25/10 – AfricAvenir International feiert Jubiläum in Douala und Berlin

Am 26. August 2010 feierte AfricAvenir International e.V. mit 150 geladenen Gästen aus Politik und Kultur sein 10-jähriges Bestehen in Berlin. Mitglieder, Freunde, Kooperationspartner von AfricAvenir sowie zahlreiche mitwirkende afrikanische Künstlerinnen und Künstler hatten nicht nur Gelegenheit, in lockerer Atmosphäre ins Gespräch zu kommen, sondern auch die Geschichte des Vereins näher kennen zu lernen.

Was heute in Berlin kaum jemand mehr weiß: AfricAvenir wurde bereits vor 25 Jahren in Kamerun gegründet, damals jedoch zunächst als Aktiengesellschaft, denn zu diesem Zeitpunkt waren kritische Nichtregierungsorganisationen staatlich noch nicht zugelassen. Entsprechend war eines der Motive für die Gründung von AfricAvenir die Schaffung einer kreativen Denkwerkstatt im Schatten der Diktatur. Mehr als 20 Jahre nach der offiziellen Unabhängigkeit Kameruns kam außerdem die Enttäuschung über die Entwicklungszusammenarbeit als zweiter Beweggrund hinzu. „Kein Land“ - so der Gründer Prinz Kum’a Ndumbe III. – „vermag es, ein anderes Land zu entwickeln. Entwicklung kann nur von innen kommen.“ Tatsächlich hat AfricAvenir in der Folge grundlegende gesellschaftliche Debatten in Kamerun ausgelöst. AfricAvenir ist inzwischen eine eingetragene Stiftung mit Hauptsitz in Douala und verfügt über Sektionen in Deutschland, Namibia und Österreich.

Die Ursprünge des Berliner Vereins, dessen 10jähriges Jubiläum gefeiert wurde, liegen in der Mobilisierung gegen die Streichung des einzigen politikwissenschaftlichen Lehrstuhls zur Politik Afrikas in Deutschland. Heute ist AfricAvenir eine etablierte Plattform zur Förderung einer gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung mit der Geschichte und Gegenwart der Beziehungen zwischen Afrika und Europa in Berlin und Deutschland. Im Zentrum stehen dabei afrikanische und Schwarze Perspektiven in allen Vereinsaktivitäten sowie eine selbstkritische Auseinandersetzung der Mitwirkenden des Vereins mit Rassismus in Deutschland und in ihrem eigenen Denken und Handeln.

Inspirationsquelle und geistiger Vater all dieser Entwicklungen war und ist Professor und Prinz Kum'a Ndumbe III. Für ihn bedeutet das Jahr 2010 nicht nur das 25-jährige Jubiläum von AfricAvenir, sondern auch fast 50 Jahre schriftstellerische Tätigkeit, aus der bislang mehr als 70 Buchtitel hervorgingen. Zahlreiche seiner Texte bilden bis heute die theoretische Basis für die Arbeit der Stiftung.

Prinz Kum’a Ndumbe III. konnte zwar nicht persönlich an der Berliner Feier teilnehmen, war aber gleich mehrfach an diesem Abend präsent. Zum einen sandte er eine bemerkenswert fröhliche Video-Grußbotschaft, zum anderen zierte sein Konterfei auch die Afro-Scheine, die der in Berlin lebende senegalesische Künstler Mansour „Kanakanssy“ Ciss eigens für diese Feier angefertigt hatte. Die Gäste machten eifrig von der im Veranstaltungsraum aufgebauten Wechselstube Gebrauch und tauschten Euros gegen Afros, um mit der „Afrikanischen Einheitswährung“ vor allem Tombolalose zu erwerben. Neben zahlreichen Eintrittskarten zu Kulturveranstaltungen wurde als Hauptgewinn ein großformatig auf Leinwand gedruckter Afro verlost. Die Künstler Chamunorwa Gonyora und Tichaona Kadzinga, der Poetry Performer Thabo Thindi, Sista Fa und ihre Band sowie der Sänger/ Songwriter Bernard Mayo erfreuten die Gäste zudem mit einem abwechslungsreichen und stimmungsvollen Musikprogramm.

Auch in Douala wird das Jubiläum gefeiert werden. Im November kommen Vertreterinnen und Vertreter aller Sektionen dort zusammen, um eine Bilanz der bisherigen Aktivitäten zu ziehen und die gemeinsame Zukunft – noch einmal 25 Jahre? – zu planen.

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