Berlin Premiere: "Kaum öffne ich die Augen" (À peine j’ouvre les yeux) in Anwesenheit der Regisseurin Leyla Bouzid

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InfoTickets: 7,50€; ermäßigt: Berlinpass, etc.; 030 283 46 03; http://www.hoefekino.de/

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Die lebenslustige Farah hat gerade die Schule beendet und singt in einer Rockband. Sie träumt davon, professionelle Musikerin zu werden, ihre Eltern sähen sie lieber als Medizinstudentin. Proberäume und Auftritte jedoch sind rar und die immer gesellschaftskritischer werdenden Liedtexte der jungen Leute erregen die Aufmerksamkeit des Geheimdienstes. Farah aber ist verliebt und fühlt sich unverwundbar – sie singt in Kneipen, genießt das Nachtleben von Tunis, während ihre Mutter Hayet sie am liebsten einsperren würde. Es ist Sommer 2010, die Spannungen im Land sind spürbar, und Farah wird unerwartet mit den Folgen ihrer Musik konfrontiert...

Trailer: https://vimeo.com/152961373

Im Anschluss an die Filmvorführung finden eine Diskussion mit der Regisseurin Leyla Bouzid sowie ein kleiner Empfang im Kino-Foyer statt.

Eine Veranstaltung von AfricAvenir in Kooperation mit dem Kairos Filmverleih, FilmInitiativ Köln, AL Film Festival und mit der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Die Filmreihe "African Reflections" wird gefördert von der Aktion Afrika vom Auswärtigen Amt, von Brot für die Welt und vom Katholischen Fonds.

"Kaum öffne ich die Augen" ist von FilmInitiativ Köln e.V. für den Fokus „Sisters in African Cinema“ des 14. Kölner Afrika Film Festivals (15.-25.9.2016) ausgewählt. Bundesweite Filmvorführungen, Einladungen von Regisseurinnen und Untertitelungen sind gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

Medienpartner: Africiné, Club der Freunde von RFI, Art Labour Archives, Zentrum Moderner Orient, Humboldt Universität, AL Film Festival, Yedd e.V.

Pressestimmen

"Sharply yet subtly capturing the atmosphere of fear fostered by the dictatorship of President Ben Ali, this skillfully made drama is especially attuned to the myriad forms of surveillance, from the prurient to the political. Showcasing a stand-out lead perf by first-timer Baya Medhaffer, with intriguing compositions by Iraqi musician Khyam Allami, “Eyes” will open eyes to several new talents and could see a small international rollout." Variety

„Dieser Musikfilm pulsiert derart vor Lebenslust, dass er einfach unbändigen Spass macht.“ Filmbulletin

"Die Konzertszenen sind die schönsten des Films: Farah schreit ihre Leidenschaft und ihren Lebenshunger in ihr Publikum - und über die Leinwand hinaus in den Kinosaal." Tages-Anzeiger

„Mit einer fokussierten Story, in intimer Bildsprache gefilmt und von exzellenten Hauptdarstellern getragen, führt einen die Regisseurin in die Zeit kurz vor der Revolution von 2011; und immer wieder gelingt es ihr, dabei überraschende Akzente zu setzen." NZZ

„Der Film steckt voller Elan einer Generation, die den arabischen Frühling erfahren musste und dass alles seine Zeit braucht und mehr Geduld, als Jugendliche aufbringen mögen.“ students

„Eindrückliches Porträt einer rebellierenden Jugend.“ Kulturtipp

„Porträt einer jungen Frau in Tunis, die gegen männliche Strukturen Sturm läuft. Der Erstlingsfilm von Leyla Bouzid ist berührend, explosiv und aufklärend.“ Der andere Film

„Mit offenen Augen und Willenskraft: Über grosse Politik im Kleinen.“ Die Presse

As I Open My Eyes / À peine j’ouvre les yeux
Regie: Leyla Bouzid, Frankreich/ Tunesien/ Belgien 2015, 102 Min.
Arab. mit dt. UT

Auszeichnungen

  • 72 Mostra de Venise – Giornati degli Autori, Prix du Public, Prix Label Europa Cinémas
  • Festival international du film francophone de Namur, Bayard d’or du meilleur premier film
  • Festival de Saint-Jean de Luz, Prix du public, prix du Jury, prix de la meilleure interprétation féminine
  • Festival du film de Bastia, Prix du public

Regisseurin
Leyla Bouzid wurde 1984 in Tunis geboren und wuchs mit der Leidenschaft für Bilder und Geschichten auf. Schon mit 16 Jahren stiess sie zum Club der Amateur-Filmer der Hauptstadt, wo sie lange für sich behielt, dass sie die Tochter des berühmten Filmemachers Nouri Bouzid ist (Poupée d'argile), der ihr schon von klein auf kleinere Rollen in seinen Filmen gab oder sie als Statistin auftreten liess.

2003 ging sie nach Paris, um an der Sorbonne französische Literatur zu studieren. Nachdem sie einen ersten Kurzfilm gedreht hatte (Bonjour), beendete sie ihr Studium an Frankreichs renommierter Filmhochschule Fémis in der Regieklasse. Ihr Abschussfilm "Soubresauts", den sie einige Monate vor der Revolution in Tunis gedreht hatte, gewann den Grossen Preis der Jury am Festival Premiers Plans in Angers und erhielt am Kurzfilmfestival in Clermont-Ferrant viel Beachtung. Es folgte der Kurzfilm "Zakaria", den sie in Südfrankreich mit Laiendarstellern realisierte und der 2015 am Fespaco in Ouagadougou zwei Spezialpreise erhielt.

Zwischenzeitlich arbeitete sie als Regieassistentin im Spielfilm "La vie d'Adèle" von Abdellatif Kéchiche (Goldene Palme Cannes 2013) und nahm danach ihren ersten Spielfilm, "As I Open My Eyes", in Angriff. Das Drehbuch verfasste sie gemeinsam mit Marie-Sophie Chambon, einer Studienfreundin aus Fémis-Zeiten. An der Mostra de Venezia 2015 wurde "As I Open My Eyes" mit dem Publikumspreis und dem Europäischen Kinopreis ausgezeichnet. Zahlreiche Festivalteilnahmen brachten ihr weitere Preise ein wie den Bayard d'or am Festival Namur für den besten Erstling, den Publikums- und Jurypreis sowie den Preis für die Beste Hauptdarstellerin am Festival Saint-Jean de Luz.

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