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Warum wir hier sind?!

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„Warum wir hier sind!?“- Afrikanische Perspektiven auf Flucht und Migration

Angesichts der häufig einseitigen, fremdenfeindlichen und vor allem ahistorischen Diskussionen um Migration und Flucht möchte AfricAvenir die Komplexität der Thematik, die zu einer der brennensten Fragen unserer Zeit geworden ist, in diesem neuen, auf zwei Jahre angesetzten Projekt „Warum wir hier sind!?- Afrikanische Perspektiven auf Flucht und Migration" aufzeigen und vielfältige - vor allem aber progressive afrikanische Sichtweisen in den Mittelpunkt stellen.

Posterkampagne

"If you don’t want refugees, then stop subsidizing European farmers!"

"Wir leben nicht über unsere Verhältnisse. Wir leben über die Verhältnisse anderer." Stephan Lessenich

Ob Coltan aus dem Kongo, Fische aus senegalesischen Gewässern, oder Öl aus dem Nigerdelta - wir profitieren von den Ressourcen anderer Länder, der Arbeit Vieler und auch von Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung. Es gibt tausende weitere Beispiele. Dass diese in direktem und auch indirektem Zusammenhang mit der Entscheidung vieler Menschen stehen, ihre Heimat zu verlassen, liegt auf der Hand. Dass diesen Menschen zum großen Teil der Weg nach Europa versperrt ist, dass sie hier mit höchst schwierigen Lebensbedingungen zu kämpfen haben, kein Recht auf Asyl genießen und mit Ablehnung und Rassismus zu kämpfen haben - das ist nicht gerecht.

Über mehrere Jahre hat sich AfricAvenir International e.V. mit Fluchtursachen und -motivationen aus afrikanischen Perspektiven beschäftigt. Die Posterkampagne bildet den vorläufigen Abschluss dieses Projekts und gibt zentrale Kritiken unserer Gäste und Aktivist*innen wider. Das Projekt wird uns aufgrund seiner Aktualität und Dringlichkeit weiter intensiv beschäftigen. weitere Informationen zum Projekt allgemein

Kontakt: info(a)africavenir.org

Alle haben ein Recht auf Bewegungsfreiheit. Und zwar aus Gründen, die auch mit uns zu tun haben. Und alle haben das Recht auf ein menschenwürdiges Leben und Bleiben in der Heimat, die sie auswählen!

Die Zerstörung von Lebensgrundlagen stoppen! Alle Migrationsgründe anerkennen!

F.REISEN?

„Zu der in den „freiheitlichen Demokratien“ der westlichen Welt praktizierten Lebensweise gehört ganz wesentlich die Einschränkung der Freiheiten Dritter.“ Stephan Lessenich

„Alle Menschen sind frei. Aber manche sind freier als die anderen.“ nach G. Orwell

Du kannst eine Bar in Marokko eröffnen, wenn Du willst, oder ein Jahr mit „weltwärts“ dort verbringen. Das passt gut in Deinen Lebenslauf. Die Deutschen sind „Reiseweltmeister“ und können in mehr als 150 Länder problemlos visumsfrei einreisen. Viele Menschen im Globalen Süden können das nicht. Die Kehrseite „unserer“ Globalisierung und fast grenzenloser Mobilität ist eine Welt voller Grenzen für viele andere. Aber auch sie möchten andere Länder sehen. Dorthin gehen wo sie die Arbeit finden, die sie sich wünschen. Sprachen lernen. Etc.

Es gibt viele Gründe, sein Land zu verlassen. Daran ändert auch ein fehlendes Visum nichts.

Was für Dich „Goodbye Deutschland“, "weltwärts", "work&travel" ist, heißt für andere „Flucht“.

Dabei wollen nicht alle Migrant*innen dauerhaft in Europa bleiben. Im Gegenteil! Doch geschlossene Grenzen bedeuten auch die Unmöglichkeit der Rückkehr, will man nicht noch einmal die gefährliche und teure Reise auf sich nehmen müssen. Die sogenannte “zirkuläre Migration”, d.h. die temporäre Migration (z.B. aufgrund von Arbeit) und anschließende Rückkehr in die Heimat, die in Westafrika Tradition hat, könnte also funktionieren, wenn die Grenzen offener wären!

