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Berlin-Premiere des Films „Juju Factory“

Am Montag, den 13. Oktober um 20 Uhr laden AfricAvenir und Remember Resistance zur Berlin-Premiere des Films „Juju Factory“ (OEnglU) ins Filmtheater Hackesche Höfe ein, in Anwesenheit des kongolesischen Regisseurs Balufu Bakupa-Kayinda. Ein multimedialer Vortrag von Remember Resistance führt bereits um 18 Uhr in das Thema „Koloniale Gespenster in Afrika und Europa“ (Eintritt frei) ein. Im Anschluss an die Filmvorführung findet eine Diskussion mit Balufu Bakupa-Kayinda statt.

Koloniale Gespenster in Afrika und Europa
Eine audio-visuelle Spurensuche nach der kolonialen Geschichte und Gegenwart. Kolonialismus ist auch heute noch allgegenwärtig – in den Mentalitäten, den Verhaltensweisen, aber auch im Stadtbild und im Selbstverständnis der kolonisierenden und kolonisierten Nationen und Gemeinschaften. Im Zentrum des Programms steht Brüssel, zugleich Symbol für den europäischen Umgang mit der kolonialen Vergangenheit und die „Regulierung“ der Zuwanderungspolitiken aus nicht-europäischen Regionen.

Einführung: Eine kommentierte audio-visuelle Spurensuche (Eintritt frei)
Mit Julien Enoka Ayemba, Brigitta Kuster und Sonja Hohenbild (Remember Resistance)
Ausgehend von Filmausschnitten, Fotos und Audiomaterial führen uns die Mitglieder von „Remember Resistance“ durch unterschiedliche Stationen: Filmproduktionen kongolesischer Filmemacher zwischen Kinshasa und Brüssel, koloniale Präsenzen im heutigen Brüssel, eine aktuelle Rede des französischen Staatspräsidenten, der in Dakar seine neo-kolonialen Anforderungen und Prognosen für die globalisierte Zukunft formuliert – und eine mögliche Antwort darauf, die Patrice Lumumba schon mit seiner wichtigen Rede zur Unabhängigkeit 1960 gegeben hat.

Film: Juju Factory (Eintritt: 6 €, ermäßigt: 5 €)
R: Balufu Bakupa-Kanyinda, Kongo 2007, 97 Min, OenglU. Mit: Dieudonné Kabongo, Carole Karemera, Katik Donatien Bakomba
Juju Factory erzählt die Geschichte des Schriftstellers Kongo Congo, der in Brüssels „afrikanischem Viertel“ Matongé lebt und von seinem Verleger den Auftrag erhält, ein Buch darüber zu schreiben. Statt, wie gefordert, einen Touristenführer, entwickelt Kongo Congo anhand von Notizen über die Menschen, denen er in Motangé tagtäglich begegnet, eine historische Narration des Viertels, zwischen dem Projekt des Kolonialismus und den Projekten der Migration. Mit einem neuen Tonfall mischt sich Juju Factory in die Auseinandersetzung über das koloniale Erbe ein: In semidokumentarischen Sequenzen und an Daily Soaps angelehnten Szenen erzählt der Film alltägliche Geschichten aus der kongolesischen Diaspora in Brüssel, wobei in der Zeichnung der Figuren immer wieder feine Ironien aufblitzen. Sie sind es, die unvermittelt in die Tiefen einer unheimlichen Geschichte stürzen und das koloniale Trauma an die Oberfläche spülen.

Am: Montag, 13. Oktober 2008
Vortrag: 18.00 Uhr (Eintritt frei)
Film: 20.00 Uhr (6€ / 5€)
Ort: Filmtheater Hackesche Höfe (Rosenthaler Str. 40/41, 10178 Berlin)
Kartenreservierung und Filmauskunft: (030)283 46 03
Eintritt Film: 6€ / 5€ (erm.)

