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Tanger, der Traum der Passverbrenner und Cherish

Im Rahmen der Filmreihe african reflections – female directors in cinema lädt AfricAvenir am Sonntag, den 28. Oktober 2007 um 17:15 Uhr zur Vorführung von Leïla Kilanis Dokumentarfilm „Tanger, le rêve des brûleurs – Tanger, der Traum der Passverbrenner“ und Winta Yohannes Kurzfilm „Cherish“ in das Filmtheater Hackesche Höfe. Im Anschluss an die Vorführung findet eine Diskussion mit Winta Yohannes statt.

african reflections – female directors in cinema
präsentiert: Tanger, le rêve des brûleurs (R: Leïla Kilani, Marokko/F 2002, 53 min., OmEnglU)

Cherish (R: Winta Yohannes, UK 2000, 17 min., OVEngl)

Am: Sonntag, den 28. Oktober 2007
Beginn: 17.15 Uhr
Ort: Filmtheater Hackesche Höfe (Rosenthaler Str. 40/41, 10178 Berlin)
Kartenreservierung und Filmauskunft: (030) 283 46 03
Eintritt: 6€ / 5€ (erm.)

Kurzinhalte
Tanger, le rêve des brûleurs – Tanger, der Traum der Passverbrenner
Im Mai 1991 hat Spanien im Einvernehmen mit den anderen „Schengen-Ländern“ die Visapflicht für Staatsangehörige aus dem Maghreb eingeführt. Seitdem sammeln sich in Tanger Menschen aus verschiedenen Ländern Afrikas, die versuchen, über die Meerenge auszureisen. Man nennt sie in Marokko die „Herraguas”, die „Verbrenner“. Ein „Verbrenner“ ist jemand, der bereit ist, alles auf sich zu nehmen, um ausreisen zu können, jemand, der bereit ist, seine Papiere, seine Identität zu verbrennen, um diese Abreise zu einer endgültigen zu machen. Drei Jahre lang hat Leïla Kilani das Warten von drei „Passverbrennern“ dokumentiert. Denis ist Ghanaer, Abdelaziz und Rhimo sind Marokkaner. Tanger ist ihr Fenster nach Europa und sie träumen davon, die Meerenge von Gibraltar zu durchqueren, um in das nahe Spanien oder Italien zu gelangen...

Cherish
Der Film handelt von Cherish, einem jungen eritreischen Mädchen an der Schwelle zum Erwachsenwerden, die noch immer voller Träume und Hemmungen ist. Ihr Leben wird auf den Kopf gestellt, als ihr Vater, den sie noch nie getroffen hat, plötzlich auftaucht. Allein aufgewachsen mit ihrer Mutter in London und widerwillig ihren Vater zu akzeptieren, der gerade aus dem niemals enden wollenden eritreischen Bürgerkrieg zurückgekommen ist, hat sie das Gefühl, mehr über ihn herausfinden zu müssen. Nach einem kühlen Beginn, entwickelt sich wahre Zuneigung. Cherish beschuldigt ihn weiterhin, sie und ihre Mutter verlassen zu haben, aber versteht, dass es im Leben um schwierige, manchmal unmögliche Entscheidungen geht. Das Gefühl von Täuschung ist überwältigend, als sie erkennt, dass ihr Vater sein Leben mit einer anderen Frau neu aufgebaut hat. Verwirrt und desillusioniert wendet sie sich an ihren Freund, Maurice, für Trost und gewinnt dabei einen neuen Blick auf die Geschehnisse.

Regisseur/innen
Leïla Kilani

1970 in Casablanca geboren, lebt Leïla Kilani zwischen Paris und Tanger. Lange Zeit träumte sie von einer Karriere als Clown bevor sie ein Studium in Wirtschaft und später Geschichte anstrebte. Sie erhielt einen Master in „Geschichte und Zivilisation des islamischen Mittelmeerraums“. Zur Zeit arbeitet sie an ihrer Doktorarbeit in Sozialwissenschaften am Ecole des Hautes Etudes.

Leïla Kilani ist seit 1997 freie Journalistin für das Kulturmagazin Quantara, das vom Institut du Monde Arabe herausgegeben wird.

Neben ihrem Engagement in der Konzeption und Organisation von kulturellen Events (hauptsächlich in Ägypten), wandte sie sich 1999 dem Dokumentarfilm zu. „Tanger, le rêve des brûleurs“ ist ihre erste Umsetzung.