Für welche Länder die EU oder einzelne Mitgliedsstaaten eine freie Einreise gewähren ist eine strategische Frage der Macht. Nur wenn auch ein politisches oder wirtschaftliches Interesse besteht, werden Visaerleichterungen erteilt.

Sowohl das Bleiben als auch das Gehen als Menschenrechte anerkennen! Für das Recht auf menschenwürdige Existenz an Ort und Stelle und das Recht auf Bewegungsfreiheit! Für eine gerechte Visumspolitik!

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BLEIFREI?

“Die Wirtschaft sind wir alle.” (Peter Donatus)

Multinationale Energiekonzerne, subventioniert von der EU, betreiben seit Jahrzehnten Ölförderung im ölreichen Nigerdelta in Nigeria. Davon profitieren vor allem westliche Wirtschaftsunternehmen und lokale Eliten. Ein großer Anteil des Öls wird in die Europäische Union exportiert, die Menschen in den Importländern (also wir!) können im Wohlstand leben.

Im Nigerdelta jedoch führen mit der Ölförderung verbundene Umweltverschmutzungen und die Zerstörung landwirtschaftlicher Nutzflächen zu einem Entzug der Lebensgrundlagen (Agrarwirtschaft, Fischerei) der Bevölkerung vor Ort und letztlich zu breitflächiger Armut und Krankheit. Jedes Jahr sickern Hunderttausende Barrel Öl aus leckenden Pipelines. Auch in stillgelegten Fördergebieten ist die Umwelt langfristig und nachhaltig verschmutzt. Viele Ölkonzerne halten sich nicht an nigerianische Gesetze und fördern korrupte Strukturen.

Viele Menschen sehen sich gezwungen fortzugehen, einige von ihnen kommen auch nach Europa. Wenn die Menschen im Nigerdelta ihr Land verlassen, weil sie dort nicht mehr leben und arbeiten können, haben sie hier jedoch in der Regel kein Aufenthaltsrecht und werden als „Wirtschaftsflüchtlinge“ diffamiert.

Ausbeuterische Ölförderung stoppen! EU-Politiken ändern! Migrationsgründe anerkennen!

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FREIFUNK?

“Moderne Sklaverei”

Die Demokratische Republik Kongo ist eines der wichtigsten Exportländer für Coltan, Kobalt und andere Edelmetalle, die beispielsweise für die Produktion von Mobiltelefonen unentbehrlich sind. Mit der weltweit steigenden Nachfrage nach elektronischen Geräten wächst auch der Bedarf an Rohstoffen. Doch in den Förderungsgebieten herrschen gewaltsame Konflikte um die Kontrolle der Ressourcen. Der Abbau findet teilweise mit bloßen Händen statt und geht mit massiven Menschenrechtsverletzungen, Gefahren für die Gesundheit und der Zerstörung landwirtschaftlicher Flächen einher. Kinderarbeit ist keine Seltenheit. Die Bewohner*innen in den Abbaugebieten profitieren kaum vom lukrativen Handel mit den Rohstoffen.

Viele Menschen verlassen ihre Heimat, um den unsicheren Lebens- und Arbeitsverhältnissen zu entkommen. Manche fliehen bis nach Europa: ökonomische Migrant*innen oder Überlebende unserer eigenen Lebensweise?

Gegen Konflikt-Rohstoffe haben schon die USA, Australien, Japan und Norwegen Gesetze erlassen. Auch in der EU müssen klare Regeln durchgesetzt werden! Gegen die Zerstörung von Lebensgrundlagen! Für die Anerkennung aller Migrationsgründe!

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FREIHANDEL?

„Wenn ihr bei uns zu Hause die Gewässer leer fischt, dann kommen wir zu euch um den Fisch im Supermarkt zu kaufen!“ (Fatou Diome)

Fisch ist ein Grundnahrungsmittel im Senegal, und rund 600.000 Menschen verdienen ihren Lebensunterhalt im Fischereisektor. Durch Fischereiabkommen der EU mit dem Senegal und vielen anderen Ländern fischen Fangflotten der EU auch in afrikanischen Gewässern. Denn: Nur noch ein Viertel der Nachfrage in Deutschland kann mit Fisch aus den eigenen Gewässern abgedeckt werden.

