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Gehen oder bleiben? Die Suchenden

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Wer Instrumente der Gewalt produziert oder neokoloniale Wirtschaftsbeziehungen verstärkt, treibt Menschen in die Flucht

Im deutschsprachigen Raum wird ein neuer Diskurs spürbar: Migrationsmanagement ist das Wort der Stunde. Es beschreibt den Versuch Migration zu steuern und dabei die Vorteile von Migration zu maximieren, während die negativen Folgen minimiert werden sollen. In Folge dessen schreitet die Externalisierung der EU-Außengrenze voran: Das deutsche Militär ist in Mali stationiert, man plant Rücküberweisungsabkommen mit zahlreichen afrikanischen Staaten und investiert in die Modernisierung der innerafrikanischen Grenzkontrollen.

Aber auch Inlands zeigen die Äußerungen von Politiker*innen wie Horst Seehofer, dass Rechtsruck und Verrohung gesellschaftsübergreifende Phänomene in Deutschland sind. Es wird über „Asyltourismus“ und Ankerzentren diskutiert, während jeder Person ohne sicheren Aufenthaltsstatus in Deutschland die Würde entzogen wird, indem man nur noch in Nummern über sie spricht. Die Kriminalisierung der Seenotretter*innen bildet die Spitze des Eisbergs an Absurdität und Unmenschlichkeit.

In seinem dritten Roman widmet sich Péguy Takou Ndie den existenziellen Fragen des Fluchtalltags.

»Die Suchenden« ist ein schonungsloser Roman. Schonungslos gegenüber zerstörten Herkunftsgesellschaften, brutalen Verhältnissen in Nordafrika und Europa, Profiteuren und Ignoranten – schonungslos aber auch gegen den Suchenden selbst.

Die scharfe Analyse der traumatisierenden Auswirkungen von Neokolonialismus, europäischem Grenzregime, deutschem Asylsystem und alltäglichem Rassismus geht einher mit einer bildreichen Sprache, mit eindringlich dichten Beschreibungen und einem wunderbaren Sinn fürs Absurde.

Die Veranstaltung wurde gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und Stiftung :do.

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