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Dialogforum mit Nathalie Mba Bikoro: „Future Monuments: Re-Inventing Human Memorials in Post-Colonial Gestures Towards Freedom“

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Wie können Erinnerungen und Geschichten der kolonialen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft herausgefordert werden? In welchen Räumen können kollektive Erinnerungen und Traumata hervortreten und eine neue Art der Erinnerung ermöglichen, die auf Interaktion und Partizipation basiert? Entlang dieser Fragestellungen entwickelt Nathalie Mba Bikoro das Projekt „Future Monuments“. Als Auftakt einer dreiteiligen Reihe von Interventionen in die Debatte um (post-) kolonialer Erinnerung in Deutschland diskutiert sie in diesem Dialogforum Wege zur Dekolonisierung der Erinnerung durch visuelle Erfahrung und schlägt einen Weg zur Neu-Erfindung des menschlichen Denkmals vor. 

Im Rahmen dieses Dialogforums stellt Nathalie Mba Bikoro ihre Forschung und Überlegungen vor, die zu der im deutschen Kontext verankerten Intervention „Forbidden Histories“ geführt haben. Um eine kulturelle Amnesie in der deutschen kollektiven Erinnerung zu überwinden, spürt sie hier den Erfahrungen der afrikanischen Diaspora in Deutschland seit dem deutschen Kolonialismus bis zum Zweiten Weltkrieg nach. An Hand von Fallstudien zeigt sie wie der Umgang mit dem Erbe dieser Generationen der afrikanischen Diaspora sowohl unsere Gegenwart prägt, als auch bestimmend sein wird für die Gestaltung der Zukunft. Nathalie Mba Bikoro überwindet dabei zeitliche und räumliche Grenzziehungen: So ist das politischen Ringen der lokalen und internationalen Communities um einen Wandel in der öffentlichen Erinnerungskultur Teil ihrer Untersuchungen. Auch folgt Mba Bikoro den geographischen Bewegungen der Diaspora und wendet die Perspektive auf die Zusammenarbeit zwischen der Diaspora in Deutschland und anderen Menschen aus Europa, dem Mittleren Osten und Afrika. 

Als Künstlerin und Wissenschaftlerin macht Nathalie Mba Bikoro diese Gegen-Geschichten zum Ausgangspunkt für einen Dialog, der den Menschen gedenkt, die ihr Leben im Kampf für eine andere Zukunft riskiert haben, und deren Geschichte erst noch geschrieben werden muss. Alternative Historiografien und Archive werden als visuelle Interventionen und Erfahrungen zu lebenden Monumente des Gesterns, Heute und für das Morgen. Als Dekolonialisierung durch die Aesthesis der visuellen Erfahrung, schlägt „Future Monuments“ einen Weg zur aktiven Wieder-Erfindung menschlicher Vermächtnisse und Monumente vor.

Natalie Mba Bikoro, geboren in Libreville, Gabun, arbeitet als interdisziplinäre Künstlerin, Wissenschaftlerin und Kuratorin. Ihre preisgekrönten Arbeiten entwickelt sie als Projekte mit und zwischen Communities an unterschiedlichen Orten. In ihrer Bewegung zwischen Gabun, Deutschland, UK und Brasilien sammelt sie zerrissene und verstreute Narrative, um sozialen Wandel im Dialog um Identität, Erinnerung, Geschichte und Multi-Lingualität zu befördern. Gegenwärtig lebt und arbeitet sie in Berlin und entwickelt unter anderem an ihren ersten Sci-Fi Film über dekoloniale Geschichten über Berlin Tempelhof. 

Nathalie Mba Bikoro ist Dozentin für politische visuelle Kultur, Philosophie und Kunst. Sie ist kuratorische Leiterin des Squat Museum, das visuelle Kunst als Methode der Dekolonisierung über kulturelle und geographische Grenzziehungen hinweg erprobt. Sie leitet kuratorische und künstlerische Projekte wie Future Monuments, Squat Monuments und LAB Encounters – Laboratory of Live Art im Senegal. Ihre künstlerischen Arbeiten wurden auf der Dak‘Art Biennale im Sengal (2012) und im Smithsonian Museum of African Art in Washington (2013) ausgestellt, als auch in Tiwani Contemporary London (2012); Kalao Pan African Galleries Bilbao (2014); 798 Art District Gallery Beijing (2015); Museum of African Art Johannesburg (2011); Michael Stevenson Gallery Cape Town (2011); Tate Britain London (2009); Oxford Museum UK (2014); Bedfordbury Gallery London (2010); South London Gallery (2010); und auf Art15 Fair London (2015) gezeigt. 

Die Veranstaltungsreihe knüpft an das Projekt „Dekoloniale Einwände gegen das Humboldt-Forum“ im Jahr 2013/14 an, und entwickelt die dort aufgeworfenen Themen weiter. Im Rahmen der Kampagne „No Humboldt 21!“ unterstützt AfricAvenir kritische Interventionen aus Afrika und der afrikanischen Diaspora im Rahmen der Debatte um das „Berliner Schloss / Humboldt-Forum.“

In Kooperation mit Adefra, ISD, Berlin Postkolonial und der Gallerie Wedding/Raum für zeitgenössische Kunst.

Mit freundlicher Unterstützung des Aktionsgruppenprogramms von Engagement Global

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