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Livre

AfricAvenir (Hrsg.): 50 Jahre afrikanische Un-Abhängigkeiten - Eine (selbst)kritische Bilanz

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Price: 15.90 EUR

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Und wie fühlt sie sich an, diese Unabhängigkeit nach 50 Jahren? Was waren die Hoffnungen, die Visionen? Welche Kämpfe wurden gewonnen, welche verloren? Welchen Beitrag leisteten die Frauen? Wie wird dieser gewürdigt? Was schließlich sagt Afrikas Jugend heute zu Lumumba, Nkrumah, Machel und Mandela?

Intellektuelle und Aktivist/innen, Dichter/innen, Performer/innen und Schriftsteller/innen geben einen Einblick in die aktuellen Debatten um Unabhängigkeit und Dekolonisierung in Afrika. Unterschiedliche Beiträge – vom Fachartikel bis zur historischen Rede, über Hommagen, Gedichte und Songtexte – eröffnen vielfältige Zugänge zu politischen, ökonomischen und kulturellen Aspekten des Themas. AfricAvenir International e.V. präsentiert hier eine kritische Bilanz der afrikanischen Unabhängigkeiten und macht damit gesellschaftliche Debatten, die aktuell auf dem afrikanischen Kontinent geführt werden, auch den deutschsprachigen Leser/innen zugänglich.

Einerseits dokumentiert die Publikation hochkarätige Vorträge, die im Rahmen unserer diesjährigen Vortragsreihe in Berlin u.a. von Eboussi Boulaga, Daho Djerbal, Kum’a Ndumbe III. und Ibrahima Tioub gehalten wurden; ergänzt werden diese Vortragsskripte durch Texte von herausragenden Autor/innen wie z.B. Achille Mbembe und Micere Mugo. Weiterhin gibt es Auszüge aus politischen Reden der „Väter“ der Unabhängigkeit wie Lumumba und Nkrumah sowie eine ausführliche Zeitleiste, welche die historischen Fakten der afrikanischen Unabhängigkeiten vor Augen führt.

Andererseits bieten Gedichte von Chirikure Chirikure und Micere Mugo, Songtexte des Hip Hop Musikers Didier Awadi sowie literarische Beiträge von Shailja Patel, Papy Maurice Mbwiti und Abdourahmane Wabéri einen vor allem emotionalen Zugang zum Thema, der visuell durch eine Fotostrecke zur namibischen Unabhängigkeit von Tony Figueira sowie Fotos einer Bildungsreise in den Senegal zur DAK’ART 2010 ergänzt wird.

In Zusammenarbeit mit der |+| Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle produziert, stellt der Band auch auf gestalterischer Ebene eine innovative Bearbeitung des Themas „50 Jahre afrikanische Un-Abhängigkeiten“ dar.

Die redaktionelle und gestalterische Entwicklung der Originalausgabe (2010) wurde finanziell unterstützt durch die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit Berlin, InWent (aus Mitteln des BMZ), die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" und den Evangelischen Entwicklungsdienst (eed).
Das zugrunde liegende Projekt „Dialogforum: Un-Abhängigkeiten in Afrika“ sowie diese dritte gedruckte Auflage wurde von der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" gefördert.

|+| Leseprobe (pdf, 3,6 MB)
|+| Inhaltsverzeichnis (pdf, 66 KB)
|+| Flyer (1,7 MB)

Rezensionen

"Das Buch verleitet augenblicklich zum Blättern und Schmökern: Der Buchdeckel steht voller Zitate, aus dem sich bei genauerer Betrachtung leicht rot der afrikanische Kontinent abhebt. Bunte Ränder an den Seiten, farbige Schrift, Farbfotos in der modernen, leicht unscharfen Doppeloptik, groß gedruckte Gedichte ... das Buch verspricht weitere Überraschungen. Man kann nicht widerstehen (...)" Birgit Morgenrath, WDR 3 Resonanzen (4.3.2011)

"Genau die Ambivalenz von Stolz und Frustration wollen die Herausgeber des Buches zum Ausdruck bringen. Ihnen geht es um die Vielstimmigkeit, mit der die Unabhängigkeiten in Afrika diskutiert werden. Unter dem Strich steht dabei eine Bilanz, die trotz aller Kritik und Selbstkritik wie der Appell an einen Aufbruch wirkt, die von Kraft strotzt und dem Willen nach Veränderung. Wer bisher mit großer Skepsis auf den Kontinent blickte, gewinnt nach Lektüre der vielen Innenansichten ein Stück Zuversicht zurück." |+| Philipp Hoffmann, Volksstimme