Presse
„Mit „Juju Factory“ schenkt Balufu Bakupa-Kanyinda den Kinofans des Kontinents einen kongolesischen Diamanten“ (www.lefaso.net)
(…) this film carries a heavy load of diasporic desires and above all fears. (…) The concrete Belgian past which the film brings into view harks back to 1897 when Congolese men and women were shipped to Belgium to feature in the colonial section of the Universal exhibition, but the film also recalls the murder of Lumumba. Psychologically and conceptually, the film maker displaces the diasporic ‘double consciousness' and explores the multiplexity of attitudes and identifications of Congolese and Africans which he explicitly defines as ‘in exile' in Belgium (...) Karel Arnaut (Ghent University), Mediating Matonge: relocations of Belgian postcoloniality. http://cas1.elis.rug.ac.be/avrug/forum_0801/karel_08c.htm

„Le foisonnement d’idées, l’humour, une caméra volontiers déjantée et un montage serré en tresses, des dialogues volontaristes et des errances nocturnes… Juju Factory est une usine ? manifeste, un cri ? la Soleil Ô où Le Damier aurait fait ses petits. Balufu Bakupa-Kanyinda semble y chercher le Juju salvateur, ce talisman qui nous protégerait des monstres et qui doit bien se cacher quelque part l? -bas, dans la culture relue ? la sauce du présent.” (Olivier Barlet, www.africultures.com)

A humourous and super-clever social commentary on... exile and migration? Belgian colonialism? racism in Europe? the psychology of the colonized? of the decolonized? of the comprador bourgeoisie? I think all these things. http://sketchythoughts.blogspot.com

Preise und Auszeichnungen

  • The Tyrol Award Bester Film, Innsbruck International Film Festival, Österreich 2007
  • Golden Dhow Award Bester Film, Zanzibar International Film Festival 2007
  • Bester Film, Kenya International Film Festival 2007
  • Bester Film, Festival de Cinéma Africain d´Apt, Frankreich 2007
  • Beste Schauspielerin (Carole Karemera: Béatrice), Festival Cinema Africano, Italien

Regisseur: Balufu Bakupa-Kanyinda
Balufu Bakupa-Kanyinda wurde 1957 in Kinshasa, Demokratische Republik Kongo, geboren. Nach seinem Studium der Geschichte, Kunstgeschichte, Philosophie und Soziologie in Brüssel schloss er Filmstudien in Frankreich, Großbritannien und den USA an. Bakupa-Kanyinda drehte sowohl Dokumentar- als auch Spielfilme und lehrt zurzeit Film in New York. Sowohl als Drehbuchautor als auch als Regisseur entwickelte Bakupa-Kanyinda 1991 seine ersten Dokumentarfilme “Dix Milles ans de Cinéma” (Zehntausend Jahre Kino) und „Thomas Sankara“ (1991). Sein erster Spielfilm war 1996 “Le Damier, Papa national oye! (The Draughtsmen clash). Neben seiner Tätigkeit als Regisseur und Drehbuchautor, äußert sich Bakupa-Kanyinda auch als Schriftsteller und Dichter über das afrikanische Kino. 2006 und 2007 lehrte er auf Einladung der New York University an deren Campus in Accra, Ghana.

Weitere Stationen des Programms:
13.10.2008: Hackesche Höfe Filmtheater, Berlin
14.10.2008: UT Connewitz, Leipzig
15.10.2008: Metropolis Kino, Hamburg
18.10.2008: Festival „Jenseits von Europa“ Filmforum NRW im Museum Ludwig, Köln

Kooperationspartner der Tournee: FilmInitiativ Köln, CulturCooperation, Institut für Afrikanistik Leipzig, Afrikanistik Forum Leipzig, Bahnhof Langendreer, buko, Hamburg Postkolonial, DEPO, in Zusammenarbeit mit dem Eine Welt Netzwerk Hamburg (EWNW) e.V., gefördert aus Mitteln des BMZ
Mit freundlicher Unterstützung durch: eed, Stiftung DO, Stiftung Umverteilen, FilmInitiativ Köln

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