AFRIKAMERA 2016: African Queers - African Movies - African Cultures

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Queere Lebensweisen und Praktiken sind auf dem afrikanischen Kontinent zu einem zentralen gesellschaftlichen und kulturellen Streitthema geworden, das nicht selten für politische Zwecke instrumentalisiert wird. Nicht erst seit den letzten Jahren gilt Afrika als homophober Kontinent par excellence - in mehr als der Hälfte der afrikanischen Staaten ist Homosexualität strafbar, in einigen Ländern steht sogar die Todesstrafe darauf. Weltweite Aufmerksamkeit erweckte zum Beispiel die Ermordung des ugandischen Schwulenaktivisten David Kato. Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle sind in Afrika immer wieder Opfer von Inhaftierungen, „korrektiven“ Vergewaltigungen und Erpressung. In vielen maghrebinischen Ländern verschlechtern sich die Verhältnisse zunehmend aufgrund des stärker gewordenen Einflusses von Islamisten. Von Uganda bis Senegal gibt es viele Länder, die ihre Gesetze gegen LGBT weiter verschärfen.

Ebenso wie die Kontroversen um Homosexualität nimmt jedoch auch die Sichtbarkeit von LGBT-Identitäten in Afrika zu, was einer verstärkten Bildung von queeren Netzwerken geschuldet ist. Viele Aktivist_innen sind dabei im kulturellen Bereich aktiv, vor allem Filmemacher_ innen sind eine wichtige Stimme im Kampf für die Akzeptanz von LGBT geworden. Mit ihren Filmen machen sie unermüdlich auf die Situation sexueller Minderheiten aufmerksam. Den zunehmenden Repressionen in vielen afrikanischen Ländern zum Trotz sind so gerade in jüngster Zeit eine Vielzahl von Spielund Dokumentarfilmen entstanden, die sich mit unterschiedlichen queeren Lebensentwürfen und queerem afrikanischen Alltag auseinandersetzen.

In seiner neunten Ausgabe stellt das vom gemeinnützigen Kulturverein toucouleur e.V. organisierte Festival AFRIKAMERA – AKTUELLES KINO AUS AFRIKA eine Auswahl von aktuellen Spiel- und Dokumentarfilmen in den Mittelpunkt seines Programms, die sich mit LGBT-Themen auseinandersetzen und sich für die Akzeptanz queerer Lebensweisen auf dem afrikanischen Kontinent einsetzen. Engagierten Regisseur_innen und Aktivist_innen wird im Rahmen von AFRIKAMERA eine Plattform geboten, um zu diskutierten und ihre Filme vorzustellen.


Tickets:
Kartenvorbestellung Arsenal:
Tel. 030 269 55 100
ticket(at)arsenal-berlin.de (Mo-Fr bis 17 h)
www.arsenal-berlin.de

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