Prinz Kum'a Ndumbe III.

Prinz Kum'a Ndumbe III. ist ein kultureller Brückenbauer. Sein ganzes Leben hat er sich für gleichberechtigte und auf mehr gegenseitigen Respekt beruhende Beziehungen zwischen Afrika und Europa eingesetzt. Sein Leben ist daher auch und vor allem der kritischen Aufarbeitung und Rehabilitierung der afrikanischen Kulturen und der Geschichte des Kontinents gewidmet. In den frühen 1980ern gründete Prinz Kum'a Ndumbe III. AfricAvenir als ein unabhängiges und afrikanisches Kulturzentrum.

Biographie

Prinz Kum’a Ndumbe III. wird in die königliche Familie der Bele Bele im Raum Douala geboren, jedoch bereits im Alter von 15 Jahren von den Seinen nach München auf das Maria-Theresia-Gymnasium geschickt. Von nun an wird er nicht nur – neben dem Bayerischen Dialekt – die deutsche Sprache erlernen, sondern besonders die Herausforderung, in verschiedenen Kulturen ein Zuhause zu finden.

Nach dem Münchner Abitur folgen Studien der Rechtswissenschaften und der Wirtschaft in Lyon, anschließend die Weiterorientierung in Germanistik, Geschichte und Politik. Nach erfolgreicher Doppel-Promotion in Geschichte und Germanistik arbeitet er in Lyon als Lehrbeauftragter, bis ihn zehn Jahre später die Universität Yaoundé I der Hauptstadt seiner Heimat zunächst zum Dozenten, dann zum Leiter der germanistischen Abteilung beruft.

Für viele Jahre wird er das Bild von Deutschland in dieser Funktion mit prägen, wird auch das weitergeben, was ihn das Leben in Deutschland gelehrt hat. Und – Deutschland hat in Prinz Kum’a Ndumbe III. einen verständnisvollen Fürsprecher gefunden, vielleicht auch unverdient. Seine Zuneigung zu Deutschland belegt die Tatsache seiner Rückkehr, diesmal nach Berlin, wo ihn das Otto-Suhr-Institut für Politische Wissenschaften habilitiert. Waren es hier zwar nicht wenige Schwierigkeiten, mit denen er als afrikanischer Professor an einer deutschen Universität konfrontiert wurde, war es nicht zuletzt die stets wachsende Zahl begeisterter Studierender, die ihn wiederholt in seiner Arbeit bestätigten.

In den folgenden Jahren ist er auf beiden Kontinenten tätig – mal in Yaoundé, wo er beispielsweise über die Afrikapolitik des Dritten Reiches lehrt, mal in Berlin, wo die politische Entwicklung des afrikanischen Kontinents seit Altägypten seinen Lehrplan prägt.

Aber das ist ihm nicht genug. Seit den 70er Jahren schreibt er - und dies in nicht unerheblichem Ausmaß: politische Essays, Romane, Gedichte, Theaterstücke, Kurzgeschichten. Insgesamt 72 Manuskripte. Zeitgleich wird er für ein Jahrzehnt zum Präsidenten des kamerunischen Schriftstellerverbandes gewählt und hat das Amt des Vizepräsident des zentralafrikanischen Schriftstellerverbandes inne.

Seine Rolle als traditioneller König definiert er als ein unabhängiges und überparteiliches Amt, das ihm vor allem die Wahrung von und die kritische Auseinandersetzung mit afrikanischen Kulturen und ihrer Renaissance zuschreibt. Aus dieser Verantwortung und um endgültig seinen Überzeugungen eine Plattform zu geben, gründet er in Douala eine Stiftung, die zum Zentrum wird für ungezählte regionale, nationale, kontinentale und interkontinentale Aktivitäten, Begegnungen, Konferenzen.

Stellen Sie sich ein Kultur- und Begegnungszentrum an einer der lebhaften Straßen der kamerunischen Hafenstadt Douala vor, in dem sowohl Vertreter der Zivilgesellschaft, Universitätsprofessoren, Markfrauen, Taxifahrer, Schüler und Studenten und Politiker regelmäßig aufeinander treffen und in Dialog treten.

Haben Sie dieses Bild vor Augen ? – gut, dann wissen Sie, worum es geht, um AfricAvenir, um die Zukunft Afrikas. Viel zu lange wurde diese Zukunft in Europa erdacht und entschieden – doch, um in seinen eigenen Worten zu sprechen „kein Land vermag es, ein anderes zu entwickeln. Entwicklung kann nur von innen kommen“.

> Deutsche anthologie

Elf-bändige signierte Ausgabe der gesammelten deutschsprachigen Werke von Prinz Kum'a Ndumbe III. Theaterstücke, Essays, Briefe, Erzählungen - Zeitzeugnisse eines kulturellen Grenzgängers. |+| recent books

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