Prince Kum’a Ndumbe III.: Afrika ist im Aufbruch, Afrika ist die Zukunft, Teil II

prinz kum'a ndumbe iii

Prinz Kum'a Ndumbe III. eröffnete mit diesem Beitrag das Symposium ,,Theologie interkulturell" 2011 zur Spiritualität in Afrika seit Urzeiten (150.000 Jahre), zum spirituellen Beitrag Afrikas seit Enoch und der Sinnflut und nahm Stellung zur modernen interkultureller Theologie in einer Macht- und Geldbessessenen Welt.

Das Symposium fand an der Goethe - Universität Frankfurt statt im Fachbereich am Fachbereich Katholische Theologie, Wilhelm-Kempf-Haus in Wiesbaden-Naurod. Das Thema Symposiums 2011 war "Afrika im Aufbruch? Analysen und Impulse in interdisziplinärer und interkultureller Perspektive", 25. November 2011.

Afrika ist im Aufbruch, Afrika ist die Zukunft
Fortsetzung, Teil II
(1)
Prince Kum’a Ndumbe III., Universitätsprofessor
Université de Yaoundé I
Fondation AfricAvenir International
www.africavenir.org; www.exchange-dialogue.com

„Wenn ich sage, dass Afrika der Kontinent der Hoffnung ist, tue ich dies nicht aus reiner Rhetorik, sondern ich drücke ganz einfach eine persönliche Überzeugung aus, die auch jene der Kirche ist. Allzu oft bleibt unser Geist bei Vorurteilen oder Bildern stehen, welche die afrikanische Wirklichkeit in einer negativen Sicht darstellen, die von einer betrüblichen Analyse herrührt. Man ist immer versucht, nur das hervorzuheben, was nicht geht; ja, es ist einfach, den belehrenden Ton eines Moralpredigers oder Experten anzuschlagen, der seine Schlüsse auferlegt und letzen Endes wenige geeignete Lösungen vorschlägt. Man ist auch versucht, die afrikanischen Gegebenheiten nach Art eines neugierigen Ethnologen zu untersuchen oder wie einer, der in ihnen nur eine große Reserve an Energie, Bodenschätzen, Landwirtschaft und Menschen sieht, die aus oft wenig edlen Interessen leicht ausgebeutet werden kann. Dies sind die oberflächlichen und rücksichtslosen Sichtweisen, die zu einer Afrika und seinen Einwohnern wenig angemessenen Verdinglichung führen.

Ich bin mir bewusst, dass Worte nicht überall dieselbe Bedeutung haben. Aber jenes der Hoffnung ändert sich kaum von Kultur zu Kultur. Schon vor einigen Jahren habe ich der christlichen Hoffnung eine Enzyklika gewidmet. Von Hoffnung sprechen bedeutet von der Zukunft sprechen und daher von Gott! Die Zukunft wurzelt in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Die Vergangenheit kennen wir gut, bedauern ihre Misserfolge und begrüßen ihre positiven Errungenschaften. Die Gegenwart leben wir, wie wir es vermögen. So gut wie möglich, hoffe ich, und mit der Hilfe Gottes!“ (2)

1- Wieso Afrika im Aufbruch ist

Afrika ist der Kontinent der Hoffnung, bekundet Papst Benedikt XVI. am 19. November 2011 vor Regierungsvertretern und religiösen Führern in Cotonou, Benin und betont, dies sei keine reine Rhetorik, sondern seine persönliche Überzeugung sowie jene der katholischen Kirche.

„Afrika ist im Aufbruch, Afrika ist die Zukunft“, betitelte ich mein in Berlin 2006 veröffentlichtes Buch (3). In Europa sprach man noch vom hoffnungslosen Kontinent, vom „Elendskontinent“, wie der „Spiegel“ mal sein Magazin betitelte (4). Doch: „Afrika ist im Aufbruch, Afrika ist die Zukunft“.“ Dieser Titel irritierte und irritiert immer noch manche, die Afrika als hilfsbedürftigen Almosenempfänger verinnerlicht haben, als aidsverseuchten Kontinent und ewigen Unruheherd, der nur durch ständige humanitäre Intervention des wohlwollenden Westen und Norden vor dem Untergang gerettet werden kann. (5)

In Bayreuth habe ich vor genau 2 Wochen dieses aufbrechende Afrika überzeugend zu zeigen versucht. Erlauben Sie, dass ich diese Darstellung hier ganz kurz zusammenfasse.

