„Occupy Schloss von Puttkammer“ - Dialogforum mit Pascale Obolo

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InfoEintritt gegen Spende; S/U Wedding; frz. mit dt. Übersetzung

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Kolonialismus schreibt sich in eine Landschaft ein und hinterlässt Spuren, die überdauern. Architekturen, wie das Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Schloss von Puttkammer in Buéa am Fuß des Mont Cameroun, Kamerun, leben weiter als Orte, an denen Kolonialgeschichte in der Gegenwart aktualisiert wird. So ist die besagte Residenz des Kolonialgouverneurs Puttkammer nicht nur ein Monument aus Stein, sondern seine Architektur selbst bleibt visuell als koloniale Phantasie augenfällig. Die Anordnung von urbanen Räumen, die Infrastruktur, die das Schloss umgab, erzählt von den Funktionsweisen kolonialer Herrschaft. Gleichzeitig steht die post-koloniale Gesellschaft in einer aktiven Beziehung zu diesem Schloss. Geschichten werden erzählt, es wird renoviert, umgebaut, und bleibt doch in seiner Struktur bestehen.

Die Filmemacherin Pascale Obolo spürt in dem Projekt „Occupy Schloss von Puttkammer“ die verschiedenen Archive des deutschen Kolonialismus auf, in Film, Gebäuden, oraler Geschichte und Infrastrukturen. Mit performativen Mitteln erarbeitet sie eine visuelle und körperliche Erfassung des kolonialen Zustands. Gemeinsam mit TänzerInnen interpretiert sie die Erinnerungsorte rund um das Schloss. Im Rahmen dieses Dialogforums stellt sie ihr Projekt als Work-In-Progress vor und ermöglicht dem Publikum einen Einblick in ihre Recherche, Arbeit und Reflexionen. Performances, die vor Ort gedreht wurden sowie auch Archivmaterial ermöglichen ein Panorama der facettenreichen Arbeit. Das Zusammenspiel von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wird auf visueller, körperlicher und textlicher Ebene entfaltet und zur Diskussion gestellt. Dabei entsteht eine vielschichtige Auseinandersetzung um Strategien der Dekolonisierung.

Der Vortrag wird auf französisch mit deutscher Simultanübersetzung
gehalten, die Diskussion findet auf englisch statt.


Pascale Obolo ist Filmemacherin, Redakteurin und Wissenschaftlerin. In Kamerun geboren, studierte sie am Conservatoire Libre du Cinéma Français. Begeistert von visuellen Künsten, Musik und urbaner Kultur, filmt sie die Hip-Hop-Bewegung und die Szene der Pariser GraffitikünstlerInnen. Ihre preisgekrönten Filme Calypso @ Dirty Jim‘s und Calypso Rose wurden auf Festivals in Toronto, Cannes, Trinidad & Tobago und London gezeigt. Sie war Dozentin für Filmwissenschaften an der Universität in Michigan und arbeitet als Redakteurin für Afrikadaa, einem Onlinemagazin über gegenwärtige Kunst und Kultur in Paris.
 
Die Veranstaltungsreihe knüpft an das Projekt „Dekoloniale Einwände gegen das Humboldt-Forum“ im Jahr 2013/14 an und entwickelt die dort aufgeworfenen Themen weiter. Im Rahmen der Kampagne „No Humboldt 21!“ unterstützt AfricAvenir kritische Interventionen aus Afrika und der afrikanischen Diaspora im Rahmen der Debatte um das „Berliner Schloss / Humboldt-Forum.“

In Kooperation mit dem August Bebel Institut

Mit freundlicher Unterstützung des Aktionsgruppenprogramms von Engagement Global

Event Information:
Datum:
16.11.2015, 19-21.00
Adresse:
August Bebel Institut
Müllerstraße 163
13353 Berlin
S/U Wedding
Info: Die Veranstaltung findet auf französisch mit deutscher Übersetzung statt.

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