Im Mai 2014 schlossen Senegals Regierung und die Europäische Union ein Fischereiabkommen, das von senegalesischen Fischer*innen massiv kritisiert wurde. Die EU hat sich in diesem Abkommen verpflichtet, innerhalb von fünf Jahren 15 Millionen Euro an den Senegal zu zahlen, und bekommt dafür die Rechte, 14.000 Tonnen Thunfisch pro Jahr und kleinere Mengen Hecht vor der senegalesischen Küste zu fischen - sie nennt das das “nachhaltige” Abfischen von “Überflüssen”. Im Senegal jedoch können viele Menschen vom Fischfang nicht mehr leben und müssen ihre Heimat verlassen. Ihre Lebensgrundlage ist genommen und es gibt keine anderen Perspektive, wodurch die Migration manchmal als einziger Ausweg erscheint.

Manche kommen auf der Suche nach einem Auskommen und neuen Perspektiven in Deutschland an – und werden als „Wirtschaftsflüchtlinge“ diffamiert.

Zerstörung von Lebensgrundlagen stoppen! Migrationsgründe anerkennen!

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Links und Empfehlungen

Mit freundlicher Unterstützung der Landeszentrale für Entwicklungszusammenarbeit und von Engagement Global.

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Keine Termine gefunden

Hintergrund & Motivation

Sich häufende tragische Flüchtlingskatastrophen mit zahlreichen Toten, EU-Pläne zur Bekämpfung von Flucht, Dublin I/II/III, Schengen-Abkommen, Frontex, Abschottung und Aufrüstung der europäischen Außengrenzen, die Schlepperfrage, geplante Neuerungen im deutschen Asylrecht, Pegida (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) als größte fremdenfeindliche Mobilisierung der Nachkriegsgeschichte, und ein Diskurs, der immer mehr die Eigenverantwortung der Heimatländer und die Unzulässigkeit von Wirtschaftsflüchtlingen suggeriert – all dies nimmt in den Medien mehr und mehr Raum ein.

Der Tatsache, dass das Handeln der Industriestaaten und der von ihnen geschützten multinationalen Unternehmen in vielen Fällen Hauptverursacher der wirtschaftlichen Misere in vielen afrikanischen Staaten sein könnte, wird dabei weniger Beachtung geschenkt. Realitäten wie neokolonialen Strukturen und die fortbestehende Ausbeutung von Rohstoffen durch restriktive handelspolitische Abkommen zwischen IWF, WTO und EU werden ausgeblendet, Überfischung durch internationale Fangflotten oder „Landgrabbing“, also Landnahme im großen Stil durch Investoren, und das Problem der Ausrichtung der Landwirtschaft auf den Export statt auf Ernährungssouveränität im eigenen Land geflissentlich ignoriert.

Gleichzeitig melden sich in Europa aber auch wachsende und zunehmend erfolgreiche selbstorganisierte Flüchtlingsproteste gegen Ausgrenzung und Entrechtung zu Wort – die Themen Flucht und Migration sind von brennender Aktualität. Nicht umsonst hat das BMZ kürzlich einen Aktionsschwerpunkt auf die Bekämpfung von Fluchtursachen gelegt. Auch auf EU-Ebene wird zunehmend erkannt, dass das katastrophale Massensterben im Mittelmeer nicht länger ignoriert werden kann.

Dennoch werden in den meisten Fällen absurde Schlüsse gezogen und Maßnahmen ergriffen – wie beispielsweise die aktuellen Interventionen zur Zerstörung von Schlepperbooten zur Bekämpfung der Einwanderung in die EU.

Angesichts der häufig einseitigen, fremdenfeindlichen und inhumanen Diskussionen um Migration und Flucht möchte AfricAvenir die Komplexität der Thematik in diesem neuen, zweijährigen Projekt „Warum wir hier sind!?“- Afrikanische Perspektiven auf Flucht und Migration aufzeigen und vielfältige - vor allem aber afrikanische Sichtweisen in den Mittelpunkt stellen.

