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Wie afrikanisch ist der „Markt der Kontinente: Afrika“? Musikalische Klischees und Kommerz im Ethnologischen Museum

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Seit einigen Jahren findet an den Adventswochenenden ein weihnachtlicher „Markt der Kontinente“ im Ethnologischen Museum Dahlem statt. Dabei wird jedes Wochenende einem anderen Kontinent gewidmet. Für kommerzielle Marktstände und ein musikalisches Begleitprogramm werden die Räumlichkeiten des staatlichen Museums geöffnet. Führungen und Aktivitäten für Kinder sollen einen fließenden Übergang zu den entsprechenden Ausstellungen schaffen. Durch die große Anziehungskraft dieses Events erhofft sich das Museum ein generell größeres Interesse für seine Angebote.

Ein musikwissenschaftliches Master-Seminar der Humboldt Universität zu Berlin stellte sich im Wintersemester 2015/16 die Frage, wie der Kontinent „Afrika“ auf diesem Markt repräsentiert wird und welche Rolle „afrikanische Musik“ dabei spielt. Hintergrund ist die Problematik des kolonialen Erbes, das im Museum ausgestellt wird, sowie der Tatsache, dass ein Markt mit einem begleitenden Showprogramm Parallelen in der Form der kolonialen „Völkerschauen“ besitzt.

Die vorläufigen Ergebnisse der qualitativen Forschungen zu dem Markt und seinen Besucher_innen im Jahr 2015 werden an diesem Abend von den Studierenden präsentiert und zur Diskussion gestellt. Dabei wird sich zeigen, welche zentrale Bedeutung Musik bei der Repräsentation Afrikas spielt, welche Stereotypen bei dieser Veranstaltung reproduziert werden und was das eigentliche Ziel dieser Veranstaltung ist, die sich im Kontext einer kulturvermittelnden staatlichen Institution positioniert.

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