Solidaritäten über Grenzen: Veranstaltungsreihe anlässlich 100 Jahre African National Congress (ANC), Mi. 16. Mai – Fr 22. Juni, in der Friedrich-Ebert-Stiftung und im August Bebel Institut
Zwischen 16. Mai und 22. Juni 2012 laden die Friedrich-Ebert-Stiftung und das August-Bebel-Institut zu einer vielfältigen Veranstaltungsreihe inklusive zwei Ausstellungen zum Thema 100 Jahre ANC. Es erwarten die Teilnehmer spannende Analysen, Präsentationen und Diskussionen, aus denen eventuell auch Lehren für zukünftiges Handeln in Fragen internationaler Solidarität gezogen werden können.
Mi 16. Mai – Fr 15. Juni
Solidaritäten über Grenzen. Die deutsche Sozialdemokratie und der African National Congress (ANC)
Ausstellung, Öffnungszeiten Mo-Fr 7-21 Uhr
„Unsere Zeit allerdings steckt, wie kaum eine andere zuvor, voller Möglichkeiten – zum Guten und zum Bösen. Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer. Darum – besinnt Euch auf Eure Kraft“. Als Willy Brandt im September 1992 seine letzte politische Botschaft an die internationale Sozialdemokratie richtet, hat sich die Welt grundlegend verändert: In Mittel- und Osteuropa haben die demokratischen Umwälzungen zum Ende des „real existierenden Sozialismus“ geführt; in Südafrika ist nach jahrzehntelangem Kampf das System der Apartheid zusammengebrochen. Zu diesem Zeitpunkt blickt die Friedrich-Ebert-Stiftung auf lange und enge Beziehungen zum African National Congress und zum Congress of South African Trade Unions (COSATU) zurück: Bereits in den 1950er Jahren wird das Apartheidsystem Südafrikas auf Tagungen der FES scharf kritisiert; in den 1960er Jahren werden die ersten Kontakte zu Befreiungsbewegungen im südlichen Afrika aufgebaut. Das 100-jährige Bestehen des ANC nimmt die Friedrich-Ebert-Stiftung zum Anlass, mit einer Ausstellung die Geschichte des Verhältnisses und der Zusammenarbeit von ANC und deutscher Sozialdemokratie, Gewerkschaften und FES zu beleuchten. Mit der Hilfe für den ANC im Exil während der Apartheid-Jahre (1948 –1989), der Unterstützung beim Aufbau der Demokratie (1990 –1996) und bei der Schaffung einer gleichberechtigten Gesellschaft (ab 1997) werden die verschiedenen Phasen der Zusammenarbeit beschrieben und in ihren jeweiligen historischen Kontext eingeordnet.
Ort: Galerie der Friedrich-Ebert-Stiftung, Hiroshimastr. 17, Berlin-Tiergarten
Di 22. Mai – Fr 22. Juni
Solidaritäten über Grenzen. Anti-Apartheid-Kampagnen in der BRD und DDR
Ausstellung, Öffnungszeiten Mo-Fr 14-18 Uhr
Boykotts von südafrikanischem Obst, Kampagnen zur Befreiung politischer Gefangener, Proteste gegen die Zusammenarbeit der BRD mit Südafrika – ab den 1960er Jahren formierte sich in beiden deutschen Staaten eine engagierte und vielfältige Solidarität mit dem Kampf gegen Apartheid. Ein wichtiges Mittel dieser Arbeit waren Plakate. Anhand dieses Kampagnenmaterials und mit Interviews erzählt die Ausstellung die Geschichte der Anti-Apartheid-Solidarität in der BRD und der DDR.
