Revolutionen aus dem Off: Eine Retroperspektive des Dritten Kinos im Aufbruch (1955-1977)

"Anlässlich des 40. Jubiläums von 1968 findet ab dem 18. April bis zum 27. Mai 2009 im Zeughauskino Berlin die Filmreihe Revolutionen aus dem Off statt.Das Programm umfasst 34 Filme aus 14 Ländern im Zeitraum von 1955-1977, darunter auch Filme, die in Deutschland nur selten zu sehen waren.

Die anlässlich des 40. Jubiläums von 1968 neuerlich angefachte Diskussion über das gesellschaftliches Vermächtnis der Studentenrevolte belegt die ungeminderte Strahlkraft dieses historischen Datums. Dass sich in den ""langen 1960ern"" in Lateinamerika, Afrika und Asien soziale Bewegungen formierten, die in ihrer revolutionären Vehemenz das Aufbegehren von Paris, Berlin oder Berkeley in den Schatten stellten, fällt leicht aus der eurozentrischen Wahrnehmung jener Ära heraus. Diese an den Rand der Wahrnehmbarkeit gedrängten Revolutionen aus dem Off begünstigten die Entstehung eines politisch und bisweilen ästhetisch radikalen Kinos, das alle Register zog: vom generischen Erzählfilm bis zu experimentellen und dokumentarischen Formen, von Agitprop bis zu kritischer Reflexion, von der Besinnung auf einheimische Traditionen bis zur Anverwandlung modernistischer Einflüsse.
So wie die sozialen Bewegungen, die es begleitete und mitgestaltete, stand dieses Kino für einen dritten Weg jenseits der konkurrierenden Supermächte in Ost und West, aber auch und vor allem jenseits von Hollywood auf der einen und des mit der europäischen Linken assoziierten Autorenfilms auf der anderen Seite – für ein „Drittes Kino“, wie es die Filmemacher Octavio Getino und Fernando E. Solanas in ihrem vor genau 40 Jahren veröffentlichten Manifest „Hacia un tercer cine“ tauften. Die Filmreihe Revolutionen aus dem Off unternimmt den Versuch, die bemerkenswerte Vielfalt politischer und ästhetischer Entwürfe im Einzugsgebiet des Dritten Kinos auf exemplarische Weise vorzustellen: Das Programm umfasst 34 Filme aus 14 Ländern im Zeitraum von 1955-1977, darunter etliche Raritäten, die in Deutschland nur selten zu sehen waren.
Begleitende Einführungen von FilmwissenschaftlerInnen und KritikerInnen erschließen die historischen und ideengeschichtlichen Hintergründe des Dritten Kinos und fragen nach seinem möglichen Nachleben im gegenwärtigen World Cinema. Neben den Programmverantwortlichen sprechen Kayo Adachi-Raabe zu Oshima Nagisas Gishiki (Japan 1971), Regina Câmara zu Glauber Rochas Barravento (Brasilien 1962), Ekkehard Knörer zu Prinz Chatrichalerm Yukols Theptida Rongraem/Hotel Angel (Thailand 1974), Bert Rebhandl zu Ogawa Shinsukes Sanrisuka: Dainitoride no hitobito/Die Bauern der zweiten Festung (Japan 1971) und Simon Rothöhler zu Lino Brockas Insiang (Philippinen 1976).

Nähere Informationen sind dem Programm des Zeughauskinos oder der (in Arbeit befindlichen) Homepage revolutionenausdemoff.de zu entnehmen.
Revolutionen aus dem Off: Eine Retrospektive des Dritten Kinos im Aufbruch eröffnet am 18. April um 18:30 mit Kidlat Tahimiks Mababangong bangungot/Perfumed Nightmare (Philippinen 1977).
"

> BE.BOP 2013

> serie de film berlin

la pirogue

> moussokouma

> nouvelle publication

> cartes postales

> projet 2012-2013

> location / vente

didier awadi der standpunkt des löwen

> nouvelle publikation

Nkechinyere Mbakwe: Oral Nollywood – Trauma und Heilung

> Nouvelle edition

> 200 ans plus tard...

> nouveau CD: Pape & Cheikh

> catalogue exposition

 
© Copyright AfricAvenir 2013 | RSS  Plan du site  Contact  Empreinte | English  Deutsch