  • Der afrikanische Kontinent zählte im Jahre 1900, also nach der transatlantischen Sklaverei und 16 Jahre nach der Aufteilung Afrikas unter den europäischen Mächten nur noch 133 Millionen Menschen. 2010 waren es aber schon über 1 Milliarde Menschen. In 39 Jahren, also im Jahre 2050 werden es 2 Milliarden sein, und 2060 sogar 2,7 Milliarden. Jeder fünfte Erdenbewohner lebt dann in Afrika, und jeder 3,4. Jugendliche lebt auch dann in Afrika und ist unter 30 Jahren.
  • Als viele afrikanische Länder 1960 ihre Unabhängigkeit erlangten, gab es kaum Universitäten auf diesem Kontinent, man konnte nicht einmal ganze 10 afrikaweit zählen. Im Jahre 2010, d. h. 50 Jahre später aber zählt man schon über 800 universitäre Einrichtungen auf dem Kontinent, und eine panafrikanische Universität bestehend aus 5 Hauptzentren in Nord-, West-, Ost-, Zentral- und Südliches Afrika mit jeweils einem Schwerpunkt ist in Planung. Diese Hauptzentren sollen in einem Netzwerk mit anderen Universitäten in Afrika verbunden sein, die auf einem der Gebiete der 5 Schwerpunktwissenschaften arbeiten. Die Universitäten sind nur ein Bespiel für die sehr starke Expansion von Bildungseinrichtungen in Afrika. Die Frage einer afrikazentrierten und entwicklungseffizienten Aus- und Fortbildung ist akutes Thema geworden.
  • 1/3 der Reserven aller Bodenschätze befinden sich auf dem afrikanischen Kontinent.  89% der Reserven für Platin, 81% für Chrom, 61% für Mangan, 60% für Kobalt, 46% für Diamanten findet man in Afrika. Gold wird zu 21% in Afrika ausgeschöpft, Uran zu 20%, Ölreserven belaufen sich auf 10%, 15% der Weltproduktion sollen 2020 aus Afrika kommen.  Andere Mineralien wie Koltan, Niobium, Bauxit, Blei, Kupfer, Eisen, usw. sind je nach Region von entscheidender Bedeutung. Es gibt also objektiv genügend Rohstoffe, um der Wirtschaft Afrikas eine gewisse Autonomie bei der eigenen Ankurbelung zu gewähren. Während mit der jetzigen Finanzkrise die EU-Länder eine Wachstumsrate von maximal 1-2% erwarten können, verzeichnen viele afrikanischen Länder eine Wachstumsrate von 5% in diesem Jahr 2011, die drei Ölländer Nigeria, Angola und Tschad erwarten 6% für 2011, sogar 7,25% für 2012, und der Musterschüler Ghana erreicht sogar einen Rekord von 13,5% in diesem Jahr.
  • Die afrikanische Bevölkerung ist der aufoktroyierten Diktatur müde und lechzt nach Freiheit und neuen transparenten Regierungssystemen. In vielen Ländern gehen Menschen auf die Straße oder hoffen auf faire und transparente Wahlen. Die Manipulation durch ausländische Mächte und Medien des Nordens und kriegerische Interventionen der NATO in Afrika versuchen die Weigerung der Bevölkerung vor jeder weiteren Diktatur so zu instrumentalisieren, dass der Westen noch stärker in Afrika den Kurs der Dinge bestimmt und Afrika weiterhin in struktureller Abhängigkeit und Unterentwicklung hält.

Aus dem Aufstreben des Afrikas im Aufbruch ergeben sich folgende grundlegende und zentrale Fragen in diesem Jahr 2011 für alle Afrikaner und für ihre Staaten:
 

  • Wie können wir Politiker an die Macht bringen, die dem eigenen Volk rechenschaftspflichtig sind, wenn nötig abgewählt werden können, ja Politiker, die dieses Afrika im Umbruch als Chance für die Welt, als Zukunft neu zu gestalten gedenken?
  • Wie können wir eigengedachte politische Systeme basierend auf unserer Kultur und Anschauung der Welt bei uns erfinden und einführen, ohne dass der militärisch starke Norden vor allem unter der NATO eingreift und ein uns fremdes politisches System aufzwingt?
  • Wie können wir unsere Bodenschätze und Rohstoffe zuallererst für unsere Bevölkerung und für die Entwicklung unserer eigenen Wirtschaft einsetzen, ohne dass seitens der NATO ein militärischer Konflikt unter dem Deckmantel der Menschenrechte, der Demokratie und der Freiheit ausgelöst wird?
  • Wie kann Afrika eigene wirtschaftliche Bedürfnisse stillen und Wachstum anhalten, und gleichzeitig dem Westen, sowie den neuen rohstoffbedürftigen wirtschaftlich aufsteigenden Ländern gerecht werden, ohne dass ein internationaler flächendeckender militärischer Konflikt ausgelöst wird?

2. - Von Reichtum, Geld und Spekulationen zur Strukturierung des Mangels und der Armut auf der Welt und in Afrika
Reichtum ist in Fülle auf dieser Welt vorhanden und es gibt keinen ursprünglichen Grund zum Mangel und zur Armut. Wer vor allem in Afrika lebt, dem wird die verschwenderische Üppigkeit tagtäglich vor Augen geführt, sei es in den sandigen, endlosen Wüsten, in den artenreichen tropischen Wäldern, auf den unendlichen Meeren und flutenden Flüssen, unter dem mit Schätzen gefüllten Boden sowie auf der großzügigen und fruchtbaren Erde. Und überall strahlt verschwenderisches Licht, gibt erfülltes Leben und schenkt innige Freude. Man kann lachen, tanzen und danken. Wer in Afrika lebt, der bedarf keiner Statistiken um den Reichtum zu sehen, zu spüren, zu riechen, vor allem in den zentralafrikanischen Ländern. Oft drängt sich eher die Frage auf: Was haben wir eigentlich nicht in diesem unserem Land, was hätte Gott versäumt, uns zu schenken? Man schüttelt eher unverständlich den Kopf, denn unendlich viele Menschen leben in Armut, in einem vor Üppigkeit strotzendem Land wie Kamerun. Den gleichen Gegensatz kann man in so vielen anderen Ländern des Kontinents hautnah erleben, machtlos und verständnislos. Afrika steht eigentlich nicht als Ausnahme da, denn dieser Widerspruch zwischen den von der Natur geschenkten und vom Menschen erarbeiteten Reichtümern und der manchmal bitteren Armut so vieler Menschen in einem Land schockt in jedem Land, auch wenn er besonders krass an vielen Orten Afrikas in Erscheinung tritt.