Wie wird das Thema Flucht und Migration nach Europa, aber vor allem auch innerhalb des Kontinents, in Afrika diskutiert? Welche Aspekte werden in der deutschen Debatte vernachlässigt? Wie muss eine humanere Flüchtlingspolitik aussehen? Welche Sichtweisen auf Migration existieren in den sogenannten „Herkunftsländern“, die im Allgemeinen bemühte (häufig rassistisch aufgeladenen) Bilder und Herangehensweisen radikal hinterfragen? Welche Verantwortlichkeiten zeigen sich bei näherer Betrachtung der Hintergründe für Flucht und Migration, die teilweise auch in der deutschen und europäischen Geschichte und Politik zu finden sind? Welche Rollen spielen die neo-liberale bzw. neo-koloniale deutsche und europäische Afrikapolitik(en)? Wie ist Migration von Afrika nach Europa historisch einzuordnen? In welchem Verhältnis stehen Mobilität, Migration, Flucht innerhalb des Kontinents und nach Europa? Wie reagieren afrikanische Staaten auf Flucht und Migration? Welche Rolle spielt die Diaspora für den afrikanischen Kontinent? Welche Interessen verbergen sich hinter der europäischen Migrations- und Abschottungspolitik?

Im Verlaufe des Projektes werden die Proteste der in Deutschland lebenden Geflüchteten, ihre Perspektiven und Forderungen mit historischen und (politik)wissenschaftlichen Analysen von Expert_innen aus Afrika und der Diaspora verknüpft und in den Fokus gestellt. Damit soll in der Öffentlichkeit eine Erweiterung des unvollständigen Diskurses um Fluchtursachen in Form von Dialogforen, Workshops, Radiobeiträgen, Diskussionspapieren, politischen Lobbygesprächen, Videointerviews der Veranstaltungen, einer Poster-Kampagne, Schulveranstaltungen und der Erstellung eines Schulmoduls ausdrücklich bereichert werden.

Unterrichtsmaterialien: Wir sind hier.

Schulmaterial Wir sind hier Flucht Migration Kolonialismus

Endlich erschienen!

Die Unterrichtsmaterialsammlung "Wir sind hier. Was unsere Kolonialvergangenheit mit Flucht und Migration zu tun hat" ist da und kann sowohl als Print-Kopiervorlage bestellt als auch hier unten direkt heruntergeladen werden.

Für die Bestellung der Kopiervorlage (kostenfrei mit Portogebühr) sowie alle weiteren Informationen schreiben Sie uns bitte an info(at)africavenir.org. Wir freuen uns auch über Feedback und Anregungen, die aus der praktischen Anwendung entstehen!

Wir empfehlen das Material für Schüler*innen ab Klassenstufe 10 in den Fächern Geschichte, Geographie, Philosophie, Ethik und im außerschulischen Bereich. Anwendungshinweise im Rahmen des Berliner Rahmenlehrplans finden Sie hier.

Aus dem Vorwort der Herausgeber*innen
Die Themen Flucht und Migration, Obergrenzen, Willkommenskultur und Unterbringung beherrschen seit dem „Sommer der Zuwanderung“ Medien, Politik und Gesellschaft. Es ist keine Frage, dass sich die deutsche Politik rasant verändert und die Art und Weise, wie mit der Situation auch in Zukunft umgegangen wird, die Gesellschaft nachhaltig verändern wird. Immer offener geäußerte Gesinnungen und häufiger auftretende Gewalttaten in ganz Deutschland gegen diejenigen, die als fremd wahrgenommen werden, zeugen auf bedrückende Weise von der dringenden Notwendigkeit rassismuskritischer Öffentlichkeit und Bildung in Deutschland. Stigmatisierungen von geflüchteten Menschen überdecken und verhindern die notwendige Debatte über die Hintergründe und Ursachen von Migration und Flucht. Es werden oftmals willkürliche, von den Lebensrealitäten geflüchteter Menschen völlig unabhängige Unterschiede zwischen „guten“, beispielsweise christlichen, verfolgten, direkt von Kriegsgewalt betroffenen und gut ausgebildeten Migrant*innen einerseits und unerwünschten Migrant*innen mit bestimmten Religionszugehörigkeiten oder aus gewissen Herkunftsländern andererseits gemacht.

Die Realitäten in den Herkunftsländern der Migrant*innen zeichnen ein anderes Bild. Proteste und Revolten verweisen immer wieder auf historische und aktuelle Hintergründe (Versklavung, Kolonialismus, Neokolonialismus etwa durch sogenannten Freihandel, Landraub, Klimawandel und Umweltzerstörung, Hungerlöhne, menschenverachtende Arbeits- und Umweltbedingungen, kurzum Ausbeutung), ohne die heutige Flucht- und Migrationsbewegungen, z.B. von Afrika nach Europa, nicht verstanden werden können. Die Geschichte der europäischen Beziehungen zu afrikanischen Ländern ist jedoch wesentlich für das Verständnis vergangener und gegenwärtiger Migrationsmuster.