Ort: Galerie des August Bebel Instituts, Müllerstr. 163, Berlin-Wedding
Begleitprogramm
Mi 16. Mai 17 – 18 Uhr
Eröffnung der Ausstellung „Solidaritäten über Grenzen. Die deutsche Sozialdemokratie und der African National Congress (ANC)“
Mit: Ingrid Matthäus-Maier, Vorsitzende des Kuratoriums der FES; im Anschluss Führung durch die Ausstellung mit dem Ausstellungsmacher Mario Bungert, FES
Ort: Friedrich-Ebert-Stiftung
Mi 16. Mai, 17-18 Uhr
Internationale Solidarität. Sanktionen und ihre Wirkung am Beispiel Südafrikas
Podiumsdiskussion
Wie sich am jüngsten Beispiel Syrien zeigt, ist die Frage nach der Wirkungsfähigkeit von Sanktionen nach wie vor eine der drängendsten Fragen, wenn es um die Umsetzung internationaler Solidarität geht. Internationale Sanktionen als Mittel eine Änderung des politischen Verhaltens der betroffenen Regierung und häufig implizit einen Regimewechsel zu erzielen, erlebten in den neunziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts einen Auftrieb. Bis zum heutigen Tag weisen internationale Sanktionen und Boykotts eine gemischte Bilanz auf. Als Erfolgsgeschichte für die Wirkung von Sanktionen wird immer wieder die Überwindung des Apartheidregimes in Südafrika angeführt. Kann man also aus diesem Beispiel Lehren für Sanktionen gegen andere Regimes ziehen?
Es diskutieren mit Dominic Johnson, taz: Denis Goldberg, ANC; Sankie Nkondo, ehem. Repräsentantin des ANC, Deutschland (tbc); Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung a.D.; Ingeborg Wick, ehem. Geschäftsführerin der deutschen Anti-Apartheid-Bewegung; Manfred Warda, Generalsekretär ICEM; Christian von Soest, GIGA Deutschland
Begrüßung durch Michèle Auga, Leiterin des Referats Afrika, Friedrich-Ebert-Stiftung
Ort: Friedrich-Ebert-Stiftung
Mo 21. Mai, 18-20 Uhr
Eröffnung der Ausstellung „Solidaritäten über Grenzen. Anti-Apartheid-Kampagnen in der BRD und DDR“
Mit: Peter Senft, ehem. Sozialreferent an der Deutschen Botschaft in Pretoria; Renate Tenbusch, Afrika-Referat der Friedrich-Ebert-Stiftung; Ingo Siebert, Geschäftsführer August Bebel Institut; Manuela Bauche, August Bebel Institut
Ort: August Bebel Institut
Do 24. Mai, 17-18 Uhr
Führung durch die Ausstellung „Solidaritäten über Grenzen. Anti-Apartheid-Kampagnen in der BRD und DDR“
Mit den Ausstellungsmacherinnen Heike Hartmann und Susann Lewerenz
Anmeldung bis 17. Mai [S74.2] unter kontakt@august-bebel-institut.de
Ort: August Bebel Institut
Freitag, 25. Mai von 17 – 19 Uhr
Have you heard from Johannesburg
„Best Documentary of 2010“
Eine mehrfach ausgezeichnete Dokumentation in sieben Episoden über die Geschichte der weltweiten Antiapartheidbewegung von Connie Field. (engl. OV)
(International Documentary Association)
Episode 1, Road to Resistance
Episode 2, Hell of a Job
Ort: Friedrich-Ebert-Stiftung
Do 31. Mai, 18-20 Uhr
Graswurzel-Bewegung vs. staatlicher Auftrag? Anti-Apartheid-Kampagnen in der BRD und DDR
Die Anti-Apartheid-Arbeit in Deutschland war von den Unterschieden zwischen den beiden deutschen Staaten geprägt: In der DDR war die Solidarität staatlicher Auftrag und das Solidaritätskomitee ein wichtiger Akteur, in der BRD hingegen waren es Vertreter/innen der Zivilgesellschaft, die die Zusammenarbeit des eigenen Staates mit dem Apartheid-Regime bekämpften. Es bestanden aber auch zahlreiche Gemeinsamkeiten und sogar Zusammenarbeit.