Wir leben in einem Zeitalter der vom Menschen strukturierten Armut und des vom Menschen erdachten und organisierten Mangels. Wir stehen vor einer historischen Herausforderung des menschlichen Willen, des vom Menschen produzierten Irrsinns und der von der breiten Bevölkerung  geforderten Gerechtigkeit in der Verteilung der Reichtümer dieser Welt.

Die Frage ist nicht, ob diese Erde uns alle mit der Bevölkerungsexplosion ernähren kann und in Reichtum erhalten kann. Die Fülle ist stets vorhanden gewesen, weltweit. Die Frage ist, ob der egozentrische und sich selbstverherrlichende moderne Mensch, der geschult wurde, erst und hauptsächlich nach den Individualinteressen zu trachten, rechtzeitig zur Einsicht gebracht werden kann, dass die Sackgasse des alles für sich Heranraffens so eng geworden ist, dass eine über Nationalgrenzen flächendeckende Explosion weltweit die Fortdauer der menschlichen Gattung auf der Welt ernsthaft und nachhaltig zu gefährden droht. Kein Staat, kein Mensch steht außerhalb dieser global drohenden Gefahr des jetzigen Jahrhunderts und Jahrtausends.

Über die ständigen Reichtümer der Natur hinaus, die unter dem Boden, auf der Erdkruste, auf Meeren und Flüssen üppig vorhanden sind, hat der moderne Mensch das System des Geldverkehrs erfunden, um den Tausch in der Gesellschaft, unter den Nationen und unter Geschäftsleuten zu organisieren. Der egozentrisch denkende und wirkende Mensch gestaltet den Geldverkehr, verortet Fülle und Mangel nach seinem Gutdünken, nach seiner potentiellen überlegenen Macht des Augenblicks, er stellt sich in den Mittelpunkt des Habens und gestaltet das geltende Recht nach seinem individuellem Wohlergehen, er beschützt zuallererst jene Gruppen, die seine Macht sichern, ihm und seinem Wohlstand dienen.

Das exponentielle Wachsen des Geldflusses in der Welt, anstatt den Menschen weltweit zu einem würdevollen Leben auf Erden zu verhelfen, hat eher eine menschlich unvorstellbare Geldakkumulation in den Händen von einigen winzigen Gruppen kapern lassen, die auch Staaten den politischen Kurs zur Organisation der Gesellschaft erbarmungslos diktieren, auch wenn dieses Diktat nicht immer sichtbar und einleuchtend wird. Dieser egozentrisch denkende und wirkende Mensch bestimmt den Wert des Geldes nicht nach den Gegebenheiten der von der Natur geschenkten und stabilen Reichtümer, sondern nach einem eigenen fluktuierenden System des geographisch verorteten Auf- und Abwertens, dieser Mensch entscheidet darüber, welche Arbeit welchen Geldwert an welchem Ort der Welt haben darf. Dabei hat diejenige Arbeit einen absolut höheren Wert, welche seine Macht und die Fortdauer seines erfundenen Systems sichern und ausbreiten hilft. Eine Arbeit, die ihm gar nicht dient, wird abgewertet und aus dem System geworfen. Für Menschen, die in dieser aus dem System geworfenen Arbeit sich abrackern und hart ein Überleben erkämpfen, gilt: Sie werden in bitterer Geldnot und Armut ihr Leben fristen müssen. Der so verbreitete informelle Sektor in afrikanischen Ländern, der 80-90% der arbeitenden Bürger in diesen Staaten beschäftigt, veranschaulicht glänzend diesen Zustand.  

Es ist bei diesem Auf- und Abwerten des erfundenen Geldes hoch interessant zu beobachten, dass das unter dem Boden gelagerte Gold seinen Wert nicht nur erhält, sondern dieser Wert von Generation zu Generation steigt, und wenn es zu einer Finanzkrise kommt, stürzen sich gerade diese Menschen der Machtstrukturen auf das Gold zurück. Gold ist keine Erfindung des Menschen. Gold gehört zur Schöpfung, genauso wie der Mensch zur Schöpfung gehört.

Wie aus einigen Statistiken, die ich anfangs dieses Vortrages gab, herauszulesen ist, gehört der afrikanische Kontinent zu den reichsten Orten der Welt dank der Schätze unter dem Boden, auf der Erdoberfläche, auf den Meeren und Seen. In den letzten 5 bis 6 Jahrhunderten gehörte das von Sklaverei, Kolonialismus und Neokolonialismus besiegte, beherrschte und geschwächte Afrika nicht mehr sich selbst. Die grundlegende Restrukturierung des politischen und militärischen Systems führte zu einer gezwungenen Außenorientierung der Wirtschaft im Dienste der Okkupationsmächte.

