Dialogforum: Dekolonisierung Afrikas – Dekolonisierung Europas

Prof. Fabien Eboussi Boulaga

Im Rahmen unserer diesjährigen Dialogforen-Reihe „50 Jahre Afrikanische Un-Abhängigkeiten – Eine (selbst)kritische Bilanz“ laden AfricAvenir und das August-Bebel-Institut am Freitag, 4. Juni 2010, 19.00 Uhr zum Dialogforum mit Prof. Eboussi Boulaga zum Thema "Dekolonisierung Afrikas – Dekolonisierung Europas" ins Kurt-Schumacher-Haus (Eintritt frei).

Im Rahmen unserer Dialogforenreihe wird Prof. Eboussi Boulaga zum Thema „Dekolonisierung Afrikas – Dekolonisierung Europas“ referieren und 50 Jahren afrikanische Un-Abhängigkeiten (selbst)kritisch auf den Grund gehen. Wo bestehen für afrikanische Gesellschaften noch heute Abhängigkeiten von ihren ehemaligen Kolonisatoren und wie müsste eine gemeinsame Bewältigung der Kolonialvergangenheit von Seiten Europas und Afrikas aussehen? Prof. Boulaga bietet eine Betrachtung der historischen Verbindungen zwischen Europa und Afrika unter besonderer Berücksichtigung der gegenwärtigen Herausforderungen des noch immer andauernden Dekolonisierungsprozesses.

Prof. Fabien Eboussi Boulaga
Der 1934 in Kamerun geborene Philosoph und Theologe Prof. Fabien Eboussi Boulaga gilt als einer der wichtigsten aktuellen Denker Afrikas. Neben seinen philosophisch-theologischen Werken hat er eine Vielzahl von politischen Essays verfasst und sich aktiv in die politische Debatte seines Landes und des Kontinents eingemischt. Seit 1992 ist er Herausgeber der Zeitschrift “Terroirs – Revue africaine de sciences sociales et de philosophie” und hat an verschiedenen Universitäten in Afrika, Europa und den USA gelehrt. Weitere Informationen zu Prof. Boulaga s. unten.

Dialogforum:
Freitag, 4. Juni 2010, 19.00 Uhr, Eintritt frei
Kurt-Schumacher-Haus

Müllerstraße 163, 13353 Berlin
S41(42)/U6 Wedding


Vortrag und Publikumsgespräch in engl. Sprache mit Simultanübersetzung.

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Die Veranstaltungsreihe „50 Jahre Afrikanische Un-Abhängigkeiten – Eine (selbst)kritische Bilanz“ findet statt in Kooperation mit dem August-Bebel-Institut und dem Monde Diplomatique und und mit freundlicher Unterstützung der Stiftung EVZ, InWent und der LEZ.

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Prof. Fabien Eboussi Boulaga

Prof. Fabien Eboussi Boulaga gehört zweifellos zu den renommiertesten und wichtigsten zeitgenössischen Philosophen und Denker des afrikanischen Kontinents. Laut dem Literaturwissenschaftler Prof. Ambroise Kom hat Boulaga einen unermesslichen Beitrag im Bereich der Erforschung der afrikanischen Philosophie geleistet, eine grundlegende Debatte über die Rolle des Christentums in Afrika ausgelöst und innovative und originelle Denkanstöße zum Demokratisierungsprozess in Kamerun und dem afrikanischen Kontinent geliefert.

Prof. Fabien Eboussi Boulaga, 1934 in Bafia geboren, schließt sich nach seinem Abitur auf Wunsch seiner Eltern dem Jesuitenorden an. Zwischen 1957 und 1962 studiert er Philosophie und Literatur in Frankreich und lehrt anschließend bis 1964 am Collège Libermann in Douala die Fächer Englisch und Latein. Zwischen 1964 und 1968 macht er in Frankreich sowohl ein Doppel-Diplom in Theologie und Ethnologie als auch seinen Doktor in Philosophie.

Von 1969 bis 1972 ist er Studienleiter am Grand Séminaire de Nkol-Bisson, wo er Theologie lehrt. Auch lehrt er in dieser Zeit als Gastprofessor an verschiedenen Universitäten in den Niederlanden, in Ibadan (Nigeria), Baltimor (USA) und Kinshasa. Später (1978 bis 1984) geht er an die Universität von Abidjan (Elfenbeinküste). Es folgen Professuren an der Universität von Yaoundé (1984-1993) und an der Université catholique d’Afrique Centrale (1994-2004). 1998/99 ist er als Gastprofessor in Harvard, 2000 in Hamburg und 2003 in Lomé (Togo).

Bereits 1968 sorgt Prof. Boulaga durch seine kritischen Positionen gegenüber der christlichen Kirchen in Afrika für Aufsehen, z.B. in seinem Artikel „Bantou problématique“ (Der problematische Bantu, 1968). 1974 spricht er sich in seinem Pamphlet „La démission“ für den geordneten und vollständigen „Abzug“ aller christlichen Missionare aus Kamerun aus. 1980 tritt er schließlich offiziell aus dem Jesuitenorden mit der Begründung aus, er habe bereits 1969 seinen „Glauben verloren“. Sein Werk „Christianisme sans fétiche“ (Christentum ohne Fetisch, 1981) zeugt von einem tief greifenden Reflektionsprozess über die Glaubensfrage in Afrika.

Trotz seiner theoretischen Ausbildung in Philosophie und Theologie ist Prof. Boulaga sehr früh auch an der (politischen) Praxis interessiert. Von 1972 bis 1977 widmet er sich der Aktionsforschung und arbeitet eng mit Dorfinitiativen in Yorro zusammen. Seit 1987 ist er zeitweise als Trainer bei verschiedenen NGOs (Inades, Apica, Cipcre) und verschiedenen Menschenrechtsorganisationen (Fiacat, Gerddes) aktiv. Diese Arbeit veranlasst ihn, über politische Themen zu schreiben (Artikel, Broschüren, Wahlanleitungen und Bücher) und Wahlbeobachtung zu machen.

Publikationen (Auswahl)

  • La crise du Muntu, Authenticité africaine et philosophie, Présence africaine, Paris, 1977 et 1997.
  • Christianisme sans fétiche, Présence africaine, Paris, 1981.
  • Christianity without fetishes, Orbis, New York , 1985.
  • A contretemps, L’enjeu de Dieu en Afrique, Karthala, Paris 1992.
  • Les conférences nationales en Afrique, Une affaire à suivre, Karthala, Paris, 1993.
  • La démocratie de transit au Cameroun, L'Harmattan, Paris, 1997.
  • Lignes de résistance, Éditions CLE, Yaoundé, 1999.
  • Christianity without fetishes, Lit Verlag, Germany , 2002
  • Le génocide rwandais - Les interrogations des intellectuels africains, (Sous dir.), Éditions CLE, Yaoundé, 2006.
  • La dialectique de la foi et de la raison (Sous la direction), éditions terroirs, Yaoundé, 319 pages, 2007.

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