50 Jahre afrikanische Un-Abhängigkeiten - Eine (selbst)kritische Bilanz

Im Jahr 2010 begehen 17 afrikanische Länder den 50. Jahrestag ihrer formellen Souveränität und Un-Abhängigkeit  vom europäischen Kolonialismus und blicken auf unterschiedlichste Entwicklungen zurück. Außerdem jährt sich zum 125. Mal die Berliner Afrika-Konferenz, die die Kolonisierung Afrikas durch Europa formalisierte. Zu diesen Anlässen wollen wir eine kritische Bilanz der afrikanischen Un-Abhängigkeiten und ihrem erweiterten Kontext wagen. Dies wird in Kooperation mit Partnern aus Afrika und im Dialog mit afrikanischen Expert/innen geschehen und soll eine möglichst breite gesellschaftspolitische Auseinandersetzung mit dem Thema Kolonialismus, antikolonialer Widerstand und Un-Abhängigkeiten anstoßen.

Die europäische Kolonisierung des afrikanischen Kontinents ist ein Kapitel, das bis heute die Beziehungen prägt und belastet. In Deutschland ist eine Aufarbeitung dieses Themas kaum geschehen. Dies belastet nicht nur die Beziehungen zu einigen afrikanischen Ländern, sondern auch die Beziehungen zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen innerhalb Deutschlands.

Die Un-Abhängigkeiten afrikanischer Staaten werden in Deutschland vor allem als historisches Datum wahrgenommen, das auf 50 Jahre zurückliegende Ereignisse verweist. So haben die afrikanischen Unabhängigkeiten noch wenig Eingang in das kollektive deutsche Gedächtnis, in die Geschichtsschreibung gefunden und es ist kaum Bewusstsein dafür vorhanden, dass diese Unabhängigkeiten auch das Ergebnis von sehr aktiven anti-kolonialen Befreiungsbewegungen gewesen sind. .

Die selbstkritische Bilanz afrikanischer Expert/innen zeigt, dass die Un-Abhängigkeiten offensichtlich nicht nur Erwartungen erfüllt, sondern auch Hoffnungen enttäuscht haben. Auch und gerade weil der Enthusiasmus, der die neuen Nationen in den 1950er Jahren zu den Unabhängigkeiten trug, verflogen ist, ist es unser zentrales Anliegen diese Zeit zu betrachten, um neue Perspektiven für das Afrika von morgen und vor allem auch für die Beziehungen zwischen Afrika und Europa zu entwickeln.

Zu diesen Themen planen wir 2010 eine Reihe von umfassenden Aktivitäten. Dialogforen, Workshops und Lesungen gehören ebenso zu unserem Programm wie afrikanische Filme und die Publikation einer Zeitschrift mit Fachbeiträgen afrikanischer Autor/innen.

Das Jahresprogramm "50 Jahre afrikanische Un-Abhängigkeiten - Eine (selbst-)kritische Bilanz" wird gefördert durch:

In Kooperation mit:

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