Ein solches tiefergehendes und inhaltreiches Verständnis über die Ursachen von Flucht und Migration und ihre komplexen politischen und historischen Zusammenhänge fehlt in unseren Augen in der allgemeinen Debatte und insbesondere auch in der bildungspolitischen Landschaft. Dieses Schulmaterial möchte die Lücke füllen und die nächste Generation mit Hintergrundwissen ausstatten, mit welchem es die zukünftige Vision einer offenen Gesellschaft in Deutschland selbstbewusst mitgestalten kann.

Schulmaterialien zum Herunterladen

Teil 1: Kolonialismus und Bildung der Nationen

Teil 2: Die Perspektive wechseln

Teil 3: Parallelen der Migration

Teil 4: Bewegungsfreiheit, Flucht und Widerstand

Teil 5: Aktivismus heute

Anhang: beinhaltet alle Begleit- und Hintergrundtexte sowie Informationen, die für die Bearbeitung der einzelnen Teile benötigt werden, sowie Vorschläge zu Anknüpfungen an den Berliner Rahmenlehrplan.

Glossar: beinhaltet alle im Material blau hinterlegten Begriffe

Gesamtes Unterrichtsmaterial

Hintergrundmaterialien zum Herunterladen und Anschauen

zu Teil 2:

zu Teil 3:

zu Teil 5:

Weitere Bildungsmaterialien

Das Unterrichtsmaterial wurde erstellt mit finanzieller Unterstützung der stiftung :do, der Amadeu Antonio Stiftung, der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit, des Netzwerk Selbsthilfe, des Katholischen Fonds, von Engagement Global im Auftrag des BMZ und von Brot für die Welt gefördert mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes.

Dossier „Flucht und Migration – Afrikanische Perspektiven“

Obwohl das Thema Flucht und Migration zum Hauptthema aktueller gesellschaftlicher und politischer Debatten geworden ist, werden tatsächliche Fluchtursachen nur selten thematisiert. Deutsche Waffenexporte, westliche Rohstoffpolitik, globale Umweltzerstörung – Europa trägt Mitverantwortung dafür, dass viele Menschen in Afrika ihre Länder verlassen müssen.

Um afrikanische Sichtweisen auf die Komplexität von Fluchtursachen abzubilden und die Debatte um die Thematik zu erweitern erschien am 7. März Dossier Flucht und Migration – Afrikanische Perspektiven.

Das Dossier, in Kooperation mit dem Südlink erschienen, vereint Stimmen zum Thema Flucht und Migration aus Afrika nach Europa, gibt einen Überblick und bietet somit nicht nur gegen die derzeit lauter werdende rechte Hetze, sondern auch die Einwanderungspolitik der EU Argumente. Entstanden ist ein Plädoyer für Bewegungsfreiheit und Menschlichkeit.

Migrants Journey to Europe

Credit: Dalton Bennet

AfricAvenir/Pambazuka Sonderausgabe: "Africa and the Drama of Migration"

Ein außergewöhnliches Dossier zu afrikanischen Blickwinkeln und Kritikpunkten, um die Hintergründe der Auswanderung und ihre Dramen zu verstehen. 

AfricAvenir freut sich die Veröffentlichung der zweisprachigen Spezialausgabe zu Migration, in Zusammenarbeit mit Pambazuka News, bekanntzugeben: ein Dutzend Journalist*innen, Akademiker*innen, Künstler*innen und Vertreter*innen der Zivilgesellschaft kommen in diesem Dossier zu Wort. Die Zusammenstellung der Artikel analysiert unter anderem die Defizite der europäischen Migrationspolitik, die Rolle der kapitalistischen Weltwirtschaft, aber auch die Geschichte von Pässen und die Einschränkung der Bewegungsfreiheit, die Verschlechterung der Umweltstandards europäischer Unternehmen in Afrika oder die Situation von Frauen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Lesen Sie selbst: 

Die einzelnen Artikel sind online frei verfügbar und hier einzusehen.