Die von Gott geschenkten Reichtümer in der Natur eines bestimmten afrikanischen Landes mussten nun den Weg in die Metropole der Besatzungsmacht nehmen, von Fremden verwalteter und orientierter Rohstoffexport wurde zum Hauptziel der einheimischen afrikanischen Wirtschaft, die Einfuhr verarbeiteter Industriewaren aus den Metropolen der Besatzungsmächte ergänzte das System der in Abhängigkeit haltenden Arbeitsteilung. Man kann das so kurz und bündig ausdrücken:

„Ihr Afrikaner müsst verstehen und hinnehmen, das die natürlichen Reichtümer, die auf eurem Territorium sich befinden nicht euch gehören, sondern uns, den Besatzungsmächten, und nach der offiziellen Besatzung den dominierenden Mächten des industriellen Nordens. Ihr verfügt über keine anerkannte Souveränität über diese Reichtümer. Das ist die gewollte und erzwungene Ordnung der internationalen Beziehungen und ihr müsst sie so hinnehmen, sonst gibt es Krieg bei euch, und ihr werdet, wenn nötig, auch in einer internationalen militärischen  Koalition niedergemetzelt werden.“

Diese lang währende und nachhaltige Niederlage der Afrikaner ermöglichte auch im 19. Jahrhundert die Einführung fremder Währungssysteme, die im ausschließlichen Dienst der Okkupationsmacht, ihres Stellvertreters oder einer der Okkupationsmacht selbst übergeordneten Struktur standen. Die fremde europäische oder von den USA gelenkte Währung organisiert das Wirtschaftssystem auf afrikanischem Boden seit über einhundert Jahren. Diese fremde Währung entscheidet über die Mechanismen der einheimischen afrikanischen Wirtschaft, sie wird auf- oder abgewertet, je nach Bedürfnissen der fremden Macht, nicht einmal nach Absprache mit dem betroffenen afrikanischen Staat – der Staatschef wird lediglich informiert. (6)

Die eigentliche Zentralbank dieser Währung liegt außerhalb des afrikanischen Kontinents, die betroffenen afrikanischen Staaten verfügen über ein Konto dort und können darüber unter bestimmten Bedingungen verfügen, das Konto kann aber auch in Krisensituationen einfach gesperrt werden und das afrikanische Land wird erdrosselt, oder der störende Präsident wird abgesetzt, in die Flucht gejagt order einfach ermordet, am besten durch die Hand eines Mitbürgers.

Diese Mechanismen der Abhängigkeitshaltung und der wirtschaftlichen Unterjochung sind nicht nur der führenden Machtschicht in den jeweiligen Ländern Afrikas allmählich klar geworden, sondern auch der breiten Bevölkerung und ist regelmäßiger Diskussionsstoff auch in den Medien geworden. Die Afrikaner arbeiten seit längerem daran, eine einheitliche afrikanische Währung für den Kontinent auf die Beine zu stellen, der letzte Versuch, der mit einem afrikanischen Währungsfonds in Yaoundé 2011, einer afrikanischen Zentralbank in Abuja 2012 und einer afrikanischen Investitionsbank in Syrte scheiterte vorläufig mit der Ermordung des führenden Gestalters und Finanziers, Mohammar Gaddafi, im Oktober 2011. Gerade Gaddafi hatte eine offizielle Reserve von über 145 Tonnen Gold in der Zentralbank Lybiens (7) zusammengestellt und gedachte damit, einen entscheidenden Beitrag zur Einigung Afrikas zu leisten.

Die Abwälzung der Euro-Krise auf die afrikanischen Länder, die sich gerade im positiven Wachstum befinden, durch eine aufgezwungene eventuelle Entwertung des Francs CFA wird die afrikanische Bevölkerung und die Führungselite noch hellhöriger machen und den Unmut womöglich noch explosiver gestalten.

Die künstliche Konstruktion der Armut in Afrika und die ständigen militärischen Interventionen von außen, um den geschaffenen strukturellen Mangel kontinentalweit aufrechtzuerhalten sind erkannt worden, und diese Erkenntnis gefährdet ernsthaft die reibungslose Kontinuität des ungerechten Systems. Es ist bekannt, dass Afrika seit der Sklaverei, dem Kolonialismus und Neokolonialismus die militärische, politische und wirtschaftliche Schlacht verloren hat, dass der Hauptwiderstand aber in der Kultur währen konnte. Wie sieht heute der Ansturm auf diese afrikanische Kultur aus, auf diese so bewährte Hochburg?
 
