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Podium 1: Revolte oder Revolution? Über Motivation und Ziele einer Demokratiebewegung

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Info   Eintritt frei; Französisch & Deutsch mit Simultanübersetzung

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Am 31. Oktober 2014 musste der verhasste Präsident von Burkina Faso, Blaise Compaoré, nach 27 Jahren an der Macht auf massiven Druck seines Volkes abdanken. Seiner Flucht gingen etliche Jahre wachsender sozialer Bewegungen voraus, während derer bereits mehrfach – so zum Beispiel 2011 – offene Proteste aufflackerten, die teils blutig niedergeschlagen wurden. Gegen Ende seiner Amtszeit gelang es der nunmehr breit aufgestellten und gut organisierten Zivilgesellschaft und der politischen Opposition erstmals, ihre Kräfte zu bündeln und Blaise Compaoré, der sich mit Hilfe einer Verfassungsänderung an der Macht festklammern wollte, mit dem bloßen Mut der Verzweiflung und der Entschlossenheit aus dem Amt zu befördern.

Wo liegen die Ursprünge der Protestbewegung und woraus hat sie sich inspiriert? Welche sozialen Bewegungen haben sich in den Jahren zuvor gebildet und wie kamen sie zusammen? Warum konnte der Sturz des Regimes im Oktober 2014 stattfinden, aber nicht zuvor? Welche Akteure waren besonders beteiligt und wie haben sie (inter-)agiert? Gab es neue Strategien, die vorher nicht angewandt wurden? Sind die Ereignisse als Umsturz oder als Revolution zu verstehen und warum? Welche Auswirkungen hat der burkinische Volksaufstand auf den afrikanischen Kontinent, namentlich auf andere zivilgesellschaftliche Bewegungen/Demokratiebewegungen?

Mit:

Smockey: Der Aktivist, Hip-Hop-Musiker und ideologische Erbe Sankaras gehört zu den Mitbegründern der sozialpolitischen Bewegung „Balai Citoyen“ und war 2014 an vorderster Front der Revolte dabei. Smockey wurde vom Magazin LE POINT zu einer der 10 wichtigsten afrikanischen Persönlichkeiten 2014 gewählt. In Burkina Faso ist er, nicht zuletzt wegen seiner zugänglichen und humorvollen Art, eines der beliebtesten Idole der Jugend.

Sams’K Le Jah: Der Aktivist und Reggaemusiker verdankt seine Bekanntheit vor allem seiner äußerst kritischen Reggae-Radiosendung, die er bei Ouaga FM über Jahre moderiert hat und die 2011 aus politischen Gründen eingestellt wurde. Ebenfalls ein Erbe Thomas Sankaras, ist Sams’K selbst für die burkinische Jugend ein ideologisches Vorbild geworden.

Moussa Diallo: Gewerkschaft "Confédération générale du travail du Burkina", die auch Teil der "Bewegung gegen das teure Leben" war und maßgeblich an der Revolte 2014 beteiligt.

Humanist, mit bürgerlichem Namen Patrice Traoré, ist ein franko-burkinischer Hip-Hop-Musiker der jungen „Génération Consciente“ und Aktivist und Koordinator des „Balai Citoyen“ der burkinischen Diaspora in Frankreich. Wenige Wochen vor dem Sturz Blaise Compaorés hat er den nahezu prophetischen Song „Pays des Hommes Intègres“ (Land der aufrechten Menschen) aufgenommen, in dem er den Aufstand der burkinischen Massen gegen die Diktatur Blaise Compaorés vorhersagte.

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Das Symposium ist Teil des neuen AfricAvenir Projekts "Unsere Zahl ist unsere Stärke" - Junge Demokratiebewegungen in Afrika, Oktober 2015 – Dezember 2016, und wird in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz durchgeführt.

Mit freundlicher Unterstützung durch die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit bei der Berliner Senatsverwaltung, Brot für die Welt, Engagement Global im Auftrag des BMZ.

Das Konzert von Smockey & Sams'K Le Jah wird unterstützt durch das Auswärtige Amt und das Kulturreferat der LH München. (Karten jetzt bestellen!)

Partner: Arbeitskreis Panafrikanismus München, Stoffwechsel e.V., Afrique-Europe-Interact, Vereinigung der in NRW lebenden Burkinabè, AfriCologne e.V., Panafrikanität Afrikanische Diaspora in Europa (PADE), FilmInitiativ Köln e.V.

Medienpartner: WDR - Funkhaus Europa, Deutsche Welle, Berlin Postkolonial, Humboldt Universität, Club der Freunde von RFI, Piranha Arts AG, Afrikamera, AfroHeat, Rap2soul.de - Black Music Portal, Peli One FM, Faluma.com, AHOI, Zentrum Moderner Orient

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