali): Afrika im Aufbruch und das Scheitern des postkolonialen Staates
    Afrikanische Antworten auf Globalisierung, das Engagement externer Mächte in Afrika, sowie die bisherige Entwicklungszusammenarbeit

    Rückfragen aus dem Publikum
  • 15.30h: Kaffeepause
  • 15.50h: Kurzvorstellungen: je 25 Minuten:
  • Winfred Nyirahabineza (Uganda): Der Kampf gegen Landgrabbing, Nahrungsmittelspekulation und unfairen Agrarhandel, sowie Perspektiven für eine nachhaltige Landwirtschaft zur Herstellung von Ernährungssouveränität

  • Timothy Kondo (Zimbabwe/Engl.): Die Arbeit von ANSA / Von aktuellen Welthandelsbedingungen und Entwicklungszusammenarbeit zu internationaler Solidarität

    Rückfragen aus dem Publikum
  • 17.20h: Kurze Kaffeepause
  • 17.45h: Fishbowl-Diskussion: Konzepte und Perspektiven eigenständiger Entwicklung in Afrika mit Oumar Mariko, Masaké Kane, Winfred Nyirahabineza und Timothy Kondo in der Anfangsbesetzung (Platzwechsel im Fishbowl sind ja explizit gewünscht, daher können auch alle anderen aktiv teilnehmen)
  • 18.45h: Bilanz und Ausblick
  • Perspektiven zur Fortsetzung der Diskussion über alternative Entwicklungskonzepte
  • 19.30h: Möglichkeit zum gemeinsamen Abendessen und geselligen Beisammensein

Im Anschluss wird AfricAvenir anhand der Tagungsergebnisse ein Empfehlungsschreiben in Form eines „Policy Papers“ verfassen.

Die Fachtagung findet statt am 18. (Abends) und 19. Oktober 2011 im:

Mercure Hotel
Hermannstr. 214-216, 12049 Berlin
(U 8 Boddinstraße)

Anmeldung:
Thea Kulla: t.kulla(at)africavenir.org
Teilnahmegebühren: 15€/ 10€ ermäßigt (inklusive Getränke und Mittagessen am 19. Oktober)

Bitte überweisen auf:
AfricAvenir International e.V.
Badische Beamtenbank
BLZ 66 09 08 00
Kto. 00 16 72 13 03
Verwendungszweck: Ihr Name + „Fachtagung Oktober”

Hintergrund

Oftmals sind Soziale Bewegungen der Ausgangpunkt für historische Umbrüche. So wurden Anfang 2011 die zwei jahrzehntealten Diktaturen Tunesiens und Ägyptens durch Soziale Bewegungen aus dem Amt verjagt, nachdem sie für ihre gescheiterte sozio-ökonomische Politik zur Rechenschaft gezogen wurden.

Vieles deutet darauf hin, dass dies erst der Beginn weiterer sozialer Bewegungen, Unruhen und Aufstände überall in Afrika sein könnte. Manche sprechen auch schon von einer Krise des postkolonialen Staatsmodells. Gleichzeitig werden Anzeichen neuer imperialer und kolonialer Bestrebungen ausländischer Mächte auf dem afrikanischen Kontinent erkennbar.

Diese Fachtagung zu „Sozialen Bewegungen und Afrikanischer Renaissance“ möchte die Diskussion über einige Kernthemen eröffnen, die alle diese ansonsten sehr heterogenen Sozialen Bewegungen vereinen. Diese Themen wurden auch auf dem diesjährigen Weltsozialforum angesprochen, welches im Februar zum zweiten Mal auf afrikanischem Boden stattfand. Welches sind also die gemeinsamen Ziele dieser Bewegungen und auf welche Entwicklungen reagieren sie?

AfricAvenir konnte einige ausgewiesene Aktivist/innen, Politiker und Intellektuelle aus Afrika für diese Fachtagung gewinnen und verfolgt damit das Ziel, der deutschen Öffentlichkeit, insbesondere auch Fachkräften der Entwicklungszusammenarbeit, einige hierzulande seltene Einblicke und Analysen der Umbrüche, die wir derzeit in Afrika beobachten, zu geben. Damit sollen auch die notwendigen Voraussetzungen für einen echten Dialog auf Augenhöhe zwischen Afrika und Europa geschaffen werden.

 Diese Fachtagung wird Auftakt für eine Reihe von weiteren Fachtagungen und Veranstaltungen sein, die unter dem Gesamttitel stehen: “Der Mut, die Zukunft zu erfinden – Auf der Suche nach eigenständigen Wegen der Politik, Organisation und Entwicklung in Afrika”.

In Kooperation mit:

Gefördert durch:

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