Vortrag und Diskussion mit: Jürgen Bacia, Politikwissenschaftler, Archiv für alternatives Schrifttum Duisburg, und Ilona Schleicher, Historikerin
Moderation: Manuela Bauche, August Bebel Institut
Anmeldung bis 23. Mai [S74.3] unter kontakt@august-bebel-institut.de
Ort: August Bebel Institut
Mittwoch, 6. Juni von 17 – 21 Uhr
Ohne Netz und Twitter. Organisation von internationaler Solidarität am Beispiel des Anti-Apartheidkampfes in Südafrika
Als sich im arabischen Frühling der Widerstand gegen die autoritären Regime im Norden Afrikas formierte und auf die Straße ging, war die Welt vom ersten Tag an Zeuge und konnte täglich übers Internet und per Twitter den Fortgang der Aufstände verfolgen. Am 16. Juni 1976, als Studenten und Schüler in Soweto gegen das Apartheidregime in Südafrika auf die Straßen gingen und brutal von der Polizei niedergeknüppelt wurden, sorgte erst das Bild des sterbenden, gerade einmal zwölfjährigen Hector Pieterson in den Medien weltweit für einen entsetzten Aufschrei. Während das Apartheidregime erst nach 40 Jahren Widerstand zusammenbrach, hielten die Regime in Tunesien und Ägypten nur wenige Monate dem nationalen und internationalen Druck stand. Wäre das Apartheidsystem mit Hilfe von Internet und Mobiltelefonen schneller besiegt worden? Wie solidarisierte sich die weltweite Anti-Apartheidbewegung ohne Netz und Twitter im gemeinsamen Kampf mit der Freiheitsbewegung in Südafrika? Und ist eine Kampagne wie Kony 2012 tatsächlich ein gelungenes Beispiel für internationale Solidarität? Diese und mehr Fragen wollen wir gemeinsam mit SchülerInnen der Nelson-Mandela- und der John-F.-Kennedy-Schule sowie international engagierten Jugendlichen aus Südafrika und Deutschland diskutieren.
Ort: Friedrich-Ebert-Stiftung
Dienstag, 5. Juni von 17 – 19 Uhr
Have you heard from Johannesburg
Episode 3, The New Generation
Episode 4, Fair Play
Ort: Friedrich-Ebert-Stiftung
Dienstag, 12. Juni von 17 – 21 Uhr
Have you heard from Johannesburg
Episode 5, From Selma to Soweto
Episode 6, The Bottom Line
Gespräch mit der Filmemacherin und Aktivistin Connie Field
Ort: Friedrich-Ebert-Stiftung
Do 14. Juni, 18-21 Uhr
Aufdecken, Schmuggeln, Streiten. Anti-Apartheid-Aktivist/innen erinnern sich
Die Unterstützung für den Kampf gegen Apartheid war in Deutschland vielfältig. Ehemalige Aktivist/innen berichten von Kampagnen wie jener gegen die nuklear-militärische Zusammenarbeit zwischen der BRD und Südafrika, von der materiellen Hilfe für den bewaffneten Kampf durch die DDR sowie von der Arbeit an der ANC-Zeitschrift „Sechaba“, die in London redigiert, zeitweise über West-Berlin in die DDR geschafft, dort gedruckt und nach Südafrika geschmuggelt wurde.
Podiumsdiskussion mit: Eric Singh, ehem. „Sechaba“; Peter Stobinski, ehem. Solidaritätskomitee der DDR; Ingeborg Wick, ehem. Anti-Apartheid-Bewegung Westdeutschland
Moderation: Manuela Bauche, August Bebel Institut
Anmeldung bis 6. Juni [S74.4] unter kontakt@august-bebel-institut.de
Ort: August Bebel Institut
Fr 15. Juni 17 – 21 Uhr
Have you heard from Johannesburg
Episode 7, Free at Last
Gespräch mit der Filmemacherin und Aktivistin Connie Field
Zehn Jahre Arbeit, Dutzende Interviews und Filmdrehs in aller Welt; so entstand diese einzigartige Dokumentation, die zeigt, wie durch eine beispiellose Form der internationalen Solidarität ein gewalttätiges, rassistisches und diktatorisches Regime überwunden werden konnte. Im Gespräch mit der Filmemacherin Connie Field erfahren reden wir mehr über ihre persönlichen Eindrücke, die sie beim Drehen des Films und bei den Interviews mit den AktvistInnen der Anti-Apartheid-Bewegung in und außerhalb Südafrikas sammeln konnte. Das Interview führt Renate Tenbusch, Referat Afrika, Friedrich-Ebert-Stiftung
Ort: Friedrich-Ebert-Stiftung
Mi 20. Juni, 18-21 Uhr
Memories of Rain. Views from the Underground
Gisela Albrecht und Angela Mai, ZA/D 2005, 107 min, OmU
Für viele Südafrikaner/innen bedeutete der Kampf gegen Apartheid Untergrund oder Exil, so für Jenny Cargill und Kevin Qhobosheane, die im Film porträtiert werden. Beide - sie weiß und begütert, er schwarz und aus einfachen Verhältnissen - waren beim Nachrichtendienst des bewaffneten Flügels des ANC aktiv. Ihr Engagement bedeutete getarntes Leben in Südafrika, Militärcamps in Angola und Schulungen in Ost-Berlin, Mut, Angst und Zweifel.