3. - Kultur und Religion: von der Verwurzelung religiösen Glaubens in Afrika zur Planung eines 3. Weltkrieges  
„Afrika ist im Aufbruch, Afrika ist die Zukunft“, schrieb ich auf dem Titelblatt meines Buches. In Cotonou sagte Papst Benedikt XVI.: „Die Zukunft wurzelt in der Vergangenheit und in der Gegenwart“, und suchte einen Dialog der Religionen in einem Land mit überwiegender Voodoo-Tradition. Gerade die Entdeckung oder das neue Aufleben der afrikanischen Vergangenheit, Tradition, Kultur und Religion rückt immer stärker in den Mittelpunkt des afrikanischen Alltags. Im Westen Kameruns, z.B. bei den Bamilekes, ist in diesem November wieder die Zeit der „Funérailles“, der Anrufung der in den Tod Vorausgegangenen gekommen. In puren afrikanischen Glaubensritualen werden die in den Tod gerufene Verwandtschaft mit den Lebenden intensiv in Verbindung gebracht, und die Anrufenden gehören allen heutigen Glaubensrichtungen an, ob Moslems, Christen - außer den Zeugen Jehovas und den Pfingstlern -, ob Anhängern afrikanischer Religionen.

Auf der Suche nach der afrikanischen Vergangenheit, Spiritualität und Identität ist auch diese Diskussion aufgetaucht: „Wie war es mit dem Glauben, mit der Religion in Afrika vor zweitausend Jahren, vor dem Christentum, vor dem Islam, wie war es vor 5.000 Jahren zur Zeit der Blüte des schwarzen Altägyptens, wie war es vor 10.000 Jahren, zur Zeit der pliozänen und quartären Pluvialzeiten der Sahara (8), also zur Zeit der biblischen Sintflut Noahs, wie war es mit dem Glauben und der Religion vor 32.000 Jahren, als die Menschheit hauptsächlich aus Schwarzen bestand, wie war es in diesem Afrika, der Wiege der Menschheit vor 150.000 Jahren, als der ‚Homo Sapiens’ seine ersten Schritte auf dieser Erde machte ?“ (9)

In diesem Afrika im Aufbruch wird der Beitrag Afrikas zu den Weltreligionen hinterfragt, das Buch Enochs des Äthiopiers, das 9.000 Jahre vor Christus verfasst wurde und aus dem Jesus Christus selbst auswendig zitierte, wird von Afrikanern heute zur Diskussion gestellt (10). „Guter“, „richtiger“ Glaube konnte nur aus dem Ausland kommen, weit weg von Afrika, so wurde es den Gläubigen Afrikas im letzten Jahrhundert in den Moscheen und in den Kirchen eingehämmert. Nun drängt sich aber die afrikanische uralte religiöse Vergangenheit seit Menschengedenken auf, und es wird eindeutig, dass gerade Afrika Mutter des Glaubens und der Religion mit schriftlichen Texten ist, mehrere Jahrtausende vor den beiden in Afrika importierten Weltreligionen Islam und Christentum.

„Afrika ist im Aufbruch“, Krieg wird aber angesagt, Krieg der Religionen zwischen Christentum und Islam auf afrikanischem Boden. „Marshallplan oder Internationaler Notplan zur Bekämpfung des Fortschreitens des radikalen Islams und des iranischen Einflusses auf Nordafrika und im Mittleren Osten“ liest man, oder „Kampf gegen Islam: Israel handelt in Afrika“. (11)

Auf der christlichen Seite entwickelt sich ein radikales Christentum, importiert aus den USA. Der einflussreiche Pastor Rod Parsley der „World Harvest Church“ aus Colombus in den USA, der vom Präsidentschaftskandidaten Mc Cain als „spiritueller Lehrer“ und Berater betrachtet wurde, schrieb in seinem Buch „The 2005 Silent No More“ vom notwendigen Krieg zwischen Christentum und Islam, den er als Religion des Anti-Christen oder als falsche Religion brandmarkte. Er fordert die USA auf, den Islam auszulöschen. Er geht sogar soweit zu behaupten, die Daseinsberechtigung der USA bestünde zum Teil darin, den Islam völlig aus der Welt zu schaffen. (12) In diesem Verständnis entstand auch der Begriff „Achse des Bösen“, der 11. September sollte als Auftakt zum Weltuntergang und zur Einrichtung des Reich Gottes sein, wobei der von George W. Busch ausgelöste Krieg gegen den Irak als eine der Hauptstufen zu verstehen war. (13) Dies alles wirft uns auf die Zeit der Kreuzzüge zurück, wo im Namen Christi, Päpste zum Mord gegen Andersgläubige aufriefen und dennoch heiliggesprochen wurden. Papst Urban II., der am 27. November 1095 zum 1. Kreuzzug aufrief, oder Martin Luther fünf Jahrhunderte später in seiner „Heerpredigt wider den Türken“ aus dem Jahre 1529 stehen als gute Beispiele für diesen gesegneten Kampf gegen den Islam. (14)

Im Koran und vor allem im Leben des Propheten Mohamed suchen Anhänger des Jihads Basisrechtfertigungen für den Kampf gegen Andersgläubige:

“The suras or chapters in the Koran were transcribed first in Mecca and then in Medina. In Mecca Muhammed courted the Jews but in Medina, after they failed to accept Muhammed as their last Prophet he turned on them. Ibn Ishaq, in the first biography about Muhammed wrote as follows about the surrender of the Jews at B. Qurayza; " Then they surrendered, and the apostle confined them in Medina in the quarter of d. al-Harith, a woman of B. al -Najjar.  Then the apostle went out to the market of Medina (which is still market today) and dug trenches in it. Then he sent for them and struck off their heads in these trenches as they were brought to him in batches.  Among them was the enemy of Allah Huyayy b. Akhtab and Ka'b b Assad their chief.  There were 600 or 700 in all although some put the figure as high as 800".  This biography of Muhammed was written by a Muslim about one hundred years after Muhammed’s death.” (15)

Der radikale Islam der Gegenwart wird deutlich durch den Brief von Osama Bin Laden an Amerika vom 24. November 2002 (Ladenise Epistle) grundlegend erklärt. Im Namen des Allmächtigen und Gütigen Allah soll der Kampf gegen Anhänger des Irrglaubens und des Bösen, d.h. gegen Juden und Christen aufgenommen und zum Sieg geführt werden.

