INTERVENTIONEN 2017: DIVERSITY IN ARTS & EDUCATION

.

.

Tagung & Festival 22.-24. Juni 2017 im Podewil, Berlin

Der sogenannte Willkommenssommer 2015 hat die gesellschaftspolitische Debatte wie kein zweites Ereignis in den letzten Jahren bestimmt und Politik und Gesellschaft herausgefordert. Auch der Kulturbereich ist davon berührt: Viele Kunstprojekte und Projekte der Kulturellen Bildung befassten sich mit dem Thema Flucht. Die Interventionen reagierten 2015 mit dem Themenschwerpunkt Refugees in Arts & Education darauf, in dem sie eine Plattform für Projekte von und mit geflüchteten Teilnehmenden boten. 2016 wurde diese Schwerpunktsetzung weiterentwickelt: Der Fokus lag nunmehr auf der Arbeit von Selbstorganisationen, Menschen mit Migrationserfahrung und/oder Fluchtgeschichte in der Kulturellen Bildung und Kunstpraxis, um die strukturelle Dimension von institutionellen Ausschlüssen zu beleuchten.

In diesem Jahr stellen wir uns die Frage, was sich aus dem vielfältigen sozialen und künstlerischen Engagement von Kulturschaffenden und Kulturinstitutionen entwickelt hat. Und trotz positiver Beispiele wird eines deutlich: Der Kulturbetrieb hat sein grundsätzliches Selbstverständnis im Umgang mit Diversität bisher nur bedingt verändert. Die mangelnde Vielfalt in künstlerischen Führungs- und Entscheidungspositionen vieler Einrichtungen ist weiterhin Realität. Die Hoffnung, dass der lange Sommer der Migration die lang ersehnten Öffnungs- und Diversifizierungsprozesse im Kulturbetrieb in Gang setzen und eine tatsächliche Öffnung der Institutionen gegenüber bisher marginalisierten Perspektiven ermöglichen würde, hat sich –  zumindest bislang – nicht erfüllt.

Die Interventionen 2017 machen sich daher erneut auf die Suche nach beispielhaften diskriminierungskritischen Ansätzen im Kulturbereich, die sich dem  Aufbau nachhaltiger Strukturen verschrieben haben. Betrachtet und analysiert werden Strategien und Methoden, die die Diversität in Personal, Publikum und Programm befördern sowie Zugänge für Selbstrepräsentation marginalisierter Akteur*innen und damit Räume und Plattformen für Empowerment und Entfaltung einer machtkritischen Kunstpraxis schaffen.

Wir laden ein zum praxisorientierten Ver-Lernen, zum Neu- und Wiederfinden machtkritischer Kulturpraxen von marginalisierten Akteur*innen, Expert*innen und Vertreter*innen der kritischen Diversitäts- und Fachpraxis sowie Gruppen aus der Freien Szene und Kulturinstitutionen. Wir möchten damit Freiräume für eine reflektierte Praxis bieten, gemeinsame Handlungsperspektiven aufzeigen und den Transfer gelungener Aktivitäten und Methoden in die Praxis unterstützen.

INTERVENTIONEN 2017 wird veranstaltet von Kulturprojekte Berlin
Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages sowie von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa

 

Conference & Festival 22nd- 24th  June 2017 at Podewil, Berlin

The so-called welcome summer 2015 has determined the socio-political debate like no other event in recent years and has challenged politics and society. The cultural sphere has also been affected by this: many art projects and projects of participatory cultural/arts education were dealt with the topic of fleeing. In 2015, the Interventionen responded with the thematic focus on Refugees in Arts & Education, in which they offered a platform for projects from and with refugees. In 2016, this focus was further developed and now was on the work of self-organizations, people with migration experience and/or flight history in cultural education and art practice to illuminate the structural dimension of institutional exclusions.

This year, we deal with the question what has developed from the diverse social and artistic commitment of cultural practitioners and cultural institutions. And, despite positive examples, one thing is clear: The cultural sector has only to a limited extent changed its basic self-understanding in dealing with diversity. The lack of diversity in the artistic leadership and decision-making positions of many institutions continues to be a reality. The hopes that the long summer of migration would trigger the long-awaited opening and diversification processes in the cultural sector and the opening-up of the institutions to previously marginalized perspectives has not yet been fulfilled.

Therefore, the Interventionen 2017 are again looking for examples of discriminatory-critical approaches in the field of culture, which have dedicated themselves to building sustainable structures. Strategies and methods that promote diversity in personnel, the audience and the program as well as access to the self-representation of marginalized actors, thus spaces and platforms for the empowerment and development of a power-critical art practice are going to be examined and analyzed.

We invite you to a practice-oriented un-learning, to the re-entry and re-establishment of power-critical cultural practices by marginalized actors, experts within the critical diversity and professional practice as well as groups from the independent scene and cultural institutions. We would like to offer spaces for a reflected practice, to show common perspectives for action and to support the transfer of successful activities and methods into practice.

INTERVENTIONS 2017 is organized by Kulturprojekte Berlin.
Funded by the Federal Government Commissioner for Culture and Media by the order of the German Bundestag and of the Senate Department for Culture and Europe.

CALL FOR PROJECTS

Wir laden Projekte aus dem gesamten Bundesgebiet ein, die intersektionale, diskriminierungskritische und empowernde Methoden und Ansätze im Kulturbereich entwickelt und angewandt haben und sich auf die o.g. Schwerpunkthemen beziehen. Diese können im Rahmen eines Workshops, einer Kurzpräsentation oder eines künstlerischen Beitrags vorgestellt werden. Für ausgewählte Projekte können im Rahmen unserer Möglichkeiten Reise- und Übernachtungskosten übernommen werden.

We invite projects from all over Germany that have developed and applied intersectional, discriminatory, and empowering methods and approaches in the field of culture and which refer to the above mentioned thematic focus. These can be presented as part of a workshop, a short presentation or an artistic contribution. Wherever possible, travel and accommodation costs will be covered for selected projects.

Bewerbungsschluss/Application deadline: 14th April 2017

 

Bei Rückfragen und Infos/For further information please contact:
info@interventionen.de
www.interventionen-berlin.de

© Copyright AfricAvenir 2014