"Gerade im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen in Nordafrika sind die Beiträge interessant. Vor den Revolutionen geschrieben, wird hier ein innerafrikanischer Diskurs den deutschsprachigen Leser/innen zugänglich gemacht. Bis zu 50% der afrikanischen Gesellschaften bestehen aus Menschen unter dreißig. Obwohl formal unabhängig, werden sie weiter für Selbstbestimmung kämpfen." |+| Nina Marie Bust-Bartels, taz vom 13.03.2011

"[Die Publikation] bietet mit einer stimmigen und flüssig zu lesenden Übersetzung eine für deutschsprachige Leser/innen seltene Gelegenheit: Ohne eigene Übersetzungsarbeit die immer noch marginalisierte Sicht von Afrikaner/innen auf ihren Kontinent und dessen Geschichte zu erfahren." Susanne Reinhardt, iz3w Mai/Juni 2011, S. 324

"Ganzseitige schnappschussartige Fotos afrikanischer Straßenszenen sowie unterschiedliche Autorenporträts, lassen das Buch eine eigene Dynamik entwickeln; die vorgetragene Diskussion bekommt durch die innovative Gestaltung ein aktuelles Gesicht. Der Verzicht auf eine chronologische Ordnung soll es den Lesern ermöglichen, jederzeit in ein Thema einzusteigen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft werden damit zu Gunsten einer Gleichzeitigkeit afrikanischer Modernität aufgelöst." |+| Slanted.de

"Die Vielfalt an Interventionen und die Vielfältigkeit an Autor/innen verleihen dem Band eine besondere Qualität. Als kritisches Dokument – wie es sich selbst betitelt – ist das Buch eine herausragende Bilanz, die Bestand haben wird. Ohne Zweifel ist es eine beeindruckende Analyse eines wichtigen Moments in der Geschichte eines Kontinents (…) " Prof. V.-Y. Mudimbe, Duke University

"(...) Es ist dem europäisch-afrikanischen Verein AfricAvenir zu danken, dass er die Nischen das Jahr über besonders intensiv besetzt und namhafte afrikanische Denker nach Berlin eingeladen hat. So ist aus der Vortragsreihe „50 Jahre afrikanische Un-Abhängigkeiten“ nun zum Ende des Jubiläumsjahres ein gleichnamiger Sammelband hervorgegangen, der Zeugnis ablegt davon, was abseits von eurozentrischem Fatalismus und Paternalismus auf dem und über den Kontinent gedacht wird." Marie-Sophie Adeoso, |+| Frankfurter Rundschau, 27.12.2010

"Sie [die Herausgeber] möchten die afrikanische Stimmenvielfalt einer deutschsprachigen Leserschaft zugänglich machen. Und das gelingt ihnen, indem sie mit wertvollen Denkanstößen einer Dekolonisierung auch des europäischen Geistes Vorschub leisten." Marie-Sophie Adeoso, |+| Frankfurter Rundschau, 27.12.2010

"(...) darin liegt die Stärke des Buchs, das konsequent afrikanische Stimmen zu Wort kommen lässt und afrikanische Positionen bekannt macht. In vergleichbaren deutschen oder internationalen Publikationen sind Beiträge afrikanischer AutorInnen eine Seltenheit. Die afrikanische Sichtweise wird ausgeklammert und übersehen." Konrad Melchers, |+| EPO

"(...) der Untertitel der Ausgabe ist gesetzt: ‘eine selbstkritische Bilanz’. Das 260 Seiten starke Buch ist hervorragend aufgemacht, inhaltlich überzeugend & könnte zum Standardwerk der afrikabezogenen, jüngeren Literatur werden, im Sinne von Foucaults ‘ein Buch, das andere ermöglicht’. Katharina Fink, Universität Bayreuth, (BIGSAS), |+| Revolvermädle
"(..) dies ist ein wichtiges Geschenk, eine Kompilation für alle Heranwachsenden in ihrer umgebung, die lernen wollen; für alle Älteren, die vielleicht doch noch ver-lernen wollen; für alle mit offenen Ohren & Herzen (...) in diesem Buch stecken Arbeit & Engagement - es ist schön & wichtig, und kommt zu einem richtigen Moment." Katharina Fink, Universität Bayreuth, (BIGSAS), |+| Revolvermädle