In the Name of Allah, the Most Gracious, the Most Merciful,

"Permission to fight (against disbelievers) is given to those (believers) who are fought against, because they have been wronged and surely, Allah is able to give them (believers) victory" [Quran 22:39]

"Those who believe, fight in the cause of Allah, and those who disbelieve, fight in the cause of Taghut (anything worshipped other than Allah e.g. Satan). So fight you against the friends of Satan; ever feeble is indeed the plot of Satan."[Quran 4:76]

Some American writers have published articles under the title 'On what basis are we fighting?' These articles have generated a number of responses, some of which adhered to the truth and were based on Islamic Law, and others which have not. Here we wanted to outline the truth - as an explanation and warning - hoping for Allah's reward, seeking success and support from Him. (16)

Jeder beansprucht Gott für sich, exklusiv, um den anderen zu bekriegen und zu töten. In Nigeria tobt seit Jahren schon ein Krieg zwischen Christen und Moslems, und die “Born Again Christians” und „Boko-Haram“ Gruppen verunsichern das Land im Namen Allahs oder im Namen Jesu Christi. (17)

Die Instrumentalisierung des Gottesglaubens verdeckt rein irdische, wirtschaftliche, weltpolitische und geostrategische Ziele eines Machtmonopols. Im Ost-Westkonflikt wurden Stellvertreterkriege vor allem in Afrika, Lateinamerika und Asien geführt, sie tobten woanders, aber nicht in den Metropolen der beiden Blöcke selbst, wo ein Scheinfriede im „Gleichgewicht des Schreckens“ herrschte.

Mit der Invasion der US-Armee im Irak greift eine Koalition der führenden reichen Staaten ein Land des Südens direkt an. Dies wurde in Côte d’Ivoire gegen Präsident Laurent Gbagbo und in Lybien gegen Muammar Gaddafi  2011 fortgeführt. Die Hinrichtung von Osama Bin Laden in Pakistan 2011, der angekündigte Krieg gegen Syrien unter Baschir El Assad und gegen den Iran unter Mahmoud Ahmadinejad reihen sich auch in diese Logik. (18)

Der reiche Norden beansprucht in einer Staatenkoalition das internationale nukleare Gewaltmonopol, die widerspruchslose Entscheidungsmacht über die Reichtümer der Welt unter dem Boden, auf der Erdoberfläche, auf den Seen und Meeren, auf den anderen Sternsystemen außerhalb des Planeten Erde, und dieses reiche Staatenkartell kämpft erbittert darum, das Finanzsystem der Welt maßgeblich kontrollieren zu können. Mit militärischer Macht durch postmoderne Waffensysteme, die kaum Eigenschaden verursachen aber verheerendes Leid und totale Zerstörung beim Feind vor allem in der Südhemisphäre verursachen, ist diese reiche Staatenkoalition des Nordens bemüht, die Reichtümer Gottes auf der Welt und das vom Mensch erfundene Geldsystem in ihren Händen exklusiv zu kontrollieren. Dabei wird Glaube und Irrglaube ins Spiel gebracht, auf der oft ehrlichen Suche nach Gott. Menschen niedermetzeln sich in feindselig gestalteten religiösen Gruppen gegenseitig. Und jeder gibt an, in Gottes Auftrag und gottgerecht zu handeln, Menschenmassen rufen Gott gegen den Feind, Einzelne opfern tiefgläubig ihr Leben im Heldentod auf und erhoffen sich das Gotteshaus im Jenseits.

Aber gerade in diesem Prozess des Krieges bereichert sich fast grenzenlos eine winzig kleine Gruppe von Menschen, die Reichtümer Gottes und das Geldsystem für sich erfolgreich gekapert und in eigenen Händen noch stärker konzentriert hat. Elend, Armut und Mangel breiten sich dann noch schlimmer aus, krass in den verwüsteten Ländern, aber auch sichtlich in den Zentren eines ungleichen Wohlstands. Wir stehen vor der Tür eines 3. Weltkrieges und wollen es nicht wahrhaben, solange er nicht vor der eigenen Haustür schon tobt. Ähnlich wie in der Zeit vor dem 2. Weltkrieg erleben wir genau begrenzte Blitzkriege, diesmal von einer Koalition von militärisch stark überlegenen Staaten gegen einen ganz bestimmten kleinen und militärisch schwachen Staat (Irak, Afghanistan, Côte d’Ivoire, Libyen). Nur, wie lange noch wird diese vereinte Blitzkriegsstrategie erfolgreich währen, ohne einen umfassenden, weltweiten Krieg auszulösen?