Film und Gespräch mit: Gisela Albrecht, Filmemacherin u. ehem. Journalistin in Apartheid-Südafrika
In Kooperation mit dem Moviemento Kino
Ort: Moviemento Kino, Kottbusser Damm 22, Berlin Kreuzberg, Eintritt 5 €, Reservierung Tel. (030) 692 47 85 oder www.moviemento.de
Gesamtübersicht:
Mi 16. Mai – Fr 15. Juni Ausstellung
Solidaritäten über Grenzen. Die deutsche Sozialdemokratie und der African National Congress (ANC)
Galerie, Friedrich-Ebert Stiftung
Di 22. Mai – Fr 22. Juni Ausstellung
Solidaritäten über Grenzen.
Anti-Apartheid-Kampagnen in der BRD und DDR
Galerie, August Bebel Institut
Offizielle Ausstellungseröffnungen jeweils am
Mi 16. Mai von 17 – 18 Uhr Galerie, Friedrich-Ebert-Stiftung
Mo 21. Mai von 18 – 20 Uhr Galerie, August Bebel Institut
Mi 16. Mai von 18 – 21 Uhr Podiumsdiskussion
Sanktionen und ihre Wirkung am Beispiel Südafrikas
Konferenzsaal 1, Friedrich-Ebert-Stiftung
Mi 23. Mai von 19 – 21 Uhr Interview
Thierse trifft … EXTRA
Konferenzsaal 1, Friedrich-Ebert-Stiftung
Do 24. Mai von 17 – 18 Uhr
Führung durch die Ausstellung
Galerie, August Bebel Institut
25. Mai, 5., 12. und 15. Juni von 17 – 19 Uhr Filmvorführung
Have you heard from Johannesburg
Galerie, Friedrich-Ebert-Stiftung
Do 31. Mai von 18 – 20 Uhr Vortrag und Diskussion
Graswurzel-Bewegung vs. staatlicher Auftrag?
Galerie, August Bebel Institut
Mi 6. Juni von 17 – 21 Uhr World Café und Fishbowl
Ohne Netz und Twitter
Galerie, Friedrich-Ebert-Stiftung
(geschlossene Veranstaltung)
Do 14. Juni von 18 – 21 Uhr Podiumsdiskussion
Anti-Apartheid-AktivistInnen erinnern sich
Galerie, August Bebel Institut
Fr 15. Juni von 19 – 21 Uhr
Finissage in der Friedrich-Ebert-Stiftung
Mi 20. Juni von 18 – 21 Uhr Filmvorführung
Memories of Rain. Views from the Underground
Moviemento Kino
Kontakt und Anmeldung in der Friedrich-Ebert-Stiftung:
Friedrich-Ebert-Stiftung
Blanka Balfer
Svende Eickhoff
Hiroshimastr. 17
10785 Berlin-Tiergarten
Tel.: 030 26935-7435/-7442
Fax: 030 26935-9217
afrikareferat(at)fes.de
www.fes.de/ANC100
Kontakt und Anmeldung im August Bebel Institut:
August Bebel Institut
Manuela Bauche
Müllerstr. 163
13353 Berlin-Wedding
Tel.: 030 4692-121/-122
Fax: 030 4692-124
kontakt(at)august-bebel-institut.de
www.august-bebel-institut.de
Moviemento Kino
Kottbusser Damm 22
10967 Berlin-Kreuzberg
Tel. 030 692 47 85
www.moviemento.de
