"Diese auch in ihrer Aufmachung sehr empfehlenswerte Publikation enthält Vorträge namhafter afrikanischer Denker (Eboussi Boulaga, Daho Djerbal, Kum´a Ndumbe III., Ibrahima Tioub), die der europäisch-afrikanische Verein AfricAvenir 2010 nach Berlin eingeladen hatte. Sie werden ergänzt von Texten weiterer afrikanischer Autorinnen und Autoren, etwa Achille Mbembe, Micere Mugo, Julius Nyerere und Thomas Sankara. Daneben stehen Auszüge aus politischen Reden der „Väter“ der Unabhängigkeit wie Patrice Lumumba und Kwame Nkrumah (...) Herausgekommen ist ein abwechslungsreiches und zum Nachdenken anregendes Buch, das wertvolle Denkanstöße auch zur Dekolonisierung des europäischen Geistes liefert." |+| welt-sichten

Inhaltsverzeichnis

  • |+| Editorial (pdf, 67 KB)
  • 50 Jahre Dekolonisierung in Afrika
    Achille Mbembe
  • Wirbelwind
    Chirikure Chirikure
  • Die Unabhängigkeit vor 50 Jahren! Die Unabhängigkeit seit 50 Jahren?
    Kum’a Ndumbe III.
  • Die Unabhängigkeit des Kongo ist ein Schritt in Richtung der Befreiung des ganzen afrikanischen Kontinents – Rede von Patrice Lumumba zur Unabhängigkeitsfeier der Demokratischen Republik Kongo
    Patrice Lumumba
  • Angenommen, jemand sagt das Wort „unabhängig“ zu dir...?
    Papy Maurice Mbwiti
  • Die Rolle der Frauen in afrikanischen Befreiungsbewegungen – Ein illustratives Beispiel aus Kenia
    Micere Mugo
  • Mau Mau Geschichtsunterricht
    Shailja Patel
  • Wir führten den Krieg
    Chirikure Chirikure
  • „Die Unabhängigkeit ist das größte Ereignis in meinem Leben“
    Auszüge aus „Tears of Courage – Five Mothers, Five Stories, One Victory”
    Ellen Ndeshi Namhila
  • Mutter Afrikas Matrioten
    Micere Mugo
  • Ich spreche von Freiheit
    Rede von Kwame Nkrumah 1961
    Kwame Nkrumah
  • Auch wir beten
    Didier Awadi & Julius Nyerere
  • Zwischen Utopie und Realpolitik: Der Rassemblement Démocratique Africain
    Ibrahima Thioub
  • Der Afro – ein real-utopisches Projekt
    Gallo Thiam & Mansour Ciss
  • Die Ursprünge der Schulden liegen im Kolonialismus
    Rede von Thomas Sankara in Addis-Abeba am 29. Juli 1987
    Thomas Sankara
  • „Wage es, die Zukunft neu zu erfinden“
    Didier Awadi & Thomas Sankara
  • Afrika: 50 Jahre danach gilt es (immer noch), die Zukunft zu gestalten
    Tiécoura Traoré
  • „Man triumphiert nicht, indem man das Schlechte ignoriert, sondern sich ihm stellt.“
  • Dekolonisierung als andauernde Herausforderung
    Iba Der Thiam
  • 125 Jahre kamerunischer Widerstand gegen den Kolonialismus – 22. Dezember 1884 - 22. Dezember 2009
    Kum’a Ndumbe III.
  • Erobert euer kulturelles erbe zurück
    Rede von Cheikh Anta Diop in Niamey 1984
    Cheikh Anta Diop
  • „Eine Nacht des Glaubens“
    Eine Meditation über die Anfänge und die historische Rolle von Présence Africaine im Rahmen der afrikanischen Unabhängigkeiten
    Valentin Mudimbe
  • Film als Mittel der Befreiung und der Einheit Afrikas
    Manthia Diawara
  • Design und Unabhängigkeit
    Saki Mafundikwa
  • Freiheitseuphorie auf der Independence Avenue
    Fotostrecke zur Unabhängigkeit Namibias
    Tony Figueria
  • Der Wiederaufbau von Karthago
    Rede des Präsidenten der Republik Südafrika, Nelson Mandela, beim Treffen der OAU Staats- und Regierungschefs
    Nelson Mandela
  • Wir werden uns erheben und eine Nation erschaffen
    Micere Mugo
  • Gewalt als rekurrenter Faktor im postkolonialen Algerien – zwischen traumatischem Erbe und Wille zur Veränderung
    Daho Djerbal
  • Samora
    Didier Awadi & Samora Machel
  • Wenn wir den Begriff „Entwicklung“ akzeptieren, sind wir verloren
    Von der Notwendigkeit einer gegenseitigen „Dekolonisierung“ unseres Denkens
    Eboussi Boulaga
  • Hallo, hier ist Papa Afrika!
    Abdourahman A. Wabéri
  • Zeitleiste: 50 Jahre afrikanische Un-Abhängigkeiten
  • Weiterführende Literatur
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