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Boubacar Boris Diop: Warum sich der Krieg lohnt – Über die neo-imperialen Militärinterventionen des Westens in Afrika

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Der renommierte senegalesische Denker und Schriftsteller Boubacar Boris Diop hält einen Vortrag (Französisch mit deutscher Simultanübersetzung) über die neo-imperialen Militärinterventionen des Westens in Afrika. Basierend auf seinem Buch „La Gloire des Imposteurs“ (Der Ruhm der Hochstapler), ein beeindruckender Briefwechsel mit der malischen Globalisierungskritikerin Aminata Traoré, nimmt Diop besonders die weitläufig als „erfolgreich“ bezeichnete französische Operation Serval im Norden Malis unter die Lupe.

Die sage und schreibe 49. Militärintervention Frankreichs seit den Unabhängigkeiten in seinem (ehemaligen) afrikanischen Einflussgebiet hat alle Erwartungen übertroffen. Frankreichs Soldaten wurden von vielen Malier/innen als Befreier empfangen und sogar einige renommierte afrikanische Intellektuelle, die bis dahin immer skeptisch gegenüber Frankreichs Afrikapolitik gewesen waren, haben sich lautstark über dieses Eingreifen gefreut, das als mutig und energisch bezeichnet wurde.

Zwar kann man die Erleichterung verstehen, denn es stand außer Frage, dass die Situation im Norden Malis v.a. für die Menschen untragbar war. Doch kann man sich auch fragen, wie es überhaupt zur Konfliktsituation im Norden Malis kommen konnte und dazu, dass eine einst stabile Armee nicht in der Lage war, die Integrität des Territoriums sicherzustellen. Und war die französische Intervention überhaupt so erfolgreich? Denn aus malischer Sicht sind die Probleme heute die gleichen und im Norden Malis herrscht weder Krieg noch Frieden. War das Ziel der französischen Operation tatsächlich, die Integrität Malis sicherzustellen? Oder war das militärische Eingreifen anders, eventuell eher geo-strategisch, motiviert? Heute herrscht weithin Katerstimmung bei vielen einstigen Befürworter/innen der Intervention – sie wird nur medial in Europa nicht abgebildet.

Diese Fragen wird Boubacar Boris Diop in diesem Dialogforum erörtern und jenseits von Mali auch auf die Auswirkungen des sog. „arabischen Frühlings“ auf die Region und über die seither zunehmenden Kriege des Westens in Afrika eingehen (z.B. Côte d´Ivoire, Libyen, Zentralafrikanische Republik, Somalia, etc.). In der Gesamtschau könnte sich auch das Bild einer neo-imperialen Rückeroberung eines immer umstritteneren und begehrteren Territoriums (Rohstoffe wie Uran, Öl etc.) durch gezielte militärische Interventionen ergeben, die sich aber als humanitär und generös präsentieren.

Warum der Krieg sich lohnt – Über die neo-imperialen Militärinterventionen des Westens in Afrika
Boubacar Boris Diop
Humboldt-Universität zu Berlin
Unten den Linden 6, Raum 2079, 10117 Berlin

Die Veranstaltung wird von AfricAvenir International e.V. gemeinsam mit dem Seminar für Afrika Wissenschaften und der Rosa-Luxemburg-Stiftung organisiert.

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