Projektpraktikum: Deutsche Kolonialgeschichte sichtbar machen

Für das Projektpraktikum "Deutsche Kolonialgeschichte sichtbar machen" ab April 2015 bei AfricAvenir (Berlin) und Gapo Heritage Consult (Accra) könnt ihr euch noch bis 10. Januar hier bewerben!

Bei ASA-SüdNord arbeitet ein internationales Team für ein halbes Jahr zusammen: zwei Teilnehmende aus Deutschland und zwei aus dem Partnerland im Globalen Süden besuchen und gestalten zunächst zwei mehrtägige Seminare in Deutschland. Sie absolvieren drei Monate ihrer Praxisphase in Deutschland, drei weitere Monate im Partnerland. Bereits während der Praxisphase in Deutschland führen sie gemeinsam eine Aktion Globalen Lernens durch. Die Teilnehmenden aus Deutschland schließen das Programm mit einem weiteren Seminar ab.

Haben Sie grundlegende Kenntnisse zur deutschen Kolonialgeschichte und fragen sich, warum diese in der deutschen Öffentlichkeit kaum eine Rolle zu spielen scheint? Würden Sie sich gerne weiterführend damit auseinandersetzen und Deutschlands Rolle als historische Kolonialmacht thematisieren? In diesem Projektpraktikum von Gapo Heritage Consult und AfricAvenir Deutschland haben Sie die Gelegenheit dazu. Es ist dabei von Vorteil, wenn Sie bereits kulturelle Veranstaltungen organisiert oder Ausstellungen kuratiert haben. Auch das Interesse an Öffentlichkeitsarbeit oder Grundkenntnisse in Grafikdesign, Videoproduktion, historischer Forschung und/oder Archivarbeit sind wünschenswert.

AfricAvenir International ist eine politisch unabhängige und gemeinnützige Nichtregierungsorganisation mit Hauptgeschäftsstelle in Douala, Kamerun. Die deutsche Sektion setzt sich seit dem Jahr 2000 für postkoloniale Bildung in Deutschland ein. Sie organisiert Veranstaltungen wie Podiumsdiskussionen, Filmvorführungen und Ausstellungen und leistet zusätzlich Kampagnenarbeit. Dafür greift die Organisation auf das Wissen eines Netzwerks aus Afrikaner_innen, afrikanischer Diaspora und anderen politischen Organisationen wie Berlin Postkolonial zurück. Aktuell sind im Büro in Berlin Mitte eine hauptamtliche Koordinierungsstelle, zwei Praktikant_innen und zehn bis 15 Ehrenamtliche in die tägliche Arbeit eingebunden.

Die Gapo Heritage Consult (GHC) ist 2005 von Dozent_innen des Instituts für Archäologie und Studien kulturellen Erbes der Universität Ghanas in Legon gegründet worden, mit der sie immer noch eng verbunden ist. Die Organisation will breites Wissen über archäologische, anthropologische und kulturhistorische Forschung abseits der Wissenschaftslandschaft vermitteln und durch die Zusammenarbeit mit den regionalen Museen in der Volta-Region, traditionellen Autoritäten und dem Zentrum für Nationale Künste kulturelle Bildung und den Tourismus der Region stärken.

Ziel des Projekts ist es, das koloniale Erbe in den Beziehungen Deutschlands und der Volta-Region sichtbarer und damit in beiden Ländern bekannter zu machen. In der Nordphase werden Sie zusammen mit den Teilnehmenden aus Ghana die Recherche in Archiven in Berlin, Bremen und Leipzig beginnen. Im Vierertandem führen Sie zudem Interviews, um die Erinnerung an koloniale Geschichte zu untersuchen. Gleichzeitig werden Sie ein Ausstellungskonzept für Ghana entwickeln und erste Exponate bei einer öffentlichen Veranstaltung vorstellen. Durch diesen Workshop soll das Bewusstsein für die Nachwirkungen kolonialer Aktivitäten Deutschlands geschärft werden.

In der Südphase werden Sie die Ausstellung fertigstellen und diese im Studierendenmuseum der Fakultät für Archäologie und Studien kulturellen Erbes sowie anschließend in Ho in der Volta-Region zeigen. Dabei werden Sie die Möglichkeit haben, Ihren Arbeitsprozess und die Ergebnisse filmisch zu dokumentieren und später im digitalen Museum zugänglich zu machen. Durch das Erforschen der kolonialen Interdependenzen im interkulturellen Viererteam soll ein fruchtbarer Austausch entstehen, der für das gleichberechtigte Aufarbeiten kolonialer Geschichte essenziell ist.

Die Nordphase findet von April bis Juni 2015 statt; die Südphase – in Absprache mit der Partnerorganisation – zwischen Juli und November 2015. Zwei ASA-Seminare finden während der Nordphase statt, ein weiteres im Frühjahr 2016.

Voraussetzung für die Teilnahme am ASA-Programm ist die aktive Beteiligung an den Seminaren und an beiden Projektphasen in Deutschland und in Ghana. Es handelt sich dabei um zwei dreimonatige Vollzeitpraktika. Die Nordphase findet in Berlin statt.

Dauer Praxisphase: 6 Monate
Land/Region: Ghana/Afrika südlich der Sahara
Nr.: 1015 |
Seminargruppe: Seminargruppe 2
Hinweise: Für Auszubildende oder Menschen mit abgeschlossener Lehre besonders geeignet.
Themen: Bildung, Gesellschaftliche Partizipation, Medien und Information
Berufsfeld/Studienrichtung: Archäologie, Afrikastudien, Anthropologie, Geschichte, Kulturwissenschaften, Museumswissenschaft, Filmproduktion, Journalismus, Graphikdesign
Sprache(n): Englisch, Französisch und/oder Ewe von Vorteil

http://www.asa-programm.de/nc/teilnahme/projektdetail/projekt/deutsche_kolonialgeschichte_sichtbar_machen.html

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