We are here because you are destroying our countries - Germany is politically and economically responsible for many root causes of flight - Rex Osa (EN-FR)

Goor Yombul, ou «un homme vaut cher»- Rama Salla Dieng (FR)

Ci-git la solidarité humaine- Fadel Dia (FR)

Crise migratoire, accaparement des ressources naturelles et d’insécurité dans les frontières: Quelles réponses citoyennes pour l’Afrique Forum social sénégalais - Forum social sénégalais (FR)

A short history of the passport - Thoughts on global mobility from a critical European perspective - Aaron Scheid and Leonard Barlag (EN FR)

Africa and the Drama of migration - This flood to Europe that will never dry up - Tidiane Kassé (EN FR)

Dehumanised - A short history of the institutionalized deprivation of migrants' rights in (Western) Germany - Jana M. Grieb (EN)

Ecocide in the Niger delta - Western resource politics are a reason for flight and migration in Nigeria - Peter Donatus (EN FR)

Borders create misconceptions- Riadh Ben Ammar (EN FR)

Isolated from Society, Refugee struggles in Germany from a woman`s perspective - Bethi Ngari (EN FR)

Questioning the conventional narrative on African irregular migrants - Yordanos Seifu Estifanos (EN FR)


Der Newsletter wurde gefördert von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie von der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit (LEZ) Berlin.

Weiterführende Literatur

Fluchtursachen

Fluchtweg Mittelmeer

Dossiers / Studien / Wissenschaftliche Publikationen

Asyl- und Einwanderungspolitik in Deutschland und in der EU

Hetze und Gewalt gegen Flüchtlinge

Biographische Berichte


Infographie / Video / Pädagogisches Material

Bundestagsdebatte zum Valetta-Gipfel

Links

  • African Refugees Union (ARU) - Selbstorganisation geflüchteter Menschen aus Afrika, gegründet in Berlin.
  • Refugee Radio Network - Europe's first online radio station by refugees
  • Guide for refugees - collection of material to make your start in Germany a bit easier
  • Kontaktliste „Migrantische Perspektiven, Referent/innen, Expert/innen und Dienstleister/innen in der Entwicklungspolitik“ - Stiftung nord-süd-brücken.
  • The Refugee Movement (Oplatz) is a diverse group of refugees who chose not to accept their disfranchisement by the german state any more and are carrying out a self-organized protest.
  • Flüchtlinge für Flüchtlinge - Netzwerk von erfahrenen Flüchtlingen, die sich auf verschiedene Art und Weise für Asylbewerber-Innen einsetzen
  • The VOICE Refugee Forum Germany - Flüchtlinge und Asyl in Deutschland
  • Hilfe für Flüchtlinge - Vademekum von Brot für die Welt - Hier finden Engagierte in Kirche und Gemeinde fundierte Informationen zu Flucht und Vertreibung.
  • Women in Exile & Friends - Selbstorganisation geflüchteter Frauen, gegründet 2002 in Brandenburg.
  • Siciliamigrants: ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, auch auf deutsch und englisch übersetzt.
  • Sea Watch Initiative : Die MS Sea-Watch wird Flüchtlingsbooten in Not im Seegebiet zwischen Malta und der libyschen Küste Ersthilfe leisten und die Rettung durch die zuständigen Institutionen einfordern und forcieren.
  • MiGAZIN / Migration in Germany. Eine unabhängiges Online-Magazin mit Themen rund um Integration und Migration in Deutschland
  • Grandhotel Cosmopolis. Das Augsburger Modelprojekt beerbergt "Gäste mit Asyl" aus aller Länder sowie Künstler und Reisenden auf Zeit unter einem gemeinsamem Dach.
  • Internationale Organisation für Migration (IOM)
  • The Nansen Initiative is an inter-governmental process to address the challenges of cross-border displacement in the context of disasters and the effects of climate change.
  • HarekAct Blog: a collective platform to monitor, increase and share various debates and information on migration, asylum and border issues primarily in Turkey as well as on the general European context as far as it is connected to Turkey
  • Afrique-Europe-Interact ist ein transnational organisiertes Netzwerk aus Basisaktivist_innen vor allem in Mali, Togo, Deutschland, Österreich und den Niederlanden, das Geflüchtete und Migrant*innen in ihren Kämpfen um Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte unterstützt und sich für eine gerechte, selbstbestimmte Entwicklung einsetzt.

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