Dialogforum zu "Senegal – Protest, Soziale Bewegung und Demokratie" am 19. März um 19 Uhr im Haus der Demokratie

Am Montag, 19. März 2012 um 19 Uhr lädt AfricAvenir in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung zum Dialogforum mit Amacodou Diouf (Direktor NGO AHDIS und Parteiführung PIT) zum Thema "Senegal – Protest, Soziale Bewegung und Demokratie" ins Haus der Demokratie und Menschenrechte. Das Dialogforum wird komplett in Englisch gehalten.

Senegal macht in jüngster Zeit Schlagzeilen. Über das letzte Jahr ist eine neue Protest- und Widerstandsbewegung entstanden, die die herrschenden Eliten herausfordert und auf die Probe stellt. Dabei sind die Akteure mehrheitlich junge Menschen, denen jede Perspektive geraubt wurde, die sich sozial engagieren, organisieren und auf die Strasse gehen, um die Demokratie und Verfassung in ihrem Land zu verteidigen und zu festigen.

Senegal ist ehemals französische Kolonie mit nur geringen Bodenschätzen, langer demokratischer Tradition mit knapp 13 Millionen Einwohnern und einer Bevölkerung, die in ihrer großen Mehrheit Gewalt zu politischen Zwecken ablehnt. Als der amtierende Präsident Abdoulaye Wade, einst Hoffnungsträger des „Sopi“ (Wandel), im Juni 2011 verkündete, eine verfassungsrechtlich umstrittene dritte Amtszeit anzustreben, kam es zu Massenprotesten und der Bewegung „Y’en a marre“ („wir haben es satt“). Heute ist die Wiederwahl von Wade mehr als fraglich, nachdem er am 26. Februar 2012 in einem ersten Wahlgang nicht die erforderliche absolute Mehrheit der Stimmen erhielt. Nun steht für den 25. März 2012 eine Stichwahl an.

In diesem Dialogforum mit dem senegalesischen NGO-Direktor und Politiker Amacodou Diouf geht es um bislang in Deutschland wenig bekannte Hintergründe und Einblicke in die politischen und sozio-ökonomischen Ausgangsbedingungen Senegals, sowie die Ziele, Organisations- und Aktionsformen und Herausforderungen der jeweiligen sozialen und politischen Bewegungen im Land. Dabei stehen im Mittelpunkt unter anderem das Verhältnis von Zivilgesellschaft und politischen Parteien, neue Organisations- und Protestformen und das Entstehen eines neuen staatsbürgerschaftlichen Bewusstseins, dass die eigenen Recht einfordert und für Verantwortung steht. Ausserdem wird Amacodou Diouf Rede und Antwort zu den derzeitigen Wahlen stehen und vielleicht auch Prognosen wagen können, wie die Stichwahl am 25. März 2012 ablaufen könnte und welche Politik insbesondere von einem möglichen Präsidenten Macky Sall zu erwarten wäre.

Montag, 19.3.2012, 19 Uhr
Haus der Demokratie und Menschenrechte
Robert Havemann Saal
Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin
Tramlinie M4, Buslinien 142 und 200. Haltestelle: "Am Friedrichshain"

Der ursprünglich für dieses Dialogforum vorgesehene zweite Gast  Jaye Gaskia (Professor und Aktivist „Occupy Nigeria – reclaim democracy“) kann leider aufgrund von Visa-Schwierigkeiten zum jetzigen Zeitpunkt nicht nach Europa kommen und wird damit auch nicht am Dialogforum teilnehmen. Wir bedauern dies sehr.

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