“À travers ce documentaire, je veux tenter de cerner pourquoi le départ pour l'Europe exprime une vérité profondément africaine, un combat pour la vie, une nécessité existentielle. Comment le départ accède-t-il au statut de mythe ? Combien sont-ils de ""brûleurs"" ? Tanger ? Personne ne le sait…“ (Leïla Kilani)

Diskutantin
Winta Yohannes
wurde in Eritrea geboren und zog mit drei Jahren zusammen mit ihrer Mutter nach Deutschland, um den Folgen des Krieges zu entkommen. Sie beschäftigte sich schon sehr früh mit Malerei, Photographie und war von jeglicher visueller Kunst fasziniert. Am meisten begeisterte sie sich jedoch für Film. 1990 trat sie einer Theatergruppe am Kölner Theater bei, die mit Improvisation und anderen Schauspieltechniken arbeitete.

1995 realisierte sie während eines Workshops in New York ihren ersten Film „Do Your Thing“. Der Film wurde von der „Black Filmmakers Foundation“ (BFF) ausgezeichnet und bei Planet Hollywood als Teil ihrer Talentshow gezeigt. Als Assistentin war sie an dem Spielfilm „The Blur of Insanity“ beteiligt. 1996 schrieb sie ihr erstes Spielfilmdrehbuch „Crossroads“ in Zusammenarbeit mit Lisa Bell, welches von BET Television angenommen wurde.

1997 begann sie ihr Studium an der „London International Film School“. Dort entstanden der Kurzfilm „Blues is My Middle Name“ und ihr Abschlussfilm „Cherish“. Beide Filme wurden auf mehreren Festivals gezeigt und bei dem BFM International Film Festival erhielt Verona Joseph den Preis für die beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in „Cherish“. Nach ihrem Studium zog Winta nach Berlin, wo sie an ihrem ersten Spielfilm arbeitet und als Musikvideoregisseurin tätig ist. Weitere Informationen zu Winta Yohannes finden Sie unter: http://www.yowin.com.

Festivals (Auswahl)
Tanger, le rêve des brûleurs
Dokumentarfilmpreis FESPACO 2003
Preis des ersten Werkes der Guilde der afrikanischen Cineasten FESPACO 2003
Lauréat Prix Télémaques 2003/2004
Festival de Femmes de Créteil 2003
Festival Cinémas d'Afrique 2003, Angers
Festival Cinéma Africano 2003, Mailand
Internationaler Preis für mediterranen Dokumentarfilm und Reportage 2003, Syracuse
Festival Vues d'Afrique 2003, Montréal
Seminar AfricaDoc 2003, Gorée, Senegal
Etats généraux du documentaire 2003, Frankreich
Festival Medias Nord-Sud 2003, Genf
Ismaïlia Internationales Festival für Dokumentarfilm 2003, Ägypten
Nürnberger Festival der Menschenrechte 2003
Festival international du film 2003, Amiens
Mostra de Cinema Africa 2003, Barcelona
Kasseler Dokumentarfilm & VideoFest 2003
MEDFILM 2003, Rom
Festival CinEcrans 2004, Vannes
7. Biennale des Cinémas arabes 2004, Paris
Mittelmeer-Filmtage 2006, München

Cherish
Black Film Makers film Festival 2000, London
Beste Schauspielerin: Verona Joseph (Teil des Edinburgh International Film Festival)
International Film Festival 2000, Manchester
Bite the Mango 2000, Bradford
Diaspora Shorts Film Festival 2001, Ritzy Cinemas/GB
Black Pyramid 2001, Bristol
FAK 01, 2001, Österreich
TOPPING THE BILL Worldwide Student Award 2001
Africa In the Picture 2001, Amsterdam/Rotterdam/Holland
FSF Student Film Festival 2001, Belgrad
Festival of Black British Films 2002, Tübingen
Freiburger Film Forum for Ethnic Films 2003

african reflections
‘african reflections’ ist eine monatlich im Filmtheater Hackesche Höfe stattfindende Filmreihe, in deren Rahmen Spiel- und Dokumentarfilme afrikanischer FilmemacherInnen präsentiert werden. KuratorInnen der Reihe sind Philippa Ebéné und Julien Enoka Ayemba.

‘african reflections’ findet statt in Kooperation mit dem Filmtheater Hackesche Höfe und mit freundlicher Unterstützung der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit (LEZ) bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen. Medienpartner ist radio multikulti.

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