„Afrika ist im Aufbruch, Afrika ist die Zukunft“. Durchschaut man diese Piraterie der von Gott für die gesamte Menschheit geschenkte Fülle durch eine winzig kleine aber höchst organisierte Gruppe von Menschen, die Armut und Mangel weltweit nachhaltig gestalten und als Massendestruktive Waffen erbarmungslos gebrauchen (19), und dies um allein in einem unnötig überflüssigen Wohlstand zu verharren, durchschaut man die lange Geschichte des Glaubens an den obersten und einzigen Schöpfer seit Geburt der Menschheit in Afrika, und genauer seit dem Homo Sapiens vor 150.000 Jahren, durchschaut man den Machthunger von Menschen, die andere auch in Gottes Namen auf jeden Fall unter ihre exklusive Führung zu zwingen trachten, so drängt sich folgender Appell auf:

„Die von Gott gegebene Fülle auf jeder Ecke der Welt ist sichtbar. Der blind gewordene und herumirrende, aber vor Arroganz und Selbstgenügsamkeit strotzende Mensch, der diese Fülle nicht mehr wahrnimmt und übersieht, lebt in der Überzeugung, dass nur, indem er dem Anderen das ihm von Gott Geschenkte weg raubt, er selbst dann zu Wohlstand und Reichtum gelangt. Aber Fülle ist sichtbar überall, spürbar, greifbar, in Afrika erst recht gehört dies zur Alltagserfahrung. Wir Menschen des 21. Jahrhunderts stehen vor der dringenden Notwendigkeit, zur Bescheidenheit zurückzufinden und Gottes Liebe und Wille auf Erden walten zu lassen, damit Er sein Werk vollendet, in Gerechtigkeit und Würde für alle Menschen. Wir sollten uns dahin bemühen, und den drohenden 3. Weltkrieg noch rechtzeitig stoppen.“

Douala/Frankfurt, den 25. November 2011

Fußnoten:

(1) Teil I: Afrika ist im Aufbruch, Afrika ist die Zukunft, Douala/Bayreuth, 11.11.2011 (Zukunftsforum Wissenschaft – Kultur- Gesellschaft/ Stadt Bayreuth und Universität Bayreuth - Institut für Afrikastudien (IAS), ÜberMorgen – Trendsetter Afrika, in: www.africavenir.org; www.exchange-dialogue.com
(2) Ansprache von Papst Benedikt XVI. in Benin beim Treffen mit zivilen und religiösen Führungspersönlichkeiten, in: ZENIT, die Welt von Rom aus gesehen, ZG11111901 - 19.11.2011, http://www.zenit.org/article-24054?l=german
(3) Kum’a Ndumbe III., Afrika ist im Aufbruch, Afrika ist die Zukunft – An die Mitbürger der Einen Welt im anbrechenden 21.Jahrhundert – herausfordernde Reden zur Begegnung, Band II, Verlag AfricAvenir/Exchange & Dialogue; Berlin/Douala, 2006
(4)Titelblatt des Spiegels : Elends-Kontinent Afrika. Rettung durch die Weißen? Nr. 51/1992, 14.12.1992
(5) Afrika ist im Aufbruch, Afrika ist die Zukunft, Rede vor der Universität Bayreuth anlässlich des Symposiums „ÜberMorgen- Trendsetter Afrikas“, am 11.11.2011, in: www.africavenir.org, www.exchange-dialogue.com
(6) Der Franc CFA (ursprünglich Comptoirs Français d’Afrique, dann Colonies Françaises d’Afrique, also Französische Niederlassungen in Afrika, dann Französische Kolonien Afrikas) wurde 1994 von Frankreich abgewertet, die afrikanischen Staatsoberhäupter wurden lediglich auf einer Versammlung informiert, dasselbe soll für die Entwertung ab 1. Januar 2012 gelten, denn nach Medienberichten werden zur Zeit die afrikanischen Staatschefs einzeln informiert. Siehe hierzu: Les malheurs continuent sous Ouattara : Le Franc CFA dévalué le 1er janvier 2012, in :  http://news.abidjan.net/h/417231.html. Diese Meldung hat sich jedoch nicht bestätigt.
(7) Le Monde 9 Sept 2011, http://www.lemonde.fr/libye/article/2011/09/08/kadhafi-a-vendu-20-de-l-or-libyen-avant-sa-fuite_1569585_1496980.html
(8) Büdel, Julius, Die pliozänen und quartären Pluvialzeiten in der Sahara. Eiszeitalter und Gegenwart, Band 14, 1963
(9) Zu dieser Diskussion, siehe u.a. Kum’a Ndumbe III, L’Afrique s’annonce au rendez-vous, la tête haute!  2è édition, Ed. AfricAvenir/Exchange & Dialogue, Douala/Berlin/Wien 2011 ; Jean Philippe Omotunde, « Hymnes et Prières KAMITS », vol. 7, Ed. Menaibuc, Paris 2009, Doumbi Fakoly, les chemins de la Maât, Ed. Menaibuc, Paris, 2008
(10) Ronald K. Brown, The Book of Enoch, GBTS Press, San Antonio, Texas, 1998 ; Jovanovic, P., Bruyant, A. M., Enoch – Dialogue avec Dieu et les Anges, Le Jardin des Livres, Paris, 2002; Indus Khamit Cush; Enoch, The Ethiopian: The Lost Prophet Of The Bible: Greater Than Abraham, Holier Than Moses, A&B Publishers Group, Brooklyn, New York, 2000
(11) "Plan MARSHALL" ou plan international d'urgence pour empêcher la progression de l'Islam radical et l'influence iranienne en Afrique du Nord et au Proche-Orient ?; in http://lessakele.over-blog.fr/article-plan-marshall-ou-plan-international-d-urgence-pour-empecher-la-progression-de-l-islam-radical-et-l-influence-iranienne-en-afrique-du-nord-et-au-proche-orient-68893545.html; Lutte contre l’Islam : Israël agit en Afrique, 16 Nov. 2011, in www.israel7.com/2011/11/lutte-contre-l’islam-israel-agit-en-afrique
(12) Vgl. PressTV-Sendung von Rod Parsley vom 13. März 2008, dazu: http://www.presstv.com/detail.aspx?id=47232
(13) Dazu ausführlich die Arte Sendung „De la croisade à la contrition“ mit dem Videofilm in 4 Teilen  „George W. Bush sous l’emprise de Dieu“  und Olivier Bombarda : « Depuis toujours en Amérique, christianisme et nouvel ordre mondial sont étroitement liés. Vivre les utopies, concrétiser les idéaux libéraux et les exporter vers les autres pays – voilà le projet des Américains. Les Etats-Unis se considèrent comme le « God’s own country » et la mission de George W. Bush, libérer l’Irak de Saddam Hussein par la violence, fait partie de son devoir chrétien d’améliorer le monde. » ; in : http://raton-laveur-l-aigle.hautetfort.com/evangeliques-et-usa/
(14) Die Päpste des Mittelalters und der Neuzeit sahen im Islam eine Bedrohung der weltweiten kirchlichen Macht, die man durch Krieg bekämpfen müsse. So rief Papst Urban II. am 27. November 1095 zum ersten Kreuzzug auf, um das Christentum im Nahen Osten von der Herrschaft der Moslems zu befreien. Papst Urban II. wurde 1881 von Papst Leo XIII. selig gesprochen. Bedeutsam für die Kirche ist auch Papst Innozenz III., der 1098 zum vierten Kreuzzug und 1215 zum fünften Kreuzzug aufrief. Er forderte auch auf, alle christlichen Abweichler vom Katholizismus zu ermorden und rief deshalb auch zum Kreuzzug gegen die urchristlichen Katharer auf (1209-1229), die auf päpstliches Geheiß im Laufe der Jahre allesamt umgebracht wurden. Die Leiche des Papstes, der eines natürlichen Todes starb, wird seit 1891 in der Kirche San Giovanni in Laterano in Rom von den Gläubigen verehrt.

Auch Martin Luther sah, wie die Päpste, im Islam der türkischen Osmanen die große Bedrohung für das kirchenchristliche Abendland. Er predigte deshalb im Jahr 1529: "... weil die Christen ... ein jeglicher von seiner Obrigkeit, zum Streit wider die Türken gefordert und berufen werden, sollen sie tun als die treuen und gehorsamen Untertanen (wie sie denn gewisslich tun, so sie rechte Christen sind) und mit Freuden die Faust regen und getrost dreinschlagen, morden, rauben und Schaden tun so viel sie immer mögen, weil sie eine Ader regen können ... werden sie darüber erschlagen, wohlan, so sind sie nicht allein Christen, sondern auch gehorsame, treue Untertanen gewesen, die Leib und Gut in Gottes Gehorsam bei ihren Oberherrn zugesetzt haben. Selig und heilig sind sie ewiglich ..." (Eine Heerpredigt wider den Türken, D. Mar. Luther. Anno 1529; Tomos 4, S. 494 b-496), zitiert aus:
Kirche, kirchliches Christentum und Islam, in: « Der Theologe », Nr. 36, http://www.theologe.de/kirche_islam.htm
(15) G. Richard Jansen, Two Religious Wars, 400 Years Apart - 1517-1651; 1922 –Today, Colorado State University Fort Collins, CO 80521, January 25, 2007,in: lamar.colostate.edu/~grjan/two_religious_wars.html
(16) Zum « Brief an Amerika » von Bin Laden:  In the Name of Allah, the Most Gracious, the Most Merciful, vollständig in: The Guardian, 24 Nov. 2002, www.guardian.co.uk/world/2002/nov/24/the Observer
(17) Vgl. Nigeria Christian / Muslim Conflict, in: Global Security, 11-07-2011 http://www.globalsecurity.org/military/world/war/nigeria-1.htm;Vgl auch  The Rise of Boko Haram, Why the Christmas Day bombings in Nigeria could be the harbinger of much worse to come, by David Francis, December 28, 2011, in: Foreign Policy, http://www.foreignpolicy.com/articles/2011/12/27/the_rise_of_boko_haram
(18) über solche politische Morde siehe : Etienne Dubuis, L’assassinat des dirigeants étrangers par les Etats-Unis – Un siècle au service de la puissance américaine, Ed. Favre, Lausanne, 2011
(19) Jean Ziegler, Destruction massive – Géopolitique de la faim, Seuil, Paris 2011

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