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Oury Jalloh - Das war Mord! Kundgebung in Münster

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Stadthaus I (Klemenstraße), Münster

Auch elf Jahre nach dem Tod von Oury Jalloh in einer Polizeizelle
fordern wir die vollständige Aufklärung der Todesumstände. Vieles
spricht dafür, dass es ein rassistischer Mord war, der von deutschen
Polizeibeamt_innen begangen wurde. Schluss mit der Vertuschung! Schluss
mit rassistischer Polizeigewalt!

Oury Jalloh – ein Geflüchteter, der mit einer Duldung in Deutschland
lebte – verbrannte am 7. Januar 2005 in Zelle 5 des Polizeireviers
Dessau bei lebendigem Leib. Er war an Armen und Beinen auf einer
feuerfesten Matratze gefesselt. Polizei und Justiz behaupten dennoch, er
habe sich selbst mit einem Feuerzeug in Brand gesteckt. Dabei wird diese
Version durch zahlreiche Fakten widerlegt.

Die bisherigen Ermittlungen und zwei Gerichtsverfahren waren geprägt von
Beweismitteln, die zahlreich verschwanden, und von Polizeibeamt_innen,
die sich als Zeug_innen nicht erinnern konnten oder wollten oder die
sich gegenseitig deckten, sich absprachen und logen. Gericht und
Staatsanwaltschaft weigerten sich, überhaupt in eine andere Richtung,
als Oury Jalloh habe sich selbst angezündet, ermitteln zu lassen.
Schließlich wurde 2012 lediglich der verantwortliche Dienstleiter
Andreas S. zu einer Geldstrafe wegen fahrlässiger Tötung durch
Unterlassen verurteilt. Er wurde verurteilt, weil er die Zelle nicht
ausreichend überwachen ließ und den Feueralarm ignorierte und sogar
ausschaltete.

Wir fordern weitere Aufklärung, denn es bleiben zu viele offene Fragen,
Ungereimtheiten, Lügen und verschwundene Beweismittel. Rätsel gibt z.B.
ein plötzlich aufgetauchtes Feuerzeug auf, mit dem Oury Jalloh sich
angezündet haben soll. Dieses wurde aber weder bei der vorherigen
Personendurchsuchung, noch nach dem Brand am Tatort gefunden und es
haften ihm keinerlei Spuren von Oury Jalloh oder dem Tatort an.
Ebenfalls ist die Selbstentzündungs-Hypothese nicht mit dem starken
Brand in der Zelle in Einklang zu bringen. Ein unabhängiges Gutachten
von internationalen Expert_innen der Brandforensik, Toxologie und
medizinischer Forensik kommt daher im Oktober 2015 zu dem Schluss, dass
es „wahrscheinlicher [sei], dass eine dritte Person das Feuer entzündet
hat - entweder durch Zerstörung und unmittelbare Entzündung der Matratze
an verschiedenen Stellen oder unter Verwendung von Brandbeschleuniger“.

Der Tod von Oury Jalloh ist ein Skandal. Dass staatliche Behörden sich
weigern, den Fall aufzuklären ist ebenfalls ein Skandal. Wir werden
keine Ruhe geben!

Infos zum Fall Oury Jalloh
https://initiativeouryjalloh.wordpress.com/

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