Black History Month - Hamburgs größte Eventreihe für Schwarze Kultur und Geschichte: 30.01. – 07.03.2010
Zum 13. Mal beginnt im Februar der Hamburger Black History Month - hinter diesem Titel verbergen sich über 20 Einzelveranstaltungen rund um Kultur und Geschichte der afrikanischen Diaspora. Neben einer breiten Auswahl von Live-Musik – von Soul, Reggae, Afrobeat, HipHop, Calipso u.v.m, werden Vorträge, Filmveranstaltungen, Lesungen, ein Poetryabend, eine Live-Talkshow, Theaterveranstaltungen und ein spezielles Kinder- und Jugendprogramm angeboten. Eingeladen sind alle Hamburger, die sich jenseits von Klischees mit den vielen Facetten der afrikanischen Diaspora befassen, Kontakte knüpfen, sich bilden und gleichzeitig Spaß haben möchten.
Hauptlocation ist in diesem Jahr zum ersten Mal das Café Schöne Aussichten – mit seinem warmen Ambiente ist es perfekt für die familiären Sonntagnachmittage, bei denen mit Live-Musik und authentischer Küche – je nach Wochenmotto Afro-amerikanische, Afro-latin und Afro-karibische, Afrikanische und Afro-deutsche - Kultur sowie der Nachwuchs der Next Generation gefeiert wird. So kann man die kalten Temperaturen draußen schnell vergessen!
Unter dem übergeordneten Thema „Living the Progress“ widmet sich der BHM 2010 verschiedenen Themen. Die Welt ist in Bewegung und in Zeiten der Globalisierung und Vernetzung sind Zugänge zu Informationen und Bildungsmöglichkeiten über Geschichte, gegenwärtiges Geschehen und Zukunftsprognosen wichtiger denn je. Dennoch ist afrikanische und afro-diasporische Vergangenheit weitgehend unbekannt und noch nicht aufgearbeitet. Schwarze Repräsentanz in Medien, Wirtschaft und Politik fehlt weiterhin großflächig. Wir möchten den diesjährigen Black History Month dazu nutzen, durch verschiedene Veranstaltungen auf den Prozess Schwarzer Menschen in Deutschland und weltweit hinzuweisen. Wir wollen Geschichte aufarbeiten und sichtbar machen, aktuelle Themen ansprechen, Fortschritte und Missstände aufzeigen und uns für die Zukunft motivieren und bestärken.
2010 jährt sich die Berliner Afrika-Konferenz zum 125. Mal. Im Jahr 1885, teilten die damaligen Weltmächte den afrikanischen Kontinent untereinander auf und legimitierten damit die folgende wirtschaftliche Ausplünderung, Völkermorde, Zwangsarbeit und Vergewaltigungen der Kolonialzeit. Selten wird die tragende Rolle Deutschlands an diesen grausamen Vorgängen angemessen betrachtet. Wir werden anlässlich des Jahrestages Deutschlands Kolonialismus ins Gedächnis rufen und zudem ein Bewusstsein für die Anti-kolonialen Bewegungen afrikanischer Menschen schaffen sowie den Einfluss der Globalisierung auf den afrikanischen Kontinent thematisieren.
Zum 80-jährigen Geburtstag von Marie Nejar ehren wir im Rahmen der Veranstaltung „Afro-deutsche Geschichte und Biografien“ die Hamburgerin, die als eine der wenigen Afrodeutschen den Nationalsozialismus überlebte und in der Nachkriegszeit als Kinderstar Leila Negra berühmt wurde. Anhand der Biografien von verschiedenen schwarzer Menschen unterschiedlicher Generationen machen wir afrodeutsche Geschichte lebendig. Mit dabei Sammy Deluxe der aus seiner Biografie „Dis´wo ich herkomm – Deutschland Deluxe“ lesen und Songs performen wird.
Weitere Themen sind u.a. „Black Hair-itage und das Milliongeschäft der schwarzen Schönheitsindustrie in den USA“ und die im Mainstream bisher wenig bekannte globale Afro-Punk-Bewegung - diese extrem schnell und stark wachsende „Subkultur“ hat bereits, nicht nur in der Musikszene, sondern auch politisch sowie in Mode, Film und Literatur international großen Einfluss und Wandel mit sich gebracht. Noah Sow veranschaulicht die Hintergründe der Bewegung anhand einer Film-Dokumentation, Gesprächsrunde und Live-Performance ihrer Band Noiseaux sowie anderen Künstlern. Die Vorträge finden wieder samstagnachmittags am Afrika-Asien Institut der Uni-Hamburg statt.
In unserer Filmreihe im Metropoliskino am Steindamm zeigen wir jeweils Donnerstags Filme zu schwarzen Themen, darunter „Adua – Ein Afrikanischer Sieg“ (1999) des ethiopischen Filmemachers Haile Gerima, den südafrikanischen Film „The Prodigal Son“ (2008), „My Nappy Roots“ (2005) von der afro-amerikanischen Regisseurin Regina Kimbell sowie „Black Deutschland“ (2007) des Afro-deutschen Filmemachers Oliver Hardt.
Bei der beliebten Black Poetry Night performen Künstler und Künstlerinnen aus
London, Berlin, Hamburg und anderen Städten deutsche oder englische Texte über Erfahrungen und Aspekte Schwarzen Lebens. Mal humorvoll, mal ernst, mit musikalischer Begleitung oder als Rap/ Spoken Word erzeugen sie ihre individuelle Atmosphäre.
Im Mittelpunkt bei allen Veranstaltungen steht wie jedes Jahr der persönliche interkulturelle Austausch und die Stärkung des Communityfeelings, besonders beim Höhepunkt des BHM dem großen Abschlusskonzert „Oneness Celebration“ am 6. März im Knust. Während wir unsere Kultur feiern, Geschichte aufdecken und die Community bestärken, gedenken wir ebenso unseren Brüdern und Schwestern in Haiti und sammeln im Laufe des BHM Spenden für die Erdbebenopfer und spenden einen Teil der Eintrittsgelder hierfür.
Los geht´s am Samstag den 30. Januar 2010 mit der großen Opening Party im Café Schöne Aussichten!
Kontakt: Nigel Asher, info(at)colourmusic.de Tel. 040 – 87 87 23 03 mobil 0179 – 202 51 62
www.bhmhamburg.de, www.myspace.com/